Kräuterwissen · Leckereien

Genießen in Pink – Gelee aus Drüsigem Springkraut

Bauernorchidee wird diese prächtige Pflanze auch genannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam die urspünglich in Ostindien beheimatete Pflanze als Gartenzierpflanze nach England und verbreitete sich von dort über ganz Mitteleuropa aus. Ein Neubürger also, ein Neophyt, der recht invasiv an Ufern und Auwäldern zu finden ist. Dort sind die Bestände teilweise so groß, dass die heimische Vegetation verdrängt wird.

Bei genauerer Betrachtung – ohne Vorurteile – überzeugt ihre Schönheit, ihre Beliebtheit bei Insekten und ihre Nutzungsvielfalt. Bei mir wächst die Pflanze im Garten und ich erfreue mich sehr an ihrem Anblick. Sicherlich muss sie, wie viele andere Pflanzen auch, im Auge behalten werden.

Aufgeplatzte Samenkapseln

Bei der geringsten Berührung der reifen Samenkapseln rollen sich die Fruchtklappen der (Spring-!!!) Kräuter plötzlich sprialförmig auf und schleudern die Samen bis zu 30 Metern weit hinaus. Das können viele Hunderte pro Pflanze sein. Das trägt zu der rasanten Ausbreitung des Springkrauts bei. Da die Samen schwimmfähig sind, sieht man ausgedehnte Bestände entlang von Bächen und Flüssen.

Bienen, Wespen, Hummeln und die Larven des mittleren Weinschwärmers lieben die stark duftenden Blüten.

Das Drüsige Springkraut findet auch in der Küche Verwendung. Aus den Blüten des Krauts lässt sich ein köstliches Gelee zubereiten oder sie dienen als Dekoration auf Salaten oder Desserts. Ganz fantastisch, vergleichbar mit Walnüssen, schmecken die Samen. Zwischen August bis Oktober lassen sie sich ernten. Am besten stülpt man eine Papiertüte über die reifen Samenstände und lässt sie dort hineinspringen. Pestos, Salate, Bratlinge, Müslis oder Aufläufe lassen sich damit verfeinern. Angeröstet in einer Pfanne ohne Öl intensiviert sich der Geschmack.

Rezept zum Gelee

Zutaten:

  • 100 g Blüten
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Gelierzucker 1 : 1
  • 1 Tüte Zitronensäure
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Handvoll Kräuter ( Zitronenkräuter wie z.B. Verbene, Melisse, Quendel, Zitronengräser, Zitronenthymian…)
  • 1/2 Vanillestange
  • 1 Prise ger. Tonkabohne (optional)
  • 1 – 2 Nelken
  • 1 Anisstern
Ansatz für die Nacht.

Zubereitung:

Die Blüten werden mit den Gewürzen, der in Scheiben geschnittenen Zitrone und der Säure in eine Schüssel gegeben und zugedeckt über Nacht stehengelassen.

Am nächsten Tag wird der rosafarbene Saft abgeseiht und mit dem Gelierzucker einige Minuten aufgekocht.

Funktioniert die Gelierprobe nicht, wie bei mir, dann lässt sich durch Agar-Agar, pflanzliches Geliermittel, die gewünschte Festigkeit herstellen.

Nun wird das Gelee in desinfizierte Gläser gefüllt und kühl gestellt.

Ein sehenswerter Brotaufstrich

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