Gärtnern · Leckereien

Chili, ein aromatisches Feuerwerk !

Chili galt in Europa als der Pfeffer des kleinen Mannes, als echter Pfeffer noch sehr teuer war. Inzwischen wissen wir Chili sehr wohl zu schätzen. Diese Gewürzpaprika ist leicht zu halten als Topfpflanze im eigenen Garten. Sie kommt mit wenig Sonne aus, braucht humus-, kalk- und nährstoffreiche Erde. Dann erfreut sie uns mit ihren farbenfrohen Beeren bis in den Herbst. In der Küche bereichern die Chilischoten unsere Speisen und nebenbei tun sie Gutes für unsere Gesundheit.

Kurzportrait und Vermehrung:

Chili ist ein einjähriges Nachtschattengewächs, verwandt mit der Paprika. Aus den fünf botanischen Arten der Chiligewächse haben sich hunderte Sorten entwickelt. Inzwischen bekommt man sie aus allen Anbaugebieten mit den unterschiedlichsten Schärfegraden von mild bis extrem scharf.

Einige Menschen können nach dem Verzehr von sehr scharfem Chili mit Herzklopfen, Atemnot oder Bluthochdruck reagieren. Also immer vorsichtig probieren! Beim Schneiden frischer oder getrockneter Schoten sollte man darauf achten, das Gesicht nicht mit den Händen zu berühren – vor allem nicht Augen und Lippen – , da die Schoten ein Reizmittel enthalten, das in ihren Innenhäuten lagert. Für die Schärfe ist der wasserlösliche Inhaltsstoff Capsaicin verantwortlich. Wird die Frucht zerschnitten oder gequetscht, bereiten sich die Scharfstoffe über die ganze Beere aus. Wenn man den Schoten etwas von ihrer Schärfe nehmen will, sollte man auf die Verwendung der Samen und der weißlichen inneren Rippen verzichten oder sie etwa eine Stunde vor dem Verzehr in kaltes Wasser legen, dem etwas Essig zugefügt wurde.

Zur Vermehrung entnimmt man einer frischen Schote die Kerne und lagert sie kühl und trocken. Damit können im nächsten Frühjahr Jungpflanzen bei Zimmertemperaturen vorgezogen werden.

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Schärfe als medizinischer Wirkstoff:

Chili ist ein Nahrungsmittel, das auch medizinisch genutzt wird. Es regt die Speichelbildung und die Magensäfte an und unterstützt die Verdauung. Es wirkt antibakteriell und gegen Pilze. Parasiten im Darm werden abgetötet. Chili hilft auch bei der Fettverdauung. Der Energieverbrauch wird angekurbelt, was Kalorien verbrennen lässt. Scharf macht schlank! Chili hebt die Stimmung. Beim Genuss scheidet der Körper Opiate aus, die zufrieden und glücklich machen. Scharf macht fröhlich! Sollte man sich mit der Menge verschätzt und die Geschmacksnerven vollends außer Kraft gesetzt, die Schweissdrüsen angeregt und die verstopfte Nase nun endlich frei haben, dann neutralisieren Joghurt, gekochter Reis, Brot, Milch oder Zucker die Schärfe. Capsaicin ist nur in Öl löslich, Wasser bringt somit nicht den nötigen Effekt.

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Lagerung:

Frische Schoten auffädeln und an einem warmen Ort trocknen lassen.

Ungewaschen in Papier gewickelt können frische Schoten im Gemüsefach des Kühlschranks 1 Woche aufbewahrt werden. Getrocknete Schoten halten sich 6 bis 8 Monate in einem perforierten Kunststoffbeutel im Kühlschrank. Zerstoßene getrocknete Schoten sollten in einem luftdicht verschlossenen Gefäß kühl und trocken gelagert werden.

Oder meine Idee der Konservierung: Öle mit Chili aromatisch veredeln! Schnell und einfach herzustellen.

Chiliöl

Zutaten für 1 Flasche à 750 ml:

600 ml neutrales Sonnenblumen-, Raps-, oder Distelöl, ca. 8 frische oder getrocknete, aufgeschnittene Chilischoten, 1 TL angestoßene Fenchelsamen, 1 EL grob geschrotete, kurz geröstete, weiße Pfefferkörner, süßes oder scharfes Paprikapulver

Zubereitung:

Zutaten mit dem Öl mischen. 2 Wochen in einem Glas ziehen lassen, danach abseihen und abfüllen.

Exotisches Öl

Zutaten für 1 Flasche à 750 ml:

600 ml Sonnenblumen-, Raps- oder Distelöl, 4 Stängel Zitronengras, 4 frische Zweige Koriandergrün, 2 getrocknete, aufgeschnittene rote Chilischoten, 1 – 2 Knoblauchzehen

Zubereitung:

Koriandergrün grob zerpflücken, Zitronengras in kleine Ringe schneiden. Alle Zutaten mit dem Öl mischen. 2 Wochen ziehen lassen, währenddessen mehrmals umrühren. Knoblauch entfernen und das Öl nach einer weiteren Woche abseihen und abfüllen.

Chili-Schalotten-Öl:

Zutaten für 2 Flaschen à 500 ml:

600 ml neutrales Öl (wie oben), 30 g getrocknete Chilis, 150 g geschälte Schalotten, 5 Knoblauchzehen.

Zubereitung:

Alle Gewürze klein schneiden, mit dem Öl vermischen und langsam erhitzen (nicht kochen lassen). Etwa 20 Minuten ziehen lassen bis die Schalotten eine hellbraune Farbe angenommen haben. Abkühlen lassen, abseihen und abfüllen.

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