Gärtnern

Moos im Garten

Moos im Garten, wenn man dieses als Suchbegriff in eine Internetsuche eingibt, erhält man kurzerhand sehr viele Empfehlungen, wie man Moos im Garten loswerden kann. Entweder man bekommt den Rat, ein chemisches Mittel zur Moosentfernung zu nutzen oder man greift zum Hochdruckreiniger.

Ich möchte mit diesem Beitrag eine Lanze für Moos im Garten brechen! Denn es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern hat auch noch ökologische Vorteile. Doch der Reihe nach:

Während wir noch damit beschäftigt sind, unsere Gärten möglichst moosfrei zu halten, vermehren Menschen in anderen Ländern die grünen Polster. Vor etwa 400 Millionen Jahren hat sich das Moos aus Grünalgen entwickelt, heute sind etwa 16.000 Moosarten bekannt. In Japan werden ganze Gärten nur mit Moos gestaltet. Die Wirkung dieser grünen, leicht hügeligen Landschaften wirken wunderbar entschleunigend, die Gärten liegen da und ruhen, mit einer grünen Daunendecke versehen. In Japan sind Moose ein seit vielen Jahrhunderten genutztes Gestaltungselement und Moosgärten gelten als höchste Stufe der Gartenkultur.

Moose lieben feuchten Halbschatten, sie bilden keine Wurzeln, sondern filtern ihre Nährstoffe aus der Luft heraus. Ebenso filtern sie CO2 und Feinstäube aus der Luft. Das hat sich ein Start-up der Technischen Universität Kaiserslautern zunutze gemacht. Da Moose auch im städtischen Bereich leicht anzusiedeln sind, hat es ein System für grüne Fassaden entwickelt, das wartungsfrei und durch die Moose selbst begrünend ist. Moose können nach einem Regenschauer größere Mengen Wasser speichern und dieses nach und nach wieder abgeben. Das hat dann einen kühlenden Effekt auf die Umwelt und kann von großem Nutzen für das Stadtklima sein.

Auch das Moos im eigenen Garten ist ein Refugium für zahlreiche Kleinstlebewesen, die Nahrungsgrundlage für Vögel und Insekten sind. Zudem dienen Moose als Baumaterial für unsere Gartentiere, wie Vögel, Hummeln oder Igel. Lassen wir es zu, dass sich Moose in unseren Gärten ansiedeln und ausbreiten. In Zeiten des Klimawandels können wir damit einen wichtigen Beitrag leisten. Ein erfahrener Gärtner, der einen wunderschönen Stauden- und Rosengarten hatte, antwortete einmal auf die Frage, was er denn gegen das Moos im Rasen tun würde:“ Nichts, denn Rasen mit Moos ist wunderbar weich und grün“. Wie Recht er doch hat. Ich habe seitdem nicht mehr den Ehrgeiz meinen Rasen moosfrei zu halten und freue mich über Moos auf Natursteinmauern und Totholz in meinem Garten. Auch Birgit beschreibt in diesem Beitrag, wie sie ihren Frieden mit dem Moos im Garten gemacht hat.

Wer Moos in seinem Garten ansiedeln möchte, kann das ganz einfach mit hilfe eines „Moos-Smoothies“ tun. Man nehme 2 Hände Moos vom Dach, 2 Becher Buttermilch, gebe das in einen Mixer und püriert es ganz kurz an. Diese Mischung im Schatten verteilen und feucht halten, nach 2-3 Monaten bildet sich ein grüner Moosteppich.

Zum Weiterlesen empfehle ich das Buch von Michael Altmoos, „Der Moosgarten“, erschienen im Pala Verlag.

8 Kommentare zu „Moos im Garten

  1. Wir haben in unserem schattigen Gartenbereich auch unseren Frieden mit dem Moos gemacht. Statt dagegen an zu arbeiten, geniesse ich jetzt das schöne Barfußgefühl!
    Liebe Grüße aus meinem Garten,
    Susanna

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  2. Hallo Conny,
    das ist wieder ein wunderbarer Beitrag mit sehr schönen Bildern. Endlich einmal ein umsetzbarer und ökologischer Vorschlag für Gartenbesitzer mit schattigen, feuchten Stellen. Bisher waren das ja immer nur „Problemecken“.

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  3. Wirklich toll, dieser Beitrag! Ich fand schon immer, dass das Moos in unserem „Rasen“ schön grün, weich und pflegeleicht ist. Jetzt ist mir auch der Druck von den Schultern genommen, endlich mal zu vertikutieren und das Moos von den Dachziegeln zu kratzen. Selbst der Dachdecker meinte kürzlich, das habe eigentlich keine Eile …
    Bei Deinem Beitrag, liebe Conny, kam mir aber gerade noch eine andere Idee: Ich beschäftige mich neuerdings ein bisschen mit Sempervivum, auch Haus- und Dachwurz genannt. Da drängt es sich doch geradezu auf, in Deko-Schalen und im „Japanischen Garten“ auch ein bisschen Moos einzusetzen. Danke für die Anregung!
    Liebe Grüße, Gerd

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  4. Ein wirklich interessanter Bericht – danke Dir dafür ! :-). Normalerweise versucht man eher immer, das Moos aus dem „Rasen“ loszuwerden. Bei uns in der Wiese wächst es hinter dem Haus munter vor sich hin – die Wiese ist dort besonders weich ;-). Uns ist wichtig, dass es grün ist – egal ob Moos oder Gras…
    Dass man Moos selbst „züchten“ kann, war mir zwar bekannt, nicht aber die genaue Vorgehensweise. Finde ich faszinierend, wenn man die Moosblldung gezielt fördern kann.
    Danke für den Beitrag und liebe Grüße, Birthe

    Gefällt 1 Person

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