Kräuterwissen

Warum eigentlich Wildkräuter ?

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Wilde Möhre
Wildkräuter als Heilkräuter und Nahrungsmittel

Die Wurzeln der Kräuter reichen weit in die Vergangenheit zurück – die Pflanzenheilkunde ist so alt wie die Geschichte der Menschheit und sehr eng mit ihr verknüpft.

Einen ersten Hinweis auf die Nutzung von Kräutern fand man in einem Grab eines Neandertalers im Irak (circa 60 000 v. Chr.).

In Mesopotamien, im alten Indien und alten Ägypthen war die Pflanzenheilkunde die bedeutendste Therapieform. Auch in der griechischen Antike spielten Heilpflanzen eine große Rolle, verstärkt durch die Eroberungszüge Alexander des Großen. In der Zeit der römischen Antike entstanden ebenfalls berühmte Werke von Naturforschern und Ärzten. (Ein Beispiel ist die „Materia Medica“ des Militärarztes Dioscurides.)

Die Klostermedizin im Früh- und Hochmittelalter bewahrte das alte Wissen. Erst in der Zeit der Hexenverfolgung stagnierte die Ausübung der Heilkunde und es gingen einige wichtige Überlieferungen verloren. Gerade in dieser Zeit der Seuchen und schrecklichen hygienischen Zustände und Hungernöte waren die Menschen auf ärztliche Hilfe angewiesen. Quacksalber hatten Hochkonjunktur!

Erst im 17. bis 20. Jh. setzte mit Persönlichkeiten wie Hufeland (Vertreter der diätetisch-prophylaktischen Medizin), Hahnemann (Begründer der Homöopathie), Kneipp (Pflanzenheilkunde als eine der fünf Säulen seines Heilsystems), Sertürner (Isolierung von Morphium) und vielen anderen ein Umdenken ein.

Leider war es Frauen erst spät erlaubt, eine Universität zu besuchen, daher mussten sie vorsichtig im Hintergrund wirken. Weise kräuterkundige Frauen, die ihr Wissen zum Wohl der Menschen einsetzten, gab es aber zu allen Zeiten.

Wildkräuter sind nicht nur Heilkräuter, sie sollten unbedingt in unserer Küche als Würzkräuter und Wildgemüse mit verarbeitet werden. Sie haben einen besonders hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, was für unsere gesunde Ernährung von großer Wichtigkeit ist.

Ein kleiner Vergleich:

Die Brennnessel hat den doppelten Eisengehalt als der Spinat, den zehnfachen Vitamin C Gehalt verglichen mit Feldsalat. Der Giersch hat 10 x mehr Provitamin A als Blumenkohl. Das Gänseblümchen hat die doppelte Menge an Kalium im Vergleich zu Grünkohl.

(Auszugsweise zusammengestellt von B. Kramps aus der Quelle : Wildgemüse (Nr. 1182), herausgegeben von aid–Infodienst, Bonn, 1982)

Diese Angaben lassen sich unendlich lang fortführen. Wildkräuter bereichern unsere Mahlzeiten und tragen nebenbei zu unserer Gesundheit bei. Unsere Kulturgemüse, wenn man nicht einen eigenen Gemüsegarten besitzt, haben lange Wege bis auf unseren Teller, was nicht nur den Vitaminen schadet. Der Geschmack ist nicht vergleichbar mit Gemüse Marke Eigenbau oder Biogemüse. Etliche uns zuträgliche Inhaltsstoffe wurden aufgrund geschmacklicher Vorlieben herausgezüchtet (Beispiel: Bitterstoffe! Regen den Stoffwechsel an, sind aber gewöhnungsbedürftig.)

Wildkräuter sind kostenfrei! Sie wachsen vor unserer Haustür! Lasst sie uns nutzen!

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Gewöhnliche Nachtkerze

 

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