Empfehlenswertes · Gärtnern

Kennen Sie Ihren Boden?

Meine Blog-Kollegin Carmen hat vor einiger Zeit den wunderbaren Beitrag „Kleine Bodenkunde“ über den Boden, seine Entstehung, Vielfalt und Erhaltung veröffentlicht.

Doch um meinem Boden wirklich etwas Gutes zu tun, muss ich erst einmal wissen, welchen Boden habe ich in meinem Garten, und wie genau sieht es mit der Versorgung an Bodennährstoffen aus?  Die LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt) in NRW bietet dazu Bodenuntersuchungen an und gibt mir anschließend konkrete Düngeempfehlungen für die Nährstoffe Phosphor, Kalium, Magnesium und den Säuregehalt meines Bodens. Die Analysen zeigen oft, dass die Böden mit Phosphor über- und mit Mag­nesium unterversorgt sind, und Rasenflächen sind häufig zu viel gekalkt und zu wenig gedüngt. Ein ungünstiges Nährstoffverhältnis kann gesundes Pflanzenwachstum behindern.

Also werde ich mal wieder Bodenproben ziehen und gehe dabei folgendermaßen vor:

Die beste Zeit zur Probenentnahme ist im Herbst nach der Ernte. Ich benötige Spaten, Löffel, Eimer, Probebeutel und ggf. Probenbegleitzettel. Verschieden genutzte Flächen beprobe ich auch getrennt, da sie unterschiedliche Nährstoffansprüche haben. Zum Beispiel Gemüse, Rasen, Stauden, Beerenobst, Obstbäume, Laub- und Nadelgehölze und Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren, Hortensien, Azaleen, Eriken oder Heidelbeeren brauchen sehr unterschiedliche Wachstumsbedingungen.

Bildquelle: LUFA, Münster

Um eine aussagekräftige Auswertung zu bekommen, muss die Probe in verschiedenen Bodentiefen genommen werden. Dazu mit einem Spaten 30 cm tief in den Boden stechen und eine Erdscholle ausheben. Im Erdloch mit einem Löffel an der geraden Schnittfläche von unten nach oben gleichmäßig viel Erde abschaben. Bei Rasenflächen nur 10 cm tief in den Boden einstechen. Über die Fläche gleichmäßig verteilt 10 – 15 Teilproben nehmen (kreuz und quer, von einer Ecke zur anderen). Alle Teilproben in einem Eimer sammeln und zu einer Mischprobe vermischen. Von dieser Mischprobe ca. 500 g in eine LUFA-Bodentüte oder in einen sauberen Kunststoffbeutel füllen, verschließen und mit einem wasserfesten Stift eindeutig beschriften. Auftragsformular ausfüllen und beilegen.

Bei mir, ich lebe im Kreis Gütersloh, gibt es schon seit vielen Jahren in jedem Jahr eine Herbst-Aktion für Hobbygärtner. Ansprechpartner sind die Umweltbeauftragten der Gemeinden und dort werden auch Probenbeutel ausgegeben. Die Bodenproben können Ende Oktober / Anfang November gegen eine vergünstigte Gebühr bei den jeweils zuständigen Umweltbeauftragten abgegeben werden. Dort oder aus der Tagespresse sind auch die Termin zu erfahren. Andere Regionen bieten eventuell ähnliche Aktionen an, einfach mal nachfragen. 😉

Die Landwirte beproben ihren Boden übrigens regelmäßig, und das ist auch in einem 6-Jahres-Rhythmus gesetzlich vorgeschrieben. Auf unserem Betrieb tun wir das alle 3 Jahre, um unsere Flächen bedarfsgerecht zu düngen, denn das schont die Umwelt und unseren Geldbeutel und verbessert das Pflanzenwachstum.

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