Kräuterwissen

Warum ist es so wichtig, Wildpflanzen in unseren Alltag zu (re)integrieren?

Was nährt und stärkt uns wirklich? Essbare Wildpflanzen waren am Anfang der Menschheitsgeschichte unsere Nahrungs- und Heilmittel. Leider ist das heutzutage für viele eher befremdlich. Ich möchte euch zeigen, welchen Gewinn diese Pflanzen uns im Alltag geben, wie sie unser Immunsystem bedeutend unterstützen.

Dabei stärken die „Wilden“ von innen heraus und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Sie verbinden uns auch auf einer spirituellen und psychologischen Ebene mit der Natur, was ein neues Lebensgefühl, eine neue Stabilität verleiht. Das ist eine ganz andere Ausgangsbasis, um den Anforderungen im Alltag, die durchaus gewachsen sind, entgegenzuwirken. Man steht nicht getrennt von der Natur – geschwächt – den Dingen gegenüber. Der Abstand zwischen Natur und Mensch wird kleiner, man erhält ein innerliches Fundament, eine gewisse Gelassenheit, die aus der Verbindung mit der Natur und der Stärkung unseres Körpers erwächst.

Mit der industriellen und digitalen Revolution rückte die Natur immer weiter ins Abseits. Nun, da wir es auf die Spitze getrieben haben, merken wir, dass etwas fehlt. Manche erahnen es nur, wissen nicht, was fehlt und somit ist es extrem wichtig darauf hinzuweisen, was uns wirklich wieder erdet. Inzwischen spüren wir, dass durch die Pandemie alle Bereiche unseres Lebens erfasst werden und alles neu überdacht werden muss. Wir sind nun an dem Punkt, wo wir nicht in der Angst versinken, sondern unsere Energie auf die Lösungen der Probleme fokussieren sollten. Ein Teil der Lösung ist eine gesunde Ernährung. Immunschutz kann man essen! Momentan sieht die Landschaft draußen so aus, wie wir essen (Monokultur).

Das Kräuterwissen ist uralt und wurde immer weiter überliefert. Trotz vieler Einbußen, beispielsweise im Mittelalter durch Hexenverbrennungen, wurde doch glücklicherweise ein großer Teil von einigen Kundigen für die Nachwelt festgehalten. Nun muss das Wissen quasi neu verpackt werden, damit es gelebt werden kann. Wir müssen gar nicht so viel ackern, düngen, roden…, im Gegenteil, lassen wir den Geschenken aus der Natur die Chance gedeihen zu dürfen.

Unser Körper ist ein Hochleistungsapparat, der durch vitalstoffreiche Nahrung auf Vordermann gebracht werden kann. Überraschende Hilfestellungen aus der Natur, über unseren engen Verbündeten, unseren Darm. Wenn die Darmbewohner gut behandelt werden, funktioniert ein Rundumschutz.

Warum sollen wir das Wilde in unseren Körper lassen?

Wilde Pflanzen sind in einer Qualitätskategorie, die eine eigene Klasse besitzen. Es gibt bio, nicht bio, noch schlimmer sind industriell hergestellte Fertiggerichte, die nach wenigen Minuten Erhitzung essbereit sind. Wild ist definitiv beträchtliche Stufen über diesen Kategorien. Es gibt kein kommerzielles Interesse, niemand hat daran herumgezüchtet, gedüngt, den Boden vorbereitet. Es hat sich niemand darum gekümmert. Die Pflanze wächst an dem Platz, wo es ihr passt und schafft es durch eigene Abwehrmittel sich gegen Schädlinge, Krankheiten oder Sonnenlicht zu schützen.

Sie ist gesund. Ihre Abwehrmechanismen sind Farbstoffe (gegen Sonnenbrand), ätherische Öle (Abwehr von Fraßfeinden, Anlocken von Bestäubern), Antioxidantien und Vitamin C (zum Fangen freier Radikale) u.v.m. So funktioniert die Pflanze, sie schützt sich selber. Aber indem wir kapieren, was sie da für fantastische Strategien entwickelt, können wir das für uns nutzen, um uns gesund zu halten.

