Streifzüge

Meine Erfahrungen als Camperin

Von einem Freund liehen wir uns, mein lieber Mann und ich, ein geräumiges Wohnmobil, um den Urlaub auf diese Art auszuprobieren. Ich habe lange überlegt, ob dieser Beitrag in den Blog gehört und mich im Hinblick auf die erlebte Naturverbundenheit dafür entschieden.

Wohnmobilfahrer sind eine große Familie. Man grüßt sich, wenn man aneinander vorbeifährt. Männer unterhalten sich auf den Plätzen:“ Hatta, hatta…..“ Es gibt rollende Paläste, die den Wert einer Eigentumswohnung haben, wüstentaugliche LKWs oder alternativ geschmückte, bescheidene Gefährte, in denen nur Pirouetten möglich sind.

Campingplätze haben sich seit den letzten 20 Jahren unglaublich verändert. Wir erlebten Waschhäuser mit Marmor eingefassten ebenerdigen Regenwald-Duschen, beduftet mit einer leichten Zitronenwolke.

Ein gut ausgerüstetes, autarkes Mobil erlaubt es, einen sehr naturnahen Stellplatz anzufahren, auf dem Feder- und Rindvieh den Wagen auf engstem Raum neugierig umkreisen. Streuobstwiesen, Stellplätze auf Bauernhöfen oder einsamen Waldflächen werden als Übernachtungsplatz angeboten. Es hat den „Einbettimkornfeld-Charme“, der bei Sonnenschein die Seele hüpfen lässt. Scharrende Hühner, Gänse, Laufenten, die wie Marionetten aus der Augsburger Puppenkiste watscheln, patrouillieren umher. Rinder mit großen, lieben, schwarzen Augen und einer dicken Glocke um den Hals schauen uns beim Essen zu. DAS IST NATUR! DAS IST FRIEDEN !

Nachts allerdings verändert sich die Atmosphäre schlagartig. Wer kann ahnen, dass Rinder mit viel Geläut fast permanent grasen ? Hähne krähen nun mal recht früh, um den Tag zu begrüßen. Romantische Kirchenglocken, die im tiefsten Bayern viertelstündlich die Zeit verkünden, verhelfen nicht zu einem erholsamen Schlaf und können nachts ein gewisses Aggressionspotential freiläuten. Da kann es schon einmal passieren, dass der Ehemann bei tiefster Dunkelheit, eine Warnweste schwenkend, versucht, Rinder in Richtung Tal zu treiben.

Tut sich auf dem Wege zum Ziel (es lässt sich auch ziellos fahren) etwas Interessantes auf, so bleibt man einfach stehen. Unabhängig von Ankunftszeiten, Hotelbuchungen, Staus…ist ein spontanes und flexibles Umplanen des Urlaubs möglich. Anhalten, Klappstühle aufstellen, Kerze anzünden. Eine Brotzeit einnehmen, gekrönt mit Löwenzahn, Sauerampfer, u.v. m. (es wächst unter dem Stuhl), lesen, reden – oder einfach nur… genießen. Weiterfahren oder bleiben, wie das eigene Befinden es vorschreibt – immer der Sonne entgegen. Wunderbar!

Eine gute Erfahrung!

Bei Interesse gebe ich gerne unsere Stellplätze (Tour: NRW-Italien, Meran) bekannt.

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