Gärtnern · Lieblingspflanzen

Der Elfenkrokus: lila-leichte Frühlingspoesie

Im Moment verwandelt der frühblühende Elfenkrokus, Crocus tommasinianus, meinen Garten in eine strahlend leuchtende Augenweide. Zu Hunderten tanzen die kleinen, hellvioletten Blüten-Elfen über die Wiese vor dem Hühnerhaus.  Mein Vorbild für diese Bepflanzung war der Schlosspark der Stadt Husum. „Die graue Stadt am Meer“ hat der Dichter Theodor Storm (1817-1888) seine nordfriesische Heimatstadt Husum einst genannt. Jedes Frühjahr wird sie jedoch von Millionen Krokussen in ein lilafarbenes Meer getaucht und zieht ihre Besucher – Menschen und Bienen – magnetisch an. Dieses wunderbare Bild hatte ich im Sinn, als ich im Jahr 2011 die ersten 300 Stück der kleinen, braunen Zwiebeln in meine Gartenerde setzte.

Der Elfenkrokus kommt ursprünglich aus Dalmatien. Er gehört zu den schönsten und frühblühendsten Wildkrokussen. Seine Blüte beginnt bereits im Februar und endet Ende März. Wenn der Standort stimmt, vermehrt er sich zuverlässig über Selbstaussaat sowie Tochterknollen und erobert im Laufe der Zeit große Gartenbereiche. Der Elfenkrokus fühlt sich auf frischen, humusreichen Böden in der Sonne und im Halbschatten wohl. Er wächst zwischen Stauden, unter Bäumen und Sträuchern und kommt auch auf Wiesen problemlos zurecht. Gerne hat er im Sommer eine trockene Ruhephase. Staunässe mag er nicht. Diese führt zum Faulen der kleinen, haselnussgroßen Zwiebel. Man sollte außerdem beachten, dass Krokusse, wie andere Zwiebelblüher auch, erst abgemäht werden dürfen, wenn das Blatt vollständig eingezogen ist, sonst wächst im Folgejahr nur das Laub und es erscheinen keine Blüten.

Der Elfenkrokus ist eine fantastische Bienenweide

Inzwischen gibt es einige Zuchtformen des Crocus tommasinianus, die das Farbspektrum deutlich erweitern. Dazu gehören die Sorten „Ruby Giant“ in dunkelviolettblau, „Barr´s Purple“ in purpurviolett, „Roseus“ in purpurrosa oder „Whitewell Purple“ in purpurrot. Nicht alle der hier genannten Sorten vermehren sich so bereitwillig wie die Wildform, sondern sind steril. Das heißt, sie vermehren sich nicht über Selbstaussaat. Das Pflanzen der Zwiebeln erfolgt im Herbst, so lange der Boden frostfrei ist.  Die Pflanztiefe sollte 5-10 Zentimeter betragen, der Pflanzabstand ebenfalls 5 Zentimeter.

Krokusse gehören neben den Schneeglöckchen zu den ersten Frühlingsblühern. Es gibt mehr als achtzig Arten, die in vielen verschiedenen Farben, Schattierungen und Größen blühen. Durch geschickte Auswahl kann man die Krokusblüte von Februar bis Anfang April im eigenen Garten genießen.

Alle Sorten sind über den Fachhandel zu beziehen.

2 Kommentare zu „Der Elfenkrokus: lila-leichte Frühlingspoesie

  1. Hallo Arlene,
    hast du mal versucht, ordentlich Sand unter deine Beeterde zu mischen? Häufig genügt das, um den Wasserabzug zu verbessern und Staunässe zu vermeiden.
    Viel Glück und liebe Grüße!

    Gefällt mir

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