Gärtnern · Kreatives

Blumen statt Böller – Blütenfeuerwerk für´s neue Jahr

Wir Beetschwestern fühlen uns als Garten- und Naturliebhaberinnen der Nachhaltigkeit besonders verpflichtet. Diese Einstellung ist die stärkste Motivation für unseren Blog. Nun haben wir uns über den anstehenden Jahreswechsel Gedanken gemacht, denn das traditionelle Silvesterfeuerwerk ist alles andere als nachhaltig. Am meisten zu denken gibt uns die Feinstaubbelastung, die dadurch entsteht. Jedes Jahr werden zum Jahreswechsel 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, diese Menge entspricht in etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Wenn wir nun auf unser persönliches Feuerwerk verzichten oder es zumindest einschränken, hilft das nicht nur der Umwelt. Es verursacht auch weniger Müll, reduziert den Energieaufwand zur Herstellung der Feuerwerkskörper und entlastet unseren Geldbeutel.

In Deutschland werden zum Jahreswechsel zwischen 100 und 200 Millionen Euro in die Luft gejagt. Wenn man das in blühende Landschaften umwandeln würde, gäbe das ein großartiges Bild. Wir fangen jedenfalls schon mal damit an. Einige von uns haben sich ein Garten-Projekt überlegt, bei dem sie in Pflanzen oder Anlagen im Garten investieren, das auch interessant für Insekten ist.

Hier beschreiben wir unsere Vorhaben und wir würden uns über eure Ideen in den Kommentaren sehr freuen. 😉

Blütenfeuerwerk bei Annette:

Im nächsten Jahr werde ich ein langanhaltendes Feuerwerk an Farben, Formen und Düften aussähen. Saatgut habe ich teilweise selbst gesammelt oder gekauft in Form von Saatgutmischungen. Ich versuche auch nicht so sonnige Ecken zu begrünen. Davon habe nicht nur ich den ganzen Sommer ein buntes Beet, sondern die Insektenwelt einen gedeckten Tisch. Da ich mein Saatgut nicht nur auf eigenem Boden verteile, kommen auch andere Menschen in den Genuss dieser Vielfalt.

Conny bereitet eine Blumenzwiebel-Lasagne zu:

Mit den Blumenzwiebeln in frostsicheren, dekorativen Gefäßen pflanze ich den Frühling bereits im Herbst. Ich stelle die Töpfe gerne in Hausnähe auf, damit ich möglichst häufig den Anblick genießen kann. Dazu schützen die Gefäße die Tulpenzwiebeln vor Wühlmäusen, für die sie eine Delikatesse wären. Das ist ganz leicht nachzumachen, ein paar Dinge müssen allerdings berücksichtigt werden, hier die Anleitung:

  1. Die verwendeten Töpfe müssen frostsicher sein und Öffnungen im Topfboden haben, wo das überschüssige Regenwasser abziehen kann. Schön anzusehen sind Terrakottatöpfe. Da sie aber in der nötigen Frosthärte sehr teuer sind, kann man auch Kunststoffgefäße verwenden, die später entsprechend verkleidet oder im Erdboden versteckt werden. Zuerst gibt man eine Lage Sand oder Kies als Drainage in das Gefäß. Dann eine Schicht Erde, auf die man dann die erste Lage Blumenzwiebeln legt.
  2. Diese werden mit einer ca. 10 cm dicken Erdschicht zugedeckt. Darauf folgt dann eine zweite Lage Zwiebeln, die wiederum mit 8 – 10 cm Erde abgedeckt werden. Die Erde dann nur einmal angießen, dann erst im März wieder gießen. Es ist unbedingt darauf  zu achten, normale Gartenerde zu verwenden, Kompost oder Blumenerde aus dem Handel vertragen die Blumenzwiebeln nicht. Wunderbar eignet sich die Erde aus abgetragenen Maulwurfshügeln.
  3. Die Töpfe müssen nicht reingeräumt werden, sie können in einer Ecke des Gartens im Freien überwintern. Im Januar und Februar sind Fröste für die Tulpen kein Problem, aber späte tiefe Fröste im März oder April könnten Schäden verursachen. Darum ist es besser, bei Dauerfrost unter -10°C die zusammengestellten Töpfe mit einer Plane abzudecken.
  4. Ist der März und April zu trocken, müssen die Töpfe regelmäßig gegossen werden, denn jetzt entwickeln die Blumenzwiebeln eine große Menge an Blattmasse und die Knospen, und dazu brauchen sie Feuchtigkeit.

Dieses Rezept funktioniert mit allen Zwiebelblühern wie Narzissen, Krokussen, Hyazinthen oder Milchstern. Ich verwende dazu gerne die Blumenzwiebeln, die ich im Vorjahr als Frühlingsboten im Haus hatte. Viele dieser Pflanzen bieten eine erste Nahrungsquelle für Insekten, die schon früh im Jahr unterwegs sind.

