Gärtnern

Ein Lob auf die Erbse

Ich habe da etwas gemeinsam mit Ludwig dem XIV, dem Sonnenkönig. Nicht das ich einen Palast oder so einen großen Park mein Eigen nennen könnte, oder so viele Diener, die mir unliebsame Arbeit abnehmen. Nein, ich liebe Erbsen. Vom Sonnenkönig ist bekannt, dass er eine richtige Erbsenmode in Gang setzte. Er wollte auch zu jeder Jahreszeit frische Erbsen essen. Da mussten sich seine Gärtner einiges einfallen lassen. Jeder im Land wollte dieses königliche Gemüse haben. Die Damen schmückten sich mit Erbsenblüten, auf Stoffen und Wandverkleidungen wurden sie abgebildet.

Zum Glück sind Erbsen nicht heikel im Anbau und keine Mimosen. Schon im zeitigen Frühjahr kann ich Palerbsen aussäen. Das sind die, die später getrocknet in der Schote für die Erbsensuppe geerntet werden. Sie schmecken etwas mehliger als Markerbsen. Palerbsen sind im Trockenzustand rund und glatt.

Markerbsen können etwas später ins Beet, sie werden erst im April ausgelegt, wenn der Boden sich schon erwärmt hat. Getrocknet sind sie runzelig.

Als dritte Variante gibt es Zuckererbsen oder Zuckerschoten. Hier entwickeln sich keine Erbsen. Es werden die grünen Schoten gegessen, wenn sie noch jung und flach sind. Sie schmecken am besten nur kurz angedünstet.

Das Erbsenbeet braucht außer einer guten Lockerung und feinkrümeliger Erde keine Vorbereitungen. Erbsen sammeln Stickstoff im Boden und brauchen keinen extra Dünger. Ich säe sie gut zwei Finger tief in Reihen. Gegen Mäuse und Vögel decke ich sie bis zum Auflaufen ab. Wenn sie handhoch sind, stecke ich Reiser als Kletterhilfe in die Erde oder ein Rankgitter. Einige Erbsensorten werden nämlich gut 180 cm hoch.

Erbsen sehen mit ihren verschiedenen Blütenfarben auch sehr dekorativ aus. Die Sorte Blauwshokker hat z.B. lilafarbene Blüten. Es gibt auch gelbe und lilafarbene Schoten. Auch die Insekten fliegen auf die Blüten dieser Leguminose.

Wer Erbsen genauso liebt wie der Sonnenkönig, kann durch Aussaat in Töpfen die Ernte verfrühen oder durch gestaffelte Aussaat bis Juli das Vergnügen verlängern.

Und in diesem Jahr war das Beste: Schnecken fressen keine Erbsen. Es war so ziemlich das einzige Gemüse, von dem ich in diesem nassen Jahr eine gute Ernte hatte.

4 Kommentare zu „Ein Lob auf die Erbse

  1. liebe annette

    danke 🌻 für deinen schönen text, aber ich vermisse die wintererbsen.. die man doch jetzt im september/oktober auch noch aussäen kann.. dachte ich.. oder?

    und 😉 der sonnenkönig war ludwig XIV

    grüne grüsse 🍀 petra

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    1. Hallo Petra,

      stimmt, die habe ich noch nie probiert. Hinsichtlich es immer länger werdenden Herbst ist das einen Versuch wert. Vielleicht auch als Gründüngung. Jetzt ist der Boden ja noch warm. Da kann man sicher auch Palerbsen nehmen, die vetragen ja einige niedrige Temperaturen. Und zur Vorsicht kann man ja ein Fließ drüber legen.

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