Gartenkinder · Gärtnern

Gärtnern mit Kindern

Gärtnern mit Kindern macht großen Spaß. Warum nicht mal zum Zeitvertreib mit den Kindern im Balkonkasten oder Blumenkübel Radieschen säen? Die Kinder können beim Gärtnern eine Menge über sich und die Natur lernen: ihre Neugier wird geweckt, sie übernehmen Verantwortung und sie empfinden sich selbst als Teil der Natur. Sie üben sich in Geduld und erfahren viel über das Wachstum von Pflanzen und lernen dabei ganz nebenbei, dass das Gemüse und Obst nicht im Supermarkt wachsen. Mit Kindern zu Gärtnern macht unglaublich viel Freude.  Ich konnte vor einigen Jahren das LandFrauen Projekt „Gartenkinder“ begleiten. In diesem Projekt habe ich in Kindergärten Kinder und Erzieher beim Gärtnern begleitet. Was mich dieses Projekt gelehrt hat ist, das Gärtnern fast überall möglich ist. Es reicht schon ein kleines Beet, ein Balkonkasten oder ein Pflanztopf, um Gemüse oder Blumen selbst anzubauen. Nicht nur die Kinder auch die Erzieher waren mit Feuereifer dabei.

Zu einem dieser Kindergärten ist der Kontakt nicht abgebrochen und ich habe mitverfolgt, wie nachhaltig das Projekt, das es leider nicht mehr gibt, bis heute dort gelebt wird. In diesem Frühjar werden dort mit den Eltern zusammen neue Hochbeete gebaut. Als mir Ende vergangenen Jahres der Wachsende Kalender zur Rezension angeboten wurde, habe ich ihn dem Kindergarten angeboten. Der Wachsende Kalender ist ein nachhaltiger Wandkalender, den man einpflanzen kann. Jeder Monat beschreibt eine andere Blumen- oder Gemüsesorte, deren Samen in das Kalenderblatt eingearbeitet sind. Am Ende eines Monats reißt man das Kalenderblatt heraus und pflanzt es ein. Die Aussaat von verschieden Gemüsen, Kräutern und Salaten ist sehr anschaulich beschrieben und wird zudem noch von einer monatlichen Pflanzenpost begleitet, wenn man möchte. Dieser Newsletter beschreibt genau, wie man bei der Anzucht und Pflege der Pflanzen vorgehen kann und ergänzt die Empfehlungen auch noch mit Rezepten, wenn man dann geerntet hat.

Zurzeit sind alle Kinder zu Hause bei ihren Familien und es ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Eltern sie zu beschäftigen, warum also nicht mal ein kleines Gärtner-Projekt starten. Alles was ihr für den Anfang braucht ist ein Balkonkasten, Pflanzen- oder Gemüseerde, Radieschen Saatgut und eine Gießkanne. Eine sehr ausführliche Anleitung, die keine Fragen offenlässt, hat mir das Team vom Wachsenden Kalender zur Verfügung gestellt. Los geht’s…

Säen

Die Radieschen fühlen sich sehr wohl in einem Blumenkübel oder Balkonkasten, du kannst sie aber auch direkt in ein Beet aussäest. Die kleinen Pflanzen brauchen zum Glück nicht viel Platz. Gut geeignet zum Anbau von Radieschen ist einfache Gemüseerde aus dem Baumarkt. Diese ist wasserdurchlässig und mit Nährstoffen angereichert. Falls du keine frische Erde verwendest, solltest du etwas Kompost verteilen, denn bei zu wenigen Nährstoffen werden die Knollen nicht schön prall. Der Kompost muss nur oberflächlich in die Erde gemischt werden, denn Radieschen sind Flachwurzler und ziehen ihre Nährstoffe aus den obersten Schichten. Achtung: Stallmist schadet den kleinen Knollen und färbt sie schwarz. Die Radieschen brauchen Platz zum Wachsen – acht Zentimeter Abstand sollten es beim Aussäen schon sein. Auch in deinem Balkonkasten oder Blumenkübel sollte jeder Samen so viel Platz haben. Wachsen sie zu dicht beieinander, bilden sich nur die Blätter aus und die Knollen bleiben klein. Falls dein Gemüsebeet recht klein ist, können Radieschen auch als Lückenfüller zwischen anderem Gemüse wachsen. Achte dabei aber auch unbedingt auf den Mindestabstand! Die Samen müssen circa einen Zentimeter mit Erde bedeckt werden. Diese sollte nur leicht angedrückt und angegossen werden. Radieschen mögen Licht und sollten möglichst viel der Frühjahrssonne abbekommen. Drei bis vier Stunden am Tag wären gut. Die knallige Sommersonne mögen sie ohnehin nicht so gern. Die Radieschen kannst du draußen anpflanzen, es sollte dort aber etwa 6 bis 20 Grad haben, damit die Samen keimen. Nach sechs bis zehn Tagen werden die Samen keimen und du wirst das erste zarte Grün aus der Erde spitzen sehen.

