Gärtnern

Der Traum von einem Küchengarten ! …dann klappt‘s auch mit dem Nachbarn !

Das Jahr beginnt, das Gemüsebeet muss geplant werden. Eine gute Nachbarschaft und die richtige Fruchtfolge versprechen eine gesunde, ertragreiche Ernte. Bei Mischkulturen kann der Küchengarten bestens genutzt werden. Aber keine Angst – es gibt nur wenige Pflanzen, die sich so negativ beeinflussen, dass gar nichts gedeiht.

Die Fruchtfolge / Fruchtwechsel

Gemüsepflanzen sollten von Jahr zu Jahr das Beet wechseln, ansonsten wird der Boden einseitig beansprucht und Krankheiten und Schädlinge können sich leicht etablieren. Die erwartete Ernte würde den von Selbstversorgung träumenden Gärtner sehr enttäuschen.

Fruchtfolge: Wechsel von Schwach-, Stark-, und Mittelzehrer.

Fruchtwechsel: Wechsel von Pflanzenfamilien

Am sinnvollsten ist es, nicht nur die Fruchtfolge sondern zusätzlich den Fruchtwechsel zu beachten. Ein ausgelaugter Boden nährt keinen Starkzehrer, wogegen Schwachzehrer auch auf eine ehemalige Fläche eines Starkzehrers gesetzt werden können.

Am einfachsten ist die bewährte 3 – oder 4- jährige Rotation, die zugleich den unterschiedlichen Nährstoffbedarf der Pflanzen berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Gemüsesorten jedes Jahr ihren Platz wechseln und erst in 3 – 4 Jahren wieder am Ursprungsort landen. Es hat natürlich nicht jeder den Luxus, viele Beete zu besitzen, wo dieses Rotationssystem eingehalten werden kann. Auch kleine Beete, Hochbeete, Töpfe, sogar Säcke können bepflanzt werden. Es muss dann der Nährstoffgehalt der Erden, eventuell durch Austausch, jeweils angepasst werden. Die Anzucht von Gemüse und Kräutern ist auf kleinstem Raum möglich.

 

 

 

 

Mischkultur

Die Anbaufläche sollte durch eine Mischkultur optimal genutzt werden. Einseitige Bepflanzungen sind für Schädlinge (etwa Kohlweißlinge, Erdflöhe), die sich auf bestimmte Pflanzenfamilien konzentrieren, ein Festmahl. Auch Pilzerkrankungen können ganze Ernten zunichte machen. Ein Beispiel ist die Kohlhernie, eine Pilzkrankheit, die Kohl ebenso wie Rettiche oder andere nahe Verwandte befallen kann. Die beste Nutzung einer Gemüsegartenfläche geschieht durch geschicktes Zwischenpflanzen in die Lücken. Die Nachbarn sollten voneinander profitieren.

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Boden

Ein Fruchtwechsel und Mischkultur reichen nicht aus, trotzdem muss der Boden bearbeitet werden. Auflockern, unkrautfrei halten und Nährstoffe zufügen. Mist – der traditionelle Kraftstoff war früher der einzige Dünger. Auch heute ist er, zusammen mit dem Kompost, das Gold des Gärtners. Beides ist nährstoffreich und wird in Humus umgewandelt und verbessert nachhaltig die Bodenfruchtbarkeit. Gut abgelagerter Pferde-, Rinder-, Schafmist können den Küchengarten in Schwung bringen.

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Gute Nachbarschaft

Es gibt einige sehr gesellige Gemüsesorten, wie Bohnen, Salat, Möhren, Rettich und Radieschen, Spinat, Zucchini, Zuckermais, die sich mit sehr vielen Partnern vertragen. Die Tomate sollte von der Kartoffel ferngehalten werden, da sie sich gerne an der gleichen Pilzerkrankung anstecken. Spinat kann gut in 50 cm Abstand zwischen Reihen unterschiedlicher Gemüse gesät werden. Die Blätter beschatten Sämlinge und Jungpflanzen, sind auch ein guter Gründünger, wenn in der Küche nicht alles verarbeitet werden kann. Sellerie hält Kohlweißlinge und Erdflöhe fern, somit ein wunderbarer Partner für Kreuzblütler. Lauch hat sich als angenehmer Nachbar im Kampf gegen Schimmelpilze bewährt.

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Die Raupen der Kohlweißlinge bei der Mahlzeit! Engmaschige Netze über den Beeten schaffen Abhilfe.

Ausprobieren – sich trauen

Spannend finde ich, historische Gemüsesorten und Wildkräuter einzubeziehen. So befinden sich bei mir zwischen den Kulturgemüsen unter anderem Haferwurz, Erdkastanien, Schwarzwurzeln, Knollenziest, die wilde und die „gezähmte“ Pastinake, Schafgarbe, Melde, Baumspinat, Hornwegerich, Beinwell, Wiesenbärenklau…. Die Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Fantastisch schmeckt ein Wildkrautsalat, Wildgemüse mit den schmackhaften Blättern der „Unkräuter“ oder mit Blütendekorationen. Bunt wird es im Küchengarten durch eingestreute Blumen, wie Ringelblume, Sonnenblume, Rosen, Kapuzinerkresse, Tagetes…., die schon bei der Großmutter im Garten wuchsen.

 

 

 

 

Tipp

Trotz aller eingehaltenen Wechsel und Bodenmaßnahmen gibt es noch andere „Feinde“, die sich vom Gemüseparadies einen Teil holen möchten. Eine endgültige Lösung des Schneckenproblems gibt es nicht. Sinnvoll ist es, den Boden immer wieder aufzulockern und zu mulchen. Wenn Bretter zwischen die Reihen gelegt werden, können Schnecken in aller Frühe darunter eingesammelt werden. Vögel sind auch Feinschmecker! Da helfen Vogelschutznetze, mit denen die Beete überspannt werden sollten. Vogelscheuchen geben dem Küchengarten ein nostalgisches Flair. Wer mag, kann seine alten CDs oder Alustreifen zwischen die Pflanzen hängen. Sie irritieren die Tiere durch Reflexionen. Bei mir gibt es dann noch Kaninchen und Rehe! Einzäunen, mindestens 1,50 m (knapp) hoch oder dulden! In der Regel bleibt trotz allen Unbillen genug für den eigenen Kochtopf über!

Viel Freude am selbstgezogenen Gemüse und gutes Gelingen!

Mischkulturen im Gemüsegarten

  • Nachtrag: Die Dicke Bohne kann ab Febr.- April ins Freiland gesät und ab Juni geerntet werde. Die Rote Bete wird bereits im April direkt in das Beet gesät und kann 3 – 4 Monate nach der Aussaat geerntet werden.

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