Der Jahreszeitengarten · Gärtnern

Mein Garten im Februar

Zweiter Teil unserer neuen monatlichen Beitragsreihe „Der Jahreszeitengarten“

Mein grüner Daumen juckt, und es zieht mich wieder hinaus in den Garten, denn dort gibt es auch schon im Februar einiges zu tun. Die Wetterprognose sagt für die nächste Zeit bei uns in Ostwestfalen keine größeren Regenmengen und auch keine längeren Frostperioden voraus, das ist eine gute Voraussetzung, um behutsam mit der Gartenarbeit zu starten.

Da der Boden vom Schnee noch recht nass ist, fange ich zuerst damit an die Wege und Terrasse  zu fegen. In den Fugen wächst bei mir sehr viel spanisches Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus ), das im Winter recht unansehnlich geworden ist: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt es zurückzuschneiden, damit es wieder durchwächst. Beim Auffegen kehre ich dann auch gleich die Laubreste aus den Ecken.

Als nächstes gehe ich daran, meine Gräser auszuputzen. Für Federborstengras, Rutenhirse, Pampasgras oder Chinaschilf ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sie eine Handbreit über dem Boden einzukürzen. Immergrüne Seggen benötigen nicht unbedingt einen Rückschnitt, um gut auszusehen. Meine Seggen haben im letzten Sommer unter der Trockenheit gelitten, daher werde ich versuchen, die trockenen Halme auszukämmen.

Im Februar ist auch noch Zeit die Nistkästen zu reinigen, dazu reicht es völlig, sie gründlich auszukehren und das alte Nest zu entfernen. Dadurch fördere ich die Neubelegung im kommenden Jahr und entferne eventuell vorhandene Parasiten (Vogelflöhe und Milben). So bleiben die Garten-Vögel gesund.

Und bitte nicht die Kübelpflanzen und Stecklinge vergessen. In ihrem Winterquartier sind sie aus den Augen und aus dem Sinn, aber wenn jetzt die Tage wieder länger werden, brauchen sie auch wieder ein bisschen Aufmerksamkeit. Fangen sie an lange dünne Triebe zu bilden, stehen sie vielleicht zu dunkel oder zu warm, da kann ein Platzwechsel Abhilfe schaffen – und an das Gießen denken!

Für Gemüsegärtner wird es nun auch Zeit, vorhandenes Saatgut zu sichten und in Saatgutkatalogen zu stöbern. Die Anzuchtzeit für Tomaten, Paprika, Chilis und Auberginen beginnt. Das wäre aber ein eigener Blogbeitrag, daher hier nur ein Verweis auf einen wunderbaren Bericht, den Annette mal zu der daraus folgenden Platznot geschrieben hat.

Und dann geht es doch ab ins Beet: Sobald der Boden abgetrocknet ist, sammle ich vorsichtig das Laub unseres Walnussbaumes auf, das dieser noch spät geworfen hat. Normalerweise lasse ich Laub in den Beeten liegen, aber das Walnusslaub enthält viel Gerbsäure und verrottet daher nur schwer. Zudem hemmt es das Wachstum der anderen Pflanzen. Also suche ich es zusammen und bringe es auf unseren Misthaufen, einen Luxus, den uns unser landw. Betrieb ermöglicht. Bei meiner Putzaktion gehe ich sehr vorsichtig vor, damit ich die vielen Blumenzwiebeln in den Beeten nicht beim Austrieb störe. Vor allem die Schneeglöckchen sind schon zu Hauf da und stehen kurz vor der Blüte. Ein paar davon grabe ich vorsichtig aus und setze sie in Pflanzbehälter in Hausnähe, um mich an ihnen zu freuen. Sie sind meine Lieblinge unter den Blumenzwiebeln, was sicher auch daran liegt, dass sie schon in meiner Kindheit meine Geburtstagsblumen waren. Ein paar Schneeglöckchentöpfe sind eine besondere und ungewöhnliche Dekoration auf dem Kaffeetisch. Nach der Blüte wandern sie dann wieder ins Beet.

Die Begleiter beim Durchputzen der Beete sind lediglich meine Handschuhe und die Gartenschere. Diese brauche ich, um die Stauden, die ich wegen des Winterschmucks habe stehen lassen, abzuschneiden. Dazu zählen zum Beispiel verschiedene Sedum (Fetthennen), Phlomis (Brandkraut), Staudenclematis und Astern. Dann wachsen da auch verschiedene Lenzrosen, bei ihnen ist nun der richtige Zeitpunkt, die Laubblätter aus dem letzten Jahr abzuschneiden. Innerhalb von drei Wochen treiben dann frische grüne Blätter wieder durch und die Pflanze hat ihren großen Auftritt. Das gilt ebenfalls für die Elfenblumen (Epimedium). Bevor die Pflanzen neu austreiben ist die beste Zeit, um bei Elfenblumen einen pflegenden Schnitt durchzuführen. So kommen nicht nur die hübschen Blüten besser zur Geltung, die Entwicklung der ganzen Pflanze wird dadurch gefördert. Schaden kann man den auf den ersten Blick filigran wirkenden Elfenblumen damit nicht, denn sie sind härter im Nehmen, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Immergrüne Stauden, wie Bergenien oder Heuchera, putze ich nur aus und schneide sie nicht.

Es lohnt auf jeden Fall, auch einen kritischen Blick auf vorhandene Stauden und Gräser zu werfen, was ist zu groß und müsste geteilt werden? Wo sind Lücken, die bepflanzt werden könnten? Der Februar ist eine gute Zeit zum Pflanzen, auch für Gehölze. Da gibt es doch endlich wieder Gelegenheit neue Projekte anzugehen und im Gartenmarkt zu stöbern. Herrlich, es geht wieder los, das neue Gartenjahr startet.

5 Kommentare zu „Mein Garten im Februar

    1. Hallo Ute, das ist nicht pauschal zu beantworten. Wenn Du mit natürlichen Dünger wie Mist oder Hornspänen düngst, kannst Du das zum Ende des Monats schon machen. Diese Dünger brauchen etwas länger bis die für die Pflanzen verfügbar sind und stehen den Pflanzen dann wenn das Pflanzenwachstum beginnt zur Verfügung. Nimmst Du synthetischen Dünger, solltest Du warten bis im März, wenn die Vegetationsperiode startet. Ansonsten ist er bis dahin wohlmöglich vom Regen ausgewaschen und landet im Grundwasser.
      Grundsätzlich ist es immer gut eine Bodenanalyse machen zu lassen. Dann bekommst Du eine Düngeempfehlung, die auf Deinen Boden zugeschnitten ist und siehst genau, wo was fehlt. Oftmals ist auch nicht der fehlende Dünger das Problem, sondern der pH-Wert des Bodens. Dann fehlt vielleicht mir Kalk, der die vorhandenen Bodennährstoffe verfügbar macht.
      Schau mal unter dem Schlagwort Boden nach, da habe ich schon mal einen Blogpost zu dem Thema gemacht. 😉 Lieben Gruß Conny

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