Gärtnern

Ein Lob der Unzulänglichkeit

Wer sich, so wie wir, etwas intensiver mit dem Gärtnern beschäftigt, der lernt zwar eine Menge dazu – von Habitus, Hosta und Hortensien, von Unterarten und Küchengarten, Geophyten und Irisblüten – , aber je mehr Wissen man sich aneignet, desto größer erscheinen einem die Wissenslücken, die es noch zu schließen gilt.

Hat man erst einige Seminare besucht, jede Menge Fachliteratur inhaliert und traumhafte Gärten erlebt ( Sissinghurst, Great Dixter, Highgrove und Konsorten), stellt man nach anfänglicher Euphorie zu Hause fest, dass es irgendwie dann doch nicht so perfekt hinhaut wie Vita, Beth, Christopher und Charles das vorgemacht haben.

ABER: Das sind oder waren Profis, da gibt es Head gardener, die machen den ganzen Tag nichts anderes! Wir sind Amateure, dieses Wort kommt aus dem Französischen bzw Lateinischen und bedeutet: LIEBHABER!

Wir sind Garten-Liebhaber, und auch wenn nicht alles perfekt ist, weil die Stauden trotz wohlüberlegter Standortwahl nicht gedeihen und die Schnecken irgendwas an der Ansage ,,Ihr oder ich!“ nicht verstanden haben: unsere Gärten sind einzigartig und spiegeln unsere Persönlichkeit; wenn wir gärtnern, sind wir glücklich!

…Und das gilt, glaube ich, nicht nur für uns Beetschwestern, sondern für alle LiebhaberInnen – die Profis mögen schmunzeln und insgeheim nicken…;)

10 Kommentare zu „Ein Lob der Unzulänglichkeit

  1. Da ist viel Wahres dabei. Wollte immer Gärtner lernen, viele sagen mir auch „du hättest Gärtner werden sollen“. Und gerade in letzter Zeit fühle ich immer mehr, dass ich wohl mehr Spass am Garteln habe wenn ich nicht alles weiss, wie es eigentlich sein sollte. Bin eh zu perfektionistisch. Wenn ich es gelernt hätte müsste es perfekt sein. So kann ich halt gärtnern wie ich es tue. Gott sei Dank!

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    1. Hallo Joachim,
      auch als Profi gärtner ich so wie ich möchte. Und ich kenne viele andere, die das genauso machen. Wir wissen auch lange nicht alles, dazu ist die Pflanzenwelt viel zu groß und vielfältig. Das ist ja auch das Spannende an unserem Beruf – immer wieder dazu lernen und überrascht werden.
      Ich würde immer wieder Gärtnerin werden. Das ist für mich der schönste Beruf der Welt.

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  2. Dazu fällt mir gerade das Buch „Pinnegars Garten“ von Reginald Arkell ein, erschienen im Unionsverlag:
    Ein kleiner, hinreißend schöner Roman über einen schrulligen alten Obergärtner, der auf sein Leben und Wirken im Garten eines alten englischen Herrensitz zu Beginn des 20sten Jahrhunderts zurückschaut…herzerwärmend, leidenschaftlich und humorvoll. Leider hatte ich das kleine Buch im Nu durch, aber mit einem bleibenden großen Eindruck 🙂

    Klappentext:
    Herbert Pinnegar, ein Findelkind, entdeckt schon früh seine Liebe zu den Blumen und fängt als junger Bursche an, im Garten von Lady Charteris Unkraut zu jäten. Als der altersgrantige Obergärtner abtritt, schlägt seine große Stunde: Er übernimmt das Gartenregiment und teilt sein Leben fortan mit Heckenrosen und Buschwinden. Er ist ein Mann, dem sein Garten über alles geht, ein wandelndes Kompendium des Gartenwissens und ein Zauberer, der es schafft, seine Lady immer wieder in Erstaunen zu versetzen.

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