Schreiberei · Tierisches

Rassegeflügelzuchtverein: eine Liebeserklärung an das Federvieh

 

Rassegeflügelzuchtvereine beschäftigen sich mit Hahn und Huhn. Punkt. Noch vor ein paar Jahren konnte ich mir unter der Arbeit eines Rassegeflügelzuchtvereins nicht viel vorstellen. In meiner Fantasie sah ich ein paar alte Männer in grünen Hosen, karierten Hemden und Gummihosenträgern über Hühnereiern brüten. Dies in alten Dorfkneipen, verstaubt, langweilig und vom Aussterben bedroht. Die Plakate, die jedes Jahr im November an unserem Lotto-Laden die Ausstellung von Rassehühnern und Tauben verkündeten, bestätigten meine Theorie. Laaaangweilig!? Dann regte sich vor ein paar Jahren ein erster Wunsch nach Hühnern in mir. Ich, die leidenschaftliche Hobbygärtnerin mit der unbändigen Lust auf ein intaktes Landleben, beschäftigte mich mit der Hühnerhaltung. Ich kaufte mir Bücher über Rassen, deren Besonderheiten und Eigenschaften, arbeitete mich in die Beschaffenheit und Ausstattung eines Hühnerstalls ein, in Raumklima und Legeplätzen. Und beschäftigte mich mit möglichen Krankheiten von Aspergillose bis Wurmbefall. Nachdem ich alles durchgelesen hatte, wollte ich die Hühner erst recht. Schöne, große, dicke Hühner. Ruhig, gesund, zutraulich, flugfaul, legefleißig und lecker. Hybriden bitte nicht. Das ließ meine Öko-Seele nicht zu. Ein Rassehuhn also. Vielleicht eins, was bereits auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierrassen steht. Ich, die blutige Anfängerin, begab mich also auf die Suche nach bestimmten Rassen und stellte fest, dass diese gar nicht so leicht zu finden sind. Ich googelte mich im Netz durch die Geflügellandschaft, ohne befriedigenden Erfolg. Und dann kam ich an unserem Lotto-Laden vorbei, in dessen Fenster ein Plakat mit dem Hinweis auf eine Hühnerschau der örtlichen Jugend hing. So kam ich erstmals in Kontakt mit dem hiesigen Rassegeflügelzuchtverein und stellte fest, dass dieser sich aus ausgesprochen hilfsbereiten, bodenständigen, aufgeschlossenen, freundlichen und humorvollen Menschen aller Altersgruppen zusammensetzt. Der prozentuale Anteil von grünen Hosen, karierten Hemden und Gummihosenträgern war relativ unbedeutend aber herzerfrischend. Seit 2011 bin ich Mitglied und bereue es nicht. Unser sehr aktiver Verein hat in den vergangenen Jahren ein zunehmendes Interesse und steigende Mitgliederzahlen erfahren, was auf die Aufgeschlossenheit der Vereinsmitglieder allem Neuen gegenüber zurückzuführen ist und so das Überleben des Vereins sichert. Ob Zucht mit vielen Tieren oder kleine Hobbyhaltung, jeder Mann und jede Frau ist willkommen. Natürlich auch das Federvieh!

Aufgaben eines Rassegeflügelzuchtvereins

Geflügelzuchtvereine haben sich den Erhalt der Rassen in all ihrer Vielfalt zur Aufgabe gemacht. In einigen Vereinen liegt die Priorität in der Nachzucht vom Aussterben bedrohter Rassen. Ein weiterer Punkt liegt in der Organisation von Zuchtschauen und Ausstellungen. Dadurch wird den Züchtern die Möglichkeit gegeben, ihre Tiere zu präsentieren, außerdem haben Besucher die Möglichkeit, die Vielfalt und Schönheit der verschiedensten Rassen kennenzulernen. Durch regelmäßige Treffen wird gegenseitiger Rat, der Austausch, die Weitergabe von Gesetzmäßigkeiten, die Unterstützung und Freude an diesem Hobby gewährleistet. Nicht zu vergessen, dass alte Traditionen gepflegt und Kulturgüter erhalten werden. Kinder und Jugendliche lernen und erleben den Umgang mit Tieren, deren Verhaltensweisen und Bedürfnisse. Der Bezug zur Natur, die Achtung eines Lebewesens, das Wissen und der Umgang mit unserer Nahrung, sind dabei wichtige Faktoren.

Wer sich für das liebe Federvieh interessiert, findet hier nähere Informationen:

http://www.bdrg.de, mit Angaben zu zahlreichen Landesverbänden und Vereinen wie z.B.:

http://www.rgzv-schwelm.com

Literaturhinweise:

„Hühner halten“, Beate und Leopold Peitz, Ulmer Verlag 2005

„Hühner halten – artgerecht und natürlich“, Katrin J. Schiffer, Carola Hotze, Kosmos 2013

„Hühnerställe bauen“, Wilhelm Bauer, Ulmer Verlag, 2013

3 Kommentare zu „Rassegeflügelzuchtverein: eine Liebeserklärung an das Federvieh

  1. Liebe Carmen,
    Ein sehr informativer und trotzdem kurzweiliger Blogpost, ich habe an einigen Stellen herzhaft gelacht und meine Vorurteile bestätigt gefunden. Wie gut, dass es nicht so ist!!!
    Wie schön, dass jemand meine Euphorie in Bezug auf Hühner versteht und teilt!
    Liebe Grüße von Huhn zu Huhn
    Deine Elke

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