Wildpflanzen stehen uns unverpackt zur Verfügung, wir wandern durch die Natur, besinnen uns auf uns, sammeln in der einzigartigen Kulisse: Sonne, Vogelgezwitscher, Wind, das Plätschern eines Baches, das Knacken des Holzes, Sauerstoff…Das sind noch etliche Geschenke obendrein. Es wird das gesammelt, was JETZT bereit ist. Es gibt keine Transportwege oder Mittelchen zum Haltbarmachen in der Natur. Man geht von einem Galadinner zum nächsten. Bis auf einige wenige Kräuter, wie die Brennnessel oder der Löwenzahn, die permanent zu ernten sind, gibt es viele, die nur ein gewisses Zeitfenster haben. Und dann, nur dann können wir sie genießen. Es ist ein stetiger Wechsel von Aromen durch das Jahr. Das ist ein bemerkenswertes Training für unser Leben. Das Leben im Fluss mit den Jahreszeiten, indem wir voller Vorfreude auf etwas Neues warten, es dann auch wieder abgeben müssen. Das hält uns lebendig. Das ist nicht vergleichbar mit Gemüse und Früchten, die außerhalb der Saison fast permanent zur Verfügung stehen und durch zum Teil Geschmacklosigkeit glänzen. Nahrungsmittel, die sich auch nach Wochen nicht verändern, geben mir zu denken.

Es kann passieren, dass unser Körper mit der Verarbeitung industrieller Fertigprodukte mehr Energie aufwenden muss, als wir erhalten. Es muss verdaut, sortiert, an die richtigen Zellen geschickt oder einfach gelagert oder ausgeschieden werden. Sicherlich gibt es viele Produkte, die uns angeblich glücklich machen. Unsere Ernährung ist in den letzten Jahren stark zuckerlastig geworden, es schmeckt halt besser als Bitterstoffe. Da sendet das gestörte Mikrobiom im Darm fehlerhafte Signale an das Gehirn, weil es die falschen Bakterien füttern muss: „Kauf es wieder, ich brauche es, iss es erneut.“ Das ist der Industrie bekannt und damit werden wir betrogen. Aber ein liebevoller Umgang mit uns selbst bedeutet, dem Körper gute, möglichst naturbelassene Nahrungsmittel zu geben.

Im Umkehrschluss heißt das, dass Interessierte, die in das Thema Wildkräuter einsteigen wollen, Rezepte zur Verfügung haben müssen, die gut schmecken und leicht zuzubereiten sind, damit sie alltagstauglich sind. Die weiteren Zutaten sollten auch gesund sein, also kein Süßen mit Industriezucker oder Braten mit gesättigten Fettsäuren.

Ein schrittweises Eintreten in den neuen Ernährungsplan macht Sinn, denn die Leber, Galle und der Darm wären mit großen Mengen überfordert. Der Stoffwechsel wäre überlastet, was auch zu Kopfschmerzen führen kann. Das beweist nun wieder, wie mächtig die Inhaltsstoffe der Pflanzen sind. Ein Körper ohne grüne Vorerfahrungen, z.B. mit Bitterstoffen, muss ganz langsam dahin geführt werden. Wichtig ist nur, dass man diesen Weg dann auch klar weiterverfolgen sollte, um das Milieu im Darm schrittweise zu ändern, damit ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis erreicht wird. Es reichen schon einige wenige Wildkräuter täglich. Sie lassen sich wie auch andere Kulturkräuter ganz leicht in Gerichte einfügen. Je nach Lust und Laune lässt sich das steigern.

Wichtig ist allerdings, dass man sich auskennen muss. Es gibt sicherlich Pflanzen, die jeder kennt, wie die Brennnessel, den Löwenzahn oder den Giersch. Auch die reichen für den Anfang durchaus. Möchte man intensiver in das Thema einsteigen, rate ich dazu, eine Kräuterwanderung mitzumachen und sich ein gutes Bestimmungsbuch zu kaufen.

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