Gärtnern · Schreiberei

Sommer in Orange – keine Angst vor Farben

Meinen Stauden und einjährigen Blumen im Schrebergarten hat der Regen richtig gut getan. Überall blüht es. Das Gartengrundstück liegt vollsonnig, hier kann ich ganz andere Pflanzen setzen als zu Hause, in meinem eher schattigen Garten. Die neu gepflanzten Stauden sind ja noch nicht so üppig, deshalb habe ich händeweise Saatgut von einjährigen Pflanzen ausgesät und zu Hause in Töpfen vorgezogen. Zu meiner großen Freude gefällt der Standort den vorgezogenen Zinnien und Strohblumen. Zu Hause waren sie in Nullkommanichts ein Raub der Schnecken. Die Ringelblumen haben den ganzen Garten erobert. Ich könnte die ganze Stadt mit Ringelblumensalbe versorgen.

 

Da ich nicht aufgezeichnet habe, was ich wo gesät habe, sind ungewollt tolle Farbkombinationen zustande gekommen, die ich so sicher nicht geplant hätte. Die Farbkombi Rosa, Lila und Orange ist ein Kracher. Aber in der vollen Sonne passt das. Die meisten Gärtner meiden Gelb. Aber was ist ein Sonnengarten ohne Gelb? Wem das zu knallig ist, kann ja den Knalleffekt mit weißen Blüten dämpfen. Weiße, einjährige Schleifenblumen sind da sehr geeignet, genauso wie weißer Duftsteinrich- Lobularia maritima.

Im Gegensatz dazu unterstreicht die Farbe Blau den Farbkontrast und bringt die anderen Farben zum Leuchten. Da kann man das unermüdlich blühende Männertreu pflanzen. Oder Geranium Rozanne. Die diversen Glockenblumen sind meistens eher lila als blau. Ich mag besonders die nesselblättrige Glockenblume. Sie ist zwar nicht standorttreu,  wandert aber ohne lästig zu werden durch die Beete. Schnecken mögen sie nicht.

Im nächsten Jahr werden die Stauden schon kräftiger sein und nur einige überwinterte Samen der Einjährigen werden blühen. Da wird der Garten wieder ganz anders aussehen. Dann kann ich neue Farbkombinationen ausprobieren oder wieder den Zufall walten lassen. Auf jeden Fall dürfen jetzt alle Farben der Farbpalette in meinen Garten. Vielleicht suche ich mir im Herbst zum ersten Mal Tulpen und Krokusse in orange und gelb aus.

 

4 Kommentare zu „Sommer in Orange – keine Angst vor Farben

  1. Hallo Gerd,
    ja, das Frühjahrsgelb ist vielen Menschen noch genehm. Osterglocken, Krokusse, Kaiserkronen werden gern gesehen. Aber dann erfolgt der Gelb-Orange-Bann. Erst im Herbst dürfen die Farben wieder ein wenig in die Beete. Die Natur malt sowieso die besten Kompositionen. Hier blüht gerade überall das gelbe und orange Habichtskraut.Blutweiderich, Wegwarte und Fingerhut bringen die rot- lila-blau Töne ins Spiel. Je nach dem ob es schattiger oder sonniger ist.

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    1. Ich habe mal gehört, dass es in der Natur keine sich beißenden Farben gibt. Finde ich richtig! Um dem Gelb im Frühjahr etwas entgegenzusetzen, bietet sich übrigens das Silberblatt (Lunaria) an. Es blüht auch im Schatten relativ früh in Lila und lockt viele Insekten an.

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      1. Hallo Gerd,
        das Silberblatt gefällt mir auch sehr. Ich versuche seit Jahren es in meinem Garten zu etablieren, leider ohne Erfolg. Jetzt hoffe ich das es ihm in meinem neuen Schrebergarten gefällt. Ich starte da einen neuen Versuch.

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  2. Hallo Annette, das ist unglaublich hübsch! Ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass in der unbeeinflussten Natur im Frühjahr die Farbe Gelb und im Hochsommer Lila dominiert? Nur die Natur wird wissen, warum sie das so macht …

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