
Mit großer Freude möchte ich Euch diesen wunderbaren neuen Garten-Bildband vorstellen, der in diesem Jahr den Deutschen Gartenbuchpreis gewonnen hat. Die Jury begründet das so: »Manche Buchpublikationen stechen so zweifelsfrei aus der Menge der Neuerscheinungen heraus, dass es keine Diskussion gibt. So auch bei diesem Buch. Allein Größe, Format und Gewicht sind fulminant. Besonders bemerkenswert ist jedoch der wegweisende Ansatz der Publikation: Anhand von zwanzig Gartenprojekten zeigt die Autorin neue Wege in der internationalen Gartenkunst auf, die durch ihren ökologischen Ansatz und insbesondere durch den nahtlosen Übergang zwischen Garten und Kulturlandschaft beispielgebend sind. Das künstlerische Gesamtkonzept und die durchgehend hohe Qualität der Abbildungen machen das Werk zu einem einzigartigen Bildband.«

Der Titel Pastorale Gärten wirft die Frage auf, was die Vorstellung zu Pastorale Gärten ist. Außer der Definition als der kirchlichen Seelsorge gibt es eine weitere Definition zu Ländlich und idyllisch: Beschreibt das einfache, friedliche und naturverbundene Land- und Hirtenleben, oft in idealisierter Form.

Vier Kapitel, eine Frage: Wie viel Wildheit verträgt ein Garten?
Clare Foster ordnet die zwanzig Gärten in vier Bewegungen. „Freiraum“ zeigt Gärten, deren Grenzen zur umgebenden Landschaft bewusst verschwimmen. „Refugium“ holt die Natur in die Stadt — als grüne Oase und Wildtierkorridor. „Landschaft“ ordnet den Garten dem weiten Ort unter, von der afrikanischen Savanne bis zu den Blue Ridge Mountains. Und „Lebensraum“ begreift den Garten als eigenes Ökosystem. Jedes Kapitel wird von einem Essay eröffnet — von Jinny Blom, Nigel Dunnett, Kim Wilkie und Tom Stuart-Smith. Dazwischen porträtiert Andrew Montgomery zwanzig Gärten in sechs Ländern: von Dan Pearsons Küstengarten in Devon über Peter Jankes HORTVS in Hilden und Umberto Pastis Refugium in Tanger bis zum Walled Garden auf dem Rewilding-Estate Knepp. Clare Fosters Texte machen spürbar, was Pflanzlisten nicht vermitteln: das Gefühl, an einem Ort zu stehen, der lebt. Quelle Plantus Verlag

Die Beschreibungen und Bilder in diesem Buch haben mich in den Bann gezogen. Der britische Garten- und Landschaftsfotograf Andrew Montgomery trägt mit seinen großartigen, mehr als 250 Bildern dazu bei, eine sehr besondere Stimmung in diesem Buch festzuhalten. Er ergänzt wunderbar die einfühlsamen Texte von Clare Foster, die zu jedem Garten die Geschichten über Entstehung, Gestaltung und Bepflanzung erzählt.

Als einziger deutscher Garten ist der Garten von Peter Janke als einer der wichtigsten naturalistischen Gärten Deutschlands vertreten. Das Buch gibt Einblicke in die Gestaltung des Hortus von Peter Jahnke mit seinen Gedanken zu Biodiversität, Waldgarten unter Stil-Eichen, Wintergarten und Kiesgarten. Er hat von Beth Chetto lernen dürfen und setzt ihren Leitsatz: Right Plant – Right Place im Wechsel des Klimas um. Wer die Möglichkeit hat, sollte diesen Garten einmal selbst erleben. Link zu Peter Jahnke

Weitere Gartenprojekte zum Beispiel von Tom Stuart-Smith, Nigel Dunnett, Dan Pearson, Sarah Price, Isabel & Julian Bannerman oder Arthur Parkinson sind ebenso spannend zu lesen. Dieser Gartenbildband ist ein echtes Schwergewicht unter den Gartenbüchern und bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung für lange Winterabende oder als Geschenk für Gartenenthusiasten.
Ihr bekommt es im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Plantus Verlag, Hardcover mit Schutzumschlag, unter der ISBN 978-3-912078-05-3 zu einem Preis von 69 Euro.
Werbung, da ich ein Rezensionsexemplar erhalten habe.