Der Standort

Radieschen eignen sich gut zum Anbau in Mischkulturen, bei denen sich die verschiedenen Pflanzen gegenseitig beim Wachstum unterstützen. Wenn du Kerbel zwischen die Reihen pflanzt, verbessert das den Geschmack und den Ertrag der Radieschen. Ideale Nachbarn sind dabei: Bohne, Erbse, Karotte, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Spinat. Vermeide als Beetnachbarn hingegen Brokkoli, Chinakohl, Erdbeere, Gurke, Rucola, Senf. Mit den falschen Partnern gedeihen deine Pflanzen nicht so prächtig, weil dann nicht genügend Nährstoffe für alle bleiben. Wenn du nächstes Jahr wieder Radieschen anbauen willst, musst du beachten, dass du Radieschen nicht wieder im gleichen Beet anpflanzen solltest. Vier Jahre braucht der Boden, um sich zu erholen. Auch Rettich und Kohl solltest du nicht nach den Radieschen anbauen.

Sich kümmern:

Es ist sehr wichtig, dass du die jungen Pflanzen regelmäßig gießt. Ist die Erde zu trocken, verändert sich der Geschmack, die Schärfe und die Konsistenz der Knollen. Dabei musst du nicht viel und häufig gießen, der Boden darf nur nicht austrocknen. Bei gemäßigten Temperaturen reicht in der Regel einmal wöchentlich. Achte aber darauf, dass die Erde immer gleichmäßig feucht ist. So werden die Radieschen nicht pelzig und wachsen schnell. Die Radieschen sind zwar gegenüber Krankheiten recht resistent, allerdings gibt es zahlreiche Schädlinge, die sie lieben. Diese können große Schäden hinterlassen. Gegen Erdflöhe und Rettichfliegen hilft das Auflegen von Vlies. Außerdem ist es hilfreich, den Boden regelmäßig zu lockern und Unkraut zu entfernen. Blattläuse vermehren sich leider extrem schnell. Bei großen Pflanzen kann man sie einfach mit einem Wasserstrahl abspülen. Bei zarten Pflänzchen haben sich Mittel auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis bewährt. Kaliseife bekommt man in jeder Drogerie. Einfach etwa 250 Gramm in zehn Liter heißem Wasser auflösen und nach dem Abkühlen auf die Blattläuse spritzen. Das Rapsöl mischt man im Verhältnis 70:30 mit Wasser und einigen Tropfen Spülmittel.

Ernten

Ab Mai sind die Radieschen erntereif. Warte nicht zu lange mit der Ernte, sonst werden die Knollen holzig. Der Geschmack lässt nach und spätestens, wenn die Pflanzen blühen, werden sie ungenießbar. Ein trockener Boden begünstigt die Blüte, vergiss also das Gießen nicht! Erntereife Radiechen erkennst du daran, dass sie schön knackig sind und einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimeter haben. Packe die Pflanze am besten unter den Blättern und ziehe sie vorsichtig aus der Erde. Beginne dabei mit den größten Knollen, die kleinen kannst du noch ein paar Tage in der Erde lassen, damit sie weiterwachsen. Auf Vorrat ernten ist keine gute Idee, die Radieschen bleiben nur wenige Tage frisch. Die Knollen wäscht man erst vor dem Verzehr. Klopfe zunächst einfach etwas die Erde ab. Die Blätter musst du nicht wegwerfen, aus ihnen kannst du beispielsweise Pesto machen oder sie in einen frischen Salat geben. Wenn du die Radieschen am Nachmittag erntest, haben sie den höchsten Vitaminwert, da dann ihr Nitratgehalt am niedrigsten ist.

Genießen

Nach der Ernte sind Radieschen leider nur wenige Tage haltbar. Am besten wickelst du sie in ein feuchtes Tuch und legst sie in den Kühlschrank. So bleiben sie etwa drei Tage frisch. Falls deine Radieschen nicht mehr ganz so knackig aussehen, lege sie kurz in kaltes Wasser. Die Blätter und Wurzeln solltest du zuvor mit einem scharfen Messer entfernen: Die entziehen der Knolle nur unnötig Wasser und lassen sie schrumpeln. Sie schmecken prima als Rohkost zum Knabbern mit einem frischen Dip. Ihr volles Aroma entfalten sie auf einem einfachen Butterbrot. Auch gedünstet sind sie sehr lecker. Die Blätter können in einem Salat gegessen oder wie Spinat zubereitet werden. Radieschen sind sehr gesund: Sie enthalten Vitamin C, Kalium, Eisen und antibakteriell wirkende Senföle. Deshalb sollten sie möglichst roh gegessen werden.

Nicht verzweifeln

Samen sind Naturprodukte. Und die Natur hat ihren eigenen Kopf. Wieso wächst nicht in jedem schattigen Waldstück Bärlauch? Wieso nicht an jedem Berghang Enzian? Weil die Natur es nicht so will. Solange wir keine hochgezüchteten Samen aus dem Labor, keinen chemischen Dünger, keine UV-Lampen und keine automatische Bewässerung verwenden, gibt es keine Garantie auf Erfolg. Selbst wenn du alles richtig machst, kann es sein, dass deine Samen manchmal nicht aufgehen oder irgendwann verkümmern. Das passiert selbst professionellen Gärtnern. Es kann aber auch passieren, dass die Pflanzen super wachsen – sogar, wenn du alles anders machst, als es dir irgendeine Anleitung vorschreibt. Also lass den Kopf nicht hängen. Auch du kommst früher oder später in den Genuss von deinem eigenen Gemüse.


Für mehr Transparenz, der Wachsende Kalender wurde uns kostenlos, als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung für ihn, weil er mich begeistert.

Viel Freude und viel Erfolg beim Gärtnern mit Kindern wünscht Euch Conny.

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