Leckereien · Schreiberei

Die Zuckerrübe

Dies ist kein Foto von einem Alien, es ist eine Zuckerrübe. Bis jetzt hatte ich mir keine großen Gedanken über die Süßungsmittel gemacht, die ich täglich benutze. Aber warum und wie entsteht aus einer Ackerfrucht Zucker?

Das älteste Süßungsmittel ist wohl der Honig. Er war jedoch nie in großen Mengen verfügbar und deshalb sehr teuer.

Im 5. Jahrhundert vor Christus begann man im ostasiatischen Raum ein Süßgras anzubauen, das Zuckerrohr. Durch die Handelsbeziehungen gelangte Zucker aus Zuckerrohr langsam in den Orient und Richtung Europa. Die Kreuzfahrer brachten den Rohrzucker dann nach den Kreuzzügen mit nach Hause. Zuckerrohr gedeiht nur in tropischen bis subtropischen Gebieten und musste teuer importiert werden.

Nach der Entdeckung Amerikas entstanden dort große Plantagen und durch die Verschleppung von Sklaven wurde durch diese Ausbeutung eine große Zuckerindustrie aufgebaut.

Zucker war nun in größeren Mengen verfügbar, aber immer noch ein Luxusprodukt.

1747 wies der Chemiker Sigismund Margraf nach, das in Runkelrüben ein geringer Zuckergehalt vorhanden ist. Ab da wurde der Zuckergehalt in der Rübe durch Auslese und Züchtung gesteigert.

1801 entwickelte der Chemiker Franz Carl Achard ein Verfahren um die Zuckerrübe zu verarbeiten. Es entstanden die ersten Zuckerfabriken in Schlesien.

1807 bis 1813 verteuerte sich durch die Kontinentalsperre der Import von Rohrzucker aus Südamerika. Daraufhin setzte man auf den Zucker aus der Zuckerrübe und entwickelte die Frucht sowie die Verarbeitung weiter.

Und wie kommt jetzt der Zucker aus der Rübe?

Ich habe es einmal versucht, und eine Zuckerrübe verarbeitet.

Die Zuckerrübe ist etwa so groß wie ein Fußball. Das Fruchtfleisch ist weiß und hat die Konsistenz einer Kohlrabi, schmeckt aber sehr süß.

Ich habe die Rübe erst einmal geschält und klein geschnitten. Dann habe ich die Schnitzel in einen großen Topf gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Das Ganze durfte dann sicher eine Stunde kochen, bis die Rübenschnitzel gar waren.

Nun habe ich das Kochwasser abgesiebt und langsam weiter köcheln lassen bis das meiste Wasser verdunstet war. Das dauert einige Stunden. Die Flüssigkeit wird dabei immer dunkler und sirupartig. Als der Sirup schon recht dickflüssig war, habe ich ihn in ein Marmeladenglas abgefüllt. Aus einer Zuckerrübe sind ca. 250 g Sirup geworden, er schmeckt sehr malzig.

Da mir die Instrumente der Industrie fehlen, habe ich keinen Kristallzucker produziert, sondern so etwas wie Rübenkraut.

4 Kommentare zu „Die Zuckerrübe

  1. Zuckerrüben sind eine spannende Frucht. Wir haben in diesem Jahr 5 ha davon angebaut, nun sind sie geerntet. Zunächst einmal werden sie am Feldrand gelagert, bevor sie dann demnächst in die Zuckerfabrik transportiert werden. Die Rüben enthalten etwa 16 – 19 % Zucker, der in der Zuckerfabrik daraus gewonnen wird.
    Wusstet Ihr, dass ein Hektar Zuckerrüben während des Wachstums 35 Tonnen CO2 binden? Dazu sind sie ein großartiger Sauerstofflieferant.
    Lieben Gruß, Conny

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