+++Enthält Werbung, wegen Logo auf dem Foto+++

Beate pflanzt ein Beeren-Feuerwerk

Mein Fall war es noch nie, wenn’s laut knallt und für Silvesterböllerei habe ich rein gar nichts übrig. So fällt es mir nicht schwer, mein Geld stattdessen lieber in ein Pflanzenprojekt zu stecken, was meine Augen erfreut statt meine Ohren quält. Dafür sind neue Gartenprojekte ideal. In diesem Fall wird es hoffentlich zukünftig nicht nur meine Augen sondern auch meinen Gaumen erfreuen, denn zur Zeit bin ich verrückt nach Beeren. In diesem Jahr fand also das Beerenprojekt statt. Ein uralter schwarzer Johannisbeerstrauch trug nicht mehr. Er musste weichen und es wurden zwei neue der Sorte Titania gepflanzt. Zwei rote Himbeeren der Sorte Tulameen und zwei gelbe Himbeeren der Sorte Autumn Amber kamen hinzu. Außerdem wurde der Beerengarten noch um zwei Brombeersträucher der Sorte Navaho bereichert. Vom ersparten Böllergeld erwerbe ich jetzt noch drei Maibeerensträucher. Die Maibeere – Lonicera Kamtschatika – nennt man auch Sibirische Blaubeere oder Honigbeere. Sie blüht schon ab März und die Beeren sind bereits im Mai erntereif. Sie ist extrem frosthart bis minus 45 Grad.  Selbst den Früchten machen Spätfröste nichts aus, da die Pflanze aus dem Nordöstlichen Asien stammt und solch ein Klima gewohnt ist. Die Beeren schmecken wir Blaubeeren und sehen etwas länglicher aus. Die Pflanzen sind unempfindlich und anspruchslos, einziger Nachteil ist, sie mögen keine Trockenheit. Und nun freue ich mich auf ein Feuerwerk aus knallroten und leuchtend gelben und blauen Beeren im nächsten Sommer.

Sigrun pflanzt das Glück

Ich habe noch Glück gehabt! Oder schon? Jedenfalls Glück im alten Jahr. Drei Pakete Blumen-Zwiebeln!!! ‚Restposten‘. Die habe ich mir noch gegönnt! Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist. Aber auf das „Frühjahrsfeuerwerk“ freue ich mich schon jetzt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉
Dafür gebe ich dieses Jahr kein Geld für das Neujahrsfeuerwerk aus. Naja, vielleicht doch ein Paket. Aber nur E I N S !

🌷🌷🌷🌷🌷🌷🌷🌷Blumen statt Böller 🌷🌷🌷🌷🌷🌷🌷🌷

Sobald der Frost durch ist und wir Plusgrade haben, packe ich sie heute noch in die Erde.
Das passende ‚Plätzchen‘ habe ich dafür schon gefunden.

Birgit sichtet schon mal Saatgutkataloge

Blumen statt Böller? Es gibt und gab immer wieder Aktionen, die aufrütteln sollten, das Geld in andere Projekte zu stecken: Brot statt Böller, Bäume statt Böller, Futter statt Böller…Silvesterböller zum Jahreswechsel sind ein teures und kurzes Vergnügen, hinterlassen viel Unrat, irritieren Tiere und Insekten. Aber…natürlich handelt es sich auch um Brauchtum, das nicht komplett in Vergessenheit geraten sollte. Zum Jahreswechsel wird in unseren Regionen mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut gefeiert. Böse Geister sollen vertrieben und die Vorfreude auf das neue Jahr ausgedrückt werden. Einen komplett stillen Jahreswechsel mag ich mir gar nicht vorstellen.

Unsere Familie böllert schon seit Jahren entweder nicht oder ganz dezent. Es sind nun Enkel angekommen, die mit großen Augen ein Feuerwerk beobachten. Das möchte ich nicht ganz missen. Allerdings werde ich mir in diesem Jahr tatsächlich gar nichts kaufen und mir im Frühjahr/Sommer ein buntes Blumenfeuerwerk im Garten gönnen.

Wir wünschen unseren Lesern mit oder ohne Spektakel ein gutes, gesundes, grünes Neues Jahr. Darauf stoßen wir gerne mit einem Glas Sekt mit euch an!

 

5 Kommentare zu „Blumen statt Böller – Blütenfeuerwerk für´s neue Jahr

  1. Sehr schöner Beitrag. Finde auch, dass die private Knallerei asozial ist. Hartes Wort, aber so isset nunmal.
    Vor allem die Tiere leiden. Der Feinstaub ist mir noch das kleinste Übel.

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  2. Eine wirklich ausgesuchte Super-Idee, Euere Blüten-Beeren-Feuerwerke!!! Dem kann man nur nacheifern. Ich habe gerade gestern auch einen Post verfasst, der sich kritisch mit den Sylvesterfeuerwerks auseinandersetzt. Wenn Ihr wollt, schaut doch einmal hier nach:
    https://heidis-gruene-ecke.blogspot.com/2019/01/prost-neujahrund-ein-kritisches-roschen.html
    Und von Eurer Idee inspiriert, werde ich mit „meinen“ Schülern Seedbombs basteln. Genügend gesammelte Samen habe ich… Und dann entfachen wir auch blühende Feuerwerke für Mensch und Tier…Was haltet Ihr davon?
    Ich wünsche Euch weiterhin so tolle Ideen und ein ganz wundervolles neues Jahr!
    Heidi

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Heidi, wir freuen uns schon auf unsere Blüten- und Beeren-Feuerwerke, Da ist die Vorfreude auch viel länger. 😉 Seedbombs sind auch eine klasse Idee und so flexibel einsetzbar! Da kann man auch schon mal eine trostlose Ecke mit einem Blütenfeuerwerk versehen, auf die man ansonsten nicht begärtnern würde.
      Wir wünschen auch Dir ein wunderbares, blütenreiches 2019!
      Conny

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  3. Schöne Idee. Ich werde den Knabbergarten (Kiwi,Pfirsiche, weintrauben, Äpfel )mit mehr essbaren Blüten erweitern.
    Z.B Ringelblumen.
    Die schmecken gut in Ringwlblumenbutter. Mit etwas
    Salz und Curry.

    Gefällt 1 Person

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