Tierisches

Was macht der Imker im Winter?

 

Es ist Mitte Februar, gerade zeigt sich der Winter mit Schnee und Minustemperaturen. Da ist man froh,  zu Hause im Warmen auf dem Sofa sitzen zu können. Die Gartenbücher und Saatgutkataloge stapeln sich und warten darauf ,gelesen zu werden. Pflanzpläne zeichnen, Bestelllisten schreiben, halt gärtnern im Kopf ist das Einzige was geht.  Aber ich liebe ja nicht nur das Rumkratzen in der Erde, ich habe ja auch Bienen.

Ja, was macht ein Imker im Winter? In der Vorweihnachtswoche habe ich meine Bienen noch einmal gegen die Varroamilbe behandelt. Für den Winter aufgefüttert habe ich schon seit September. Jetzt heißt es warten und auf den Wetterbericht schauen und hoffen,  dass ich im Herbst alles richtig gemacht habe. Jetzt kann man Fehler nicht mehr gut korrigieren.

Im Frühherbst werden im Bienenvolk die Winterbienen erbrütet. Sie leben im Gegensatz zu den Sommerbienen viel länger. Eine Sommerbiene wird ca. sechs Wochen alt. Eine Winterbiene soll bis zum Schlüpfen der nächsten Bienengeneration im Frühjahr leben. Das geht nur,  wenn sie bei ihrer Entwicklung genügend Futter bekommen hat. Sie lagert besondere Eiweiße im Körper an, die sie länger leben lassen. Außerdem darf sie keine Schädigungen durch die Varroamilbe haben, die verkürzen die Lebenszeit auch.

Ich habe also im Herbst pro Volk ca. 15 kg Zuckersirup gefüttert. Gegen die Varroamilbe habe ich mit Ameisensäure behandelt. Diese wird im Bienenstock verdunstet und tötet auch die Varroen in den Brutwaben. Nur war das Wetter im letzten September leider gar nicht sonnig-herbstlich, sondern eher kühl und nass. Die Varroabehandlung hat nicht so überzeugend gewirkt, die Bienen haben das Winterfutter bei den Temperaturen auch nicht so recht angenommen. Nachher, im Oktober, wurde es wieder wärmer, aber ob das gereicht hat?

Nun heißt es abwarten,  weil ich die Bienen im Winter nicht stören soll. Wenn man den Bienenstock öffnet, verklammen die Bienen schon bei ca. 5 Grad. Das heißt, sie erfrieren an der Luft. Durch das Einlegen der Varroaschublade kann ich von außen einiges kontrollieren. Auf wieviel Wabengassen sitzt mein Volk? Haben sie noch Futter?  Zu erkennen ist das am „Gemüll“ auf dem Schubladenboden. Ist zu wenig Futter vorhanden, kann ich eine Notfütterung mit einem Futterteigfladen machen. Das ist eine Zuckermasse, die die Konsistenz von Knete hat. Ist die Bienenmasse stark geschrumpft, kann ich nichts machen und nur hoffen,  dass sie durchhalten, bis es Frühling wird.

Zu Hause kontrolliere ich jetzt,  ob ich für die kommende Saison alle Utensilien bereit habe. Alte, schartig gewordene Stockmeißel werden angeschliffen. Die benutzten Rähmchen vom Vorjahr werden von Propolis und Wachsresten gesäubert. Das geht bei Kälte am besten, dann klebt nicht alles so. Muss ich noch Mittelwände aus Wachs für das Frühjahr bestellen? Ich kann dann auch schon diese Wachsplatten in die Rähmchen einlöten. Aber irgendwann ist alles fertig. Dann warten wir alle nur noch auf eines: dass es endlich wärmer  und Frühling wird und man den Stock oder die Wohnung verlassen kann  um zu gucken,  was denn schon blüht.

2 Kommentare zu „Was macht der Imker im Winter?

  1. Liebe Annette , spannender Bericht ! Vielen Dank für den Einblick ins Imkerinnen Winterleben . Und interessant zu lesen, dass der Einsatz von Ameisensäure sich wohl breitflächig durchsetzt . Uns wurde vor kurzem noch berichtet, dass das eher Seltenheitswert hätte. Wie rückstandsbelastet ist denn bei Dir Honig und Wachs ? Oder lässt Du es nicht überprüfen, wegen der hohen Laborkosten ? Bin immer interessiert, weil zum Salbenrühren natürlich nur bestes Wachs genommen werden sollte ! Falls Du antworten magst ……. ich freue mich darüber ! Beste Grüße Dorothee Heinze

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    1. Hallo Dorothee,
      Ameisensäure ist neben Milchsäure und Oxalsäure ein Mittel, das keine Rückstände und Resistenzen hinterlässt, weil sie sich abbauen. Natürlich werden die Mittel nur bienenunschädlich und nicht zur Zeit der Honigsammlung eingesetzt. Im Frühjahr entnimmt der Imker die nicht gebrauchten Waben mit Winterfutter, da sie ja mit den Mitteln in Berührung gekommen sind. Ich darf nur nach der Honigernte im Sommer behandeln. Ist einmal eine Notbehandlung wegen zu hoher Varroabelastung nötig, kann ich von diesem Volk keinen Honig ernten. Untersuchen lasse ich meinen Honig und Wachs nicht, weil er nur für den privaten Gebrauch gedacht ist. Das Wachs zur Kosmetikherstellung wird sogenanntes Jungfernwachs sein. Die Bienen bauen im Honigraum die Waben im Naturbau aus. Diese Waben werden nicht bebrütet, es wird so gut wie kein Pollen eingelagert. Diese Waben werden nach dem Abschleudern eingeschmolzen. Deshalb ist das Wachs auch so hell.
      Ich hoffe, ich konnte deine Fragen ausreichend beantworten.
      liebe Grüße
      Annette

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