Gärtnern · Tierisches

Imkern mit wechselnden Wetterlagen

Dass Gärtner immer über das Wetter stöhnen, ist ja bekannt. Haben wir gesät, möchten wir etwas Regen. Aber nur ganz leichten, damit die Saat zwar keimt, aber nicht fortgespült wird. Hängen die ersten Beerenfrüchte, Erdbeeren oder Tomaten am Strauch, hätten wir es gern sonnig, damit die Früchte Aroma bekommen. Aber bitte keine wochenlange Saharasonne, sonst muss der Gärtner das Obst gegen das Verdursten gießen. Das ist anstrengend und in diesen Zeiten wird Wasser knapp.

Ähnlich geht es den Imkern. Wir wünschen uns auch das „richtige“ Wetter zur rechten Zeit.

Im Winter sind wir froh, wenn die Temperaturen nicht im Januar /Februar plötzlich über längere Zeit steigen. Denn zu dieser Zeit sollen die Bienen schön ruhig in ihrer Wintertraube sitzen und sich von den Vorräten ernähren. Draußen blüht ja noch so gut wie nichts.  Steigt die Temperatur, fängt die Königin in Erwartung des nahen Frühlings an Eier zu legen. Die Versorgung und Ernährung des Nachwuchses verbraucht mehr Futter. Die Entwicklungszeit vom Stift (Bienenei) zur fertigen Biene dauert 21 Tage. Bis eine Biene den Stock zum Sammeln verlässt, dauert es noch einmal ca. 3 Wochen. Kommt dann wieder eine Kälteperiode, werden die Vorräte bis zum tatsächlichen Blühbeginn knapp. Die Imker haben das im Blick und füttern in solchen Fällen nach.

Dieses Jahr ging es in NRW am 15.02.19 in der Mittagszeit bis auf 20 ° hoch. Am 25.2., 26.2., 27.2. sogar bis auf 22 C°.

Der März begann etwas kühler. Erst am 22.03. ging es bis auf 24 C°.

Das erste größere Futterangebot im Jahr ist die Blüte der Salweide. Die Blüte begann dieses Jahr je nach Standort und Lage ab dem 17.2.19.

Als die ersten Nachwuchsbienen also aus ihrer Wabe schlüpften, war die Salweidenblüte schon wieder vorbei und es war kühler.

Der Start ins Frühjahr beginnt für die Imker mit dem Beginn der Kirschblüte und kurz darauf mit  der Apfelblüte. Mit dem Nektar dieser Blüten füllen die Bienen die Waben für die Frühjahrstracht.

Dieses Jahr begann die Kirschblüte um den 20.3., und kurz darauf, am 30.3. die Apfelblüte. Die Temperaturen waren im April wieder recht hoch, bis zu 26. C° am 17. bis zum 24.4.19. Regentage gab es im März 19, im April 11, und im Mai 20. Das schränkt die Flugzeit der Bienen ein.

Im Mai wurde es stellenweise wieder so kalt, dass die Königin die Eiablage einstellte und die Arbeiterinnen nicht sammeln konnten. In dieser Zeit versorgte sich das Volk mit dem bereits eingelagerten Honig aus Kirsch- und Apfelblüte. Damit wurde die Frühtracht aufgezehrt und der Imker ging leer aus. Nichtsdestotrotz wuchs das Bienenvolk, und der Imker hatte alle Hände voll zu tun um die Schwarmstimmung zu vermeiden. Aber sobald gegen Ende Mai das Wetter besser wurde, vermeldeten viele Imker zahlreiche Schwärme. Diese mussten nach Möglichkeit eingefangen werden. Das im Stock verbleibende Restvolk  braucht dann ca. 30 Tage, um wieder die alte Arbeiterinnenzahl zu bekommen. Das passte gerade so, um mit genügend Personal die Lindenblüte einzutragen. Die Wildbienen sind diesen Wetterumschwüngen auch ausgeliefert. Sie schlüpfen, wenn ihre bevorzugte Nahrung/Blüte normalerweise blüht. Passt das Wetter zu dieser Zeit nicht, verhungern sie oder schaffen es nicht für die nächste Generation vorzusorgen. Jede Wildbienenart hat ja nur einen kurzen Lebenszyklus.Vorgestern habe ich geschleudert. Meine drei Wirtschaftsvölker haben mir eine schöne Zahl an Sommerhonig gebracht, nachdem die Frühjahrstracht ja verbraucht wurde. Ich bin froh und dankbar, die Völker durch diese Wetterkapriolen bekommen zu haben. Jetzt bereite ich mich mit ihnen langsam auf den Herbst und kommenden Winter vor. Es ist auch da noch einiges zu tun.

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