Empfehlenswertes · Phytotherapie

Wachstücher selber machen

Frischhaltefolie ade! Sogar zum Einfrieren sind sie geeignet – selbstgemachte Bienenwachstücher wie zu Ur- Omas Zeiten.

Wer kennt das nicht im Alltag, dass die Folie griffbereit liegt und man schnell, gedankenlos danach greift, um ein Produkt abzudecken oder zu verpacken und diese später wegwirft? Eine gute Alternative sind aus alten, vielleicht auch hübsch bedruckten, Baumwollresten hergestellte Wachstücher. Ihre Herstellung ist einfach, umweltschonend und macht Spaß.

Eine bunte Auswahl von Baumwolltüchern

Nicht nur unsere Umwelt leidet unter der Plastikflut, auch für unsere Gesundheit stellt das Verpacken von Nahrungsmitteln in Folien eine Gefahr dar: Durch die Aufbewahrung in Kunststoff können schädliche Stoffe, wie Weichmacher oder andere UV-Stabilisatoren auf die Lebensmittel übergehen. Weichmacher sollen Krebs auslösen können, das Erbgut verändern und für Unfruchtbarkeit verantwortlich sein. Lichtschutzmittel können ins Blut übergehen. Die Folgen sind kaum bekannt.

Also wird es Zeit, etwas zu ändern:

Was brauchst du?

  • Baumwoll- oder Leinenreste
  • Bienenwachs vom heimischen Imker
  • Kokosfett (die Tücher werden geschmeidiger)
  • Backpinsel
  • Backpapier
  • Bügeleisen

So habe ich es gemacht:

Ein Baumwolltuch wird auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt. Circa 1 EL Bio-Bienenwachspellets und 1 TL geschmolzenes Kokosfett auf dem Tuch verteilen und bei 80 Grad schmelzen lassen. Das dauert ungefähr 10 Minuten. Anschließend das Fett mit einem Backpinsel gleichmäßig verteilen und das Tuch trocknen lassen. Trocknet es nicht gleichmäßig ab, kannst du es zwischen Backpapier heiß bügeln und das überschüssige Fett ein- bzw. ausbügeln.

Die Anwendung eines Wachstuchs ist sehr einfach. Bienenwachs wird ab 60 Grad flüssig, ab 30 – 40 Grad (Körpertemperatur) ist es schön geschmeidig und haftet gut. Also, anstatt Klebeband zu verwenden, mit den warmen Händen „verschweißen“.

Zum Verpacken von Fleisch ist es nicht geeignet. Sollte einmal aus Vergesslichkeit etwas im Wachstuch verschimmelt sein, ist davon abzuraten, es weiter zu benutzen. Üblicherweise wird ein Tuch mit kaltem oder lauwarmem Wasser abgewaschen. Ein mildes Spülmittel ist erlaubt, hartnäckige Flecken können ein wenig vorsichtig gerubbelt werden.

Zum Trocknen, das Tuch einfach aufhängen.

Ist es nach 1 Jahr (Mindesthaltbarkeit) nicht mehr nutzbar, dann kann es in Streifen geschnitten als Anzündhilfe dienen oder einfach wieder im Ofen neu gewachst werden.

Eine weitere Variante aus der Naturheilkunde ist die Nutzung der Wachstücher als sanfte Wickel oder Brustauflage, um sich durch die Wärme Linderung zu verschaffen. Bienenwachswickel sind ein traditionelles Hausmittel bei Husten, Erkältung und Verspannungen. Sie wirken auf natürliche Weise schleimlösend und reizlindernd.

Ein Wickel wird auf ein Tuch oder unbehandelte Schurwolle oder eine Schicht Heilwolle gelegt und sollte mit einem Wolltuch abgeschlossen werden. Das Bienenwachstuch kann vorher durch Fön, Heizung oder Wämeflasche leicht erwärmt werden, damit er sich besser auflegen lässt.

Achtung – keine warmen Brustwickel bei Fieber!

4 Kommentare zu „Wachstücher selber machen

    1. Hallo, freut mich, dass dir die Anleitung gefällt. Ich war damals richtig im Flow mit vielen bunten Stoffen. Faul sind wir doch nicht, oder? 😉 Ganz liebe Grüße, Birgit

      Liken

  1. Liebe Birthe,
    wenn du ein mildes Öko-Spülmittel nimmst und das Tuch nur unter lauwarmem Wasser abspülst, sollte es gehen. Auch beim vorsichtigen Schrubben des Flecks, darauf achten, dass noch ein Rest Wachs an der Stelle verbleibt. Klappt das nicht, weil die Verschmutzung zu stark ist, dann solltest du das Wachstuch tatsächlich gründlich mit heißem Wasser reinigen und wieder auffrischen, also neu machen. Ich putze es nicht jedes Mal mit Spülmittel ab, sondern spüle nur mit Wasser ab. Es kommt natürlich auf das Lebensmittel an, was ich verpackt habe.
    Ich hoffe, ich habe dir geholfen und wünsche dir einen schönen 3. Advent! Birgit

    Liken

  2. Hallo,
    prima, Deine Anleitung. Ich muss gestehen, ich habe vor einigen Wochen auf dem Markt Tücher gekauft, will sie aber demnächst auch einmal selber machen.
    Ich habe gemerkt, dass z.B. Käseblöcke wesentlich länger in diesen Wachstüchern frisch bleiben als in Glasbehälter o.ä. Allerdings: Was mache ich, wenn der Käseblock dann irgendwann doch leicht „gegammelt“ bzw. geschimmelt ist – muss ich das Tuch dann wegwerfen … ?
    Noch eine Frage: Wenn ich das Tuch mit Spülmittel abwische, wische ich dann nicht jedesmal auch etwas von der Wachsschicht ab… ?

    Herzliche Grüße,
    Birthe

    Gefällt 1 Person

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