Kräuterwissen

Frühjahrsmüdigkeit ade – Einsatztrupp Vitamine und Mineralstoffe

Die ersten wilden Kräuter mit ihren geballten Kräften bahnen sich ihren Weg ans Licht. Mit ihrem zarten Grün und ihren wertvollen Inhaltsstoffen sind sie jetzt besonders köstlich. Sie helfen uns, die Stoffwechselumstellung besser durchzustehen. Erdig, leicht bitter, senfig, würzig, pfeffrig-scharf, pilzartig, nussig oder säuerlich, so treffen sie auf unsere Geschmacksknospen und machen (neu)gierig auf mehr.

Das Abenteuer Wildkräuter fängt direkt vor der Haustür an. In den Fugen tummelt sich erster Löwenzahn. Der Bärlauch * Samen wurde von den Ameisen verschleppt und überall ohne Konzept angesiedelt. Vorsicht vor Verwechslern wie Maiglöckchen oder Aronstab! Die aus China stammende Freundin meines Sohnes betitelte das aromatische Kraut als „Lauchbärchen“. Der Name gefällt mir viel besser.

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Löwenzahn

Aus dem leicht moosigen Rasen schauen die ersten feldsalatähnlichen Rosetten der Gänseblümchen – mit Blüte. Und was bei mir spontan Glückshormone freisetzt, sind die hellgrünen, zarten, noch glänzenden dreigeteilten, köstlichen Blättchen des Giersch * (Gott sei Dank auf des Nachbarn (!) Wiese).

Den Wiesenbärenklau habe ich im letzten Jahr am Wegesrand abgestochen und bei mir angesiedelt. Um so größer ist die Freude, dass er neue, delikate Blätter entwickelt. Ganz gespannt bin ich auf die Knospen mit ihrem möhrenartigen Geschmack, die in Butter geschwenkt etwas ganz Besonderes sind.

Die Schafgarbe mit ihren Fiederblättern (Millefolium-Tausendblatt) vertreibt schon eifrig den Teufel. Dieser, von seiner Zählleidenschaft geplagt, kann das „Millefolium“ nicht ignorieren, verzählt sich ständig und gibt schließlich auf. Auch die Knoblauchsrauke * hat im letzten Jahr reichlich Samen verstreut und erfreut mich bereits mit ihrem würzigen Aroma.

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Wurzeln der Nachtkerze

An vielen Stellen hat sich die Nachtkerze ausgesät, deren Grundrosetten mitsamt ihrer Wurzel bis Ende April gesammelt werden können. Die rübenförmigen Pfahlwurzeln, gewaschen und in Scheiben geschnitten, sind schmackhafte Hingucker in jedem Salat. Sie erinnern an Schwarzwurzeln. Das mild bittere Weidenröschen, das senfig schmeckende behaarte Schaumkraut * und die Vogelmiere mit ihrem nussigen Aroma sind in fast allen Beeten zu finden. Aufessen!

Die Taubnessel treibt schon erste Blüten aus, die im Salat für Farbe sorgen. Der geschmacklich pilzige Spitzwegerich *, der König des Weges, schiebt seine ersten frischen, schmalen Blätter wie Lanzen aus dem Boden. Seine wundheilende Wirkung macht ihn zum Erste-Hilfe-Kraut für unterwegs. Ein frisch zerquetschtes Blatt, auf Insektenstiche gelegt, vermeidet entzündliche Reaktionen.

Bitte nur Kräuter sammeln, bei denen Sie 100 prozentig sicher sind, sie zu kennen. Es gibt viele ähnliche Pflanzen, die auch bekömmlich sind, es existieren allerdings auch Verwechsler, die starke Beschwerden auslösen können.

Eine kleine, sehr überzeugende Statistik mit nur einem Teil der Inhaltsstoffe (sekundäre Pflanzenstoffe) einiger Kräuter, die ich für meinen ersten wilden Salat fand:

Kraut Vitamine; Mineralien Vergleichsobjekt
Wiesenbärenklau Magnesium x 4,5;             Eisen x 5; Vitamin C x 4 Blumenkohl
Bärlauch (100 g) 75 mg Magnesium;              3,2 mg Eisen Radieschen (100 g):             8,0 mg Magnesium;             1,5 mg Eisen
Gänseblümchen Kalzium x 7; Eisen x 4; Kalium x 3 Chicorée
Taubnessel (100 g) 4,1 mg Eiweiß;                      570 mg Kalium Möhren (100 g):                    1.0 mg Eiweiß; 290 mg Kalium
Löwenzahn Vit. A x 40; Vit C x 9; Kalzium x 8 Kopfsalat
Weidenröschen (100 g) 450 mg Kalium;                    318 mg Vit. C Petersilie (100 g):            19mg Kalium; Vit. C 166 mg
Vogelmiere (100 g) 75 mg Vit. C Kopfsalat (100 g):                   13 mg Vit. C
Schaumkraut kalzium-, magnesium-, kaliumreich
Knoblauchsrauke Vitamin C x 7 Kopfsalat
Giersch (100 g) 6,7 mg Eiweiß;                      510 mg Kalium Sauerkraut (100 g):               1,5 mg Eiweiß;                      288 mg Kalium

Diese Gesundheitspakete bringen unseren Stoffwechsel richtig in Schwung und helfen uns, die Umstellung von Winter auf Frühling aktiv, gesund und motiviert zu überstehen. Um den Körper an die Kräuter zu gewöhnen, sollte der Hauptanteil vorerst aus mildem Kultursalat bestehen. Später kann das Verhältnis verändert werden.

Das Sammeln der Wildkräuter macht Spaß, sie sind gratis, werden gut vertragen und sollten unbedingt wieder in unseren Speiseplan mit aufgenommen werden. Nutzen Sie das köstliche Grün; werden Sie zum Sternekoch in ihrer Küche!

Mein Tipp zur Salatverfeinerung: Vinaigrette mit Mandelmus und Orangensaft süßen, Pinienkerne rösten, Brotcroûtons in Knoblauchöl schwenken.

* Über die Wildkräuter existieren schon Artikel im Blog.

Ein Kommentar zu „Frühjahrsmüdigkeit ade – Einsatztrupp Vitamine und Mineralstoffe

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