Gartenbesuche

Der Garten Lang/Ritzenhöfer in Schwelm


Ein leidenschaftlicher Gärtner träumt doch eigentlich immer davon, sein Gartenareal
zu erweitern, sich aus dem Zaun heraus zu arbeiten immer weiter in die Gegend hinein,
um mit Pflanzen neue Landschaften zu gestalten.
So kennt man es von den großen bekannten Gärten. Normalerweise ist dies nur auf dem
Lande so einfach durchzuführen. Für Elisabeth Lang und ihren Mann Hans-Joachim Ritzenhöfer ergab sich jedoch vor einigen Jahren innerhalb eines Siedlungsgebietes in Schwelm die Möglichkeit, den Garten um ein riesiges Stück zu erweitern.

Elisabeth hatte schon als Kind im Garten der Eltern viel Spaß an der Gartenarbeit.
Später war ihr erstes selbst gestaltetes Blumenreich ein Balkon in Ennepetal, der
üppig mit Blumenkästen und Kübeln ausgestattet war. Als sie dann ihren Mann
Hans-Joachim kennenlernte und zu ihm in die Hattinger Straße nach Schwelm zog,
passte das wunderbar. Er kam auch aus einer Gärtnerfamilie, sein Vater war jahrelang
Vorsitzender im Gartenbauverein gewesen, und er selbst hatte ebenfalls viel Interesse am Gärtnern.

Hinter dem Haus in der Hattinger Straße gab es, wie es früher so üblich war, einen  großen Gemüsegarten und einen Rasen. Elisabeth begann mit ihrem Gartenwerk,
indem sie immer ein Stückchen mehr von dem Rasen zum Nachbarn hin abstach
und Stauden dorthin pflanzte.
Der Garten lag direkt an einer Bahnlinie, die bis 1989 genutzt wurde. Danach lag dieses
Gelände brach. Hier und da wurde schon mal zum Ärger der Anwohner Hausmüll dort abgekippt. Als im Jahr 2000 die Möglichkeit bestand, dieses Gelände zu kaufen, war man sich sofort einig, dass dies eine gute Gelegenheit war, schon allein um eine schlimmere Nutzung durch irgendwen auf diesem Grundstück zu verhindern.

Dieses aus Wiese und Laubwald bestehende Grundstück bot nun ungeahnte Möglichkeiten und Beschäftigung für die nächsen Jahrzehnte.

Die ersten Schritte auf dem neuen Grundstück bestanden nun darin, einen Gartenbaubetrieb damit zu beauftragen, auf dem Wiesenstück einen Teich anzulegen und einen Kiesweg zu bauen, der bis an das hintere Ende des Geländes reichte.

20170803_180423

Ein paar Bäume, wie Walnuss, Esskastanie und eine Linde waren im oberen Bereich vorhanden.
Außerdem legte die Firma noch einen steilen Weg vom Haus in den neu erworbenen
Wald hinein an, der im Nichts endete.
Elisabeth holte sich Anregungen aus Fernsehsendungen (z.B. im Bayrischen Rundfunk „Querbeet“), Gartenzeitschriften und Büchern, später auch durch Besichtigungen in
anderen Gärten. Nun wurde von der Auffahrt des Hauses bis hinunter in den Wald
flächig gepflanzt, zuerst die Astilben, die am Haus weg mussten.  Im oberen Wiesenbereich wurden rund um den Teich herum Stauden gepflanzt, etliche Duftrosen
wurden gesetzt.
Im Wald wurde in den letzten Jahren Körbe von Epimedium (Elfenblumen), Felder von
Tiarella (Schaumblüte), Mengen von Hosta, ganze Hänge von Trachistemon (Rauling),
Brunnera, Hortensien aller Arten gepflanzt. Zum Glück fand man eine Staudengärtnerei in Bocholt (Stauden Stade), mit der man gut zurecht kam.

20170804_092956

Ganz besonders beeindruckend wirkt der Waldgarten von Ende Februar bis Ende April zur Frühlingszwiebelblüte. Tausende früh blühender Narzissen, Schneeglöckchen, Veilchen, Märzenbecher und Tränendes Herz ’spectabilis‘ ergeben ein bezaubendes Bild.

Schön ist es, wenn beide Partner sich das Interesse und die Arbeit teilen. Während Hans-Joachim für das Gemüse im Beet und Gewächshaus, für die Obstbäume wie Äpfel, Birnen und Pfirsiche, für die Zitronen im Wintergarten und für das Vermehren und Aussäen zuständig ist, kümmert Elisabeth sich um die gesamte Blumenpracht.

Seit einem Jahr kommt einmal wöchentlich ein Helfer, der nach Anweisung bei der schweren Arbeit hilft, ansonsten bewirtschaften die beiden den Garten alleine.

Dafür ist täglicher Einsatz fast rund ums Jahr notwendig, sonst ist es nicht zu schaffen. Man muss sich einmal die Mengen des Verblühten zum Abschneiden vorstellen, die nach dem ersten Blütenspektakel Ende Juni so anfallen. Einen Garten dieser Größe das ganze Jahr hindurch anschaulich zu erhalten, erfordert eine Menge Einsatz. Aber Elisabeth nimmt das gelassen, macht sich nicht verrückt und beschwert sich nie. Nie wird ihr etwas zuviel. Sie macht alle anfallenden Arbeiten im Garten gerne und vermisst auch keine Urlaubsreisen.

20170804_091425

Am Sonntg, den 20. August 2017 gibt es noch einmal eine Offene Gartenpforte im EN-Kreis (www.gartenpforte-en.de). An diesem Tag kann der Garten zum letzten Mal in diesem Jahr besichtigt werden. Neben unzähligen Stauden wie z.B. Anemonen, Phlox und Stockrosen gibt es auch noch etliche Dahlien zu sehen.

Für den März 2018 ist ein Narzissenfest in Planung.

Elisabeth Lang/Hans-Joachim Ritzenhöfer
Hattinger Str. 49, 58332 Schwelm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s