Tierisches

Vaterlose Drohnen

Jeder Mensch und jedes Tier hat zumindest einen biologischen Vater. Ist das immer so?

Im Tierreich gibt es einige Ausnahmen. Und die Vermehrung bei den Bienen gehört dazu.

Jeder weiß inzwischen, dass es in einem Bienenvolk eine Königin, einige männlichen Drohnen und viele weibliche Arbeiterinnen gibt. Aber wie sieht es da genau aus?

Wenn eine frisch geschlüpfte Königin zu ihrem Begattungsflug aufbricht, steuert sie einen Drohnensammelplatz an, um möglichst viele Drohnen zu treffen. An solchen Plätzen versammeln sich die Drohnen der weiteren Umgebung und halten Ausschau nach einer jungen Königin. Wodurch sich ein solcher Platz auszeichnet, ist heute noch nicht bekannt.

Die Begattung mit möglichst vielen verschiedenen Drohnen findet hoch in der Luft statt. Die große Zahl der Drohnen sorgt für eine genetische Vielfalt. Deshalb haben die Bienen in einem Volk oft unterschiedliche Farben durch die verschiedenen Väter. Dieser Begattungsflug findet nur im Anfang ihres Lebens als Königin statt. Der Samenvorrat muss bis zum Lebensende halten. Sollte die Begattung der Königin fehlerhaft verlaufen sein, das heißt, die Qualität oder die Menge der Eier stimmt nicht, bedeutet das auch das Ende der Königin. In einem solchen Fall wird sie vom eigenen Volk ausgetauscht.

Nicht alle vorhandenen Eier der Königin werden befruchtet. Die Königin hat immer auch einen Teil unbefruchteter Eier in ihrem Vorrat. Aus diesen Eiern entstehen die männlichen Drohnen. Sie haben also keinen Vater. Das nennt man Parthenogenese, Jungfernzeugung. Diese Erkenntnis verdanken wir dem am 16.01.1811 geborenen katholischen Gemeindepfarrer Johann Dzieron. Dieser imkernde Pfarrer machte sich allerdings mit seiner 1845 veröffentlichen Entdeckung bei seinen Vorgesetzten nicht beliebt. Diese Tatsache passte einfach nicht in ihre Glaubensvorstellung.

Schon vorher musste man sich an neue Erkenntnisse gewöhnen. Im Jahre 1675 hatte der Holländer Jan Swammerdam festgestellt und veröffentlicht, dass eine Königin und kein König in einem Bienenvolk vorkommt.

Ein weiterer Forscher, Francois Huber(1750 bis 1832), erkannte und beschrieb die Mehrfachbegattung bei Bienen. Auch ein Tatbestand, der den herrschenden Personen nicht ins Weltbild gepasst haben muss.

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