Gärtnern

Gartentagebuch

Ein Gartentagebuch zu führen ist nicht meine eigene Idee, sondern wurde bereits von vielen bekannten Gärtnern in der Vergangenheit durchgeführt. So z.B. auch von
Vita Sackville-West über die Arbeiten in Sissinghurst Garden, wie ich kürzlich gelesen habe.

Auch ich tue es seit vielen Jahren und möchte hier einmal über die Vorteile des Gartentagebuches berichten.

In mein Gartentagebuch trage ich alle wichtigen Gegebenheiten und Umstände ein,
von denen ich meine, dass sie in Zukunft für das weitere Gelingen meines Gartens
von Vorteil sein könnten und um mich an bestimmte Stimmungslagen erinnern zu können.
Schließlich kommt auch mal die Zeit – eigentlich ist sie schon da – wo ich mir nicht
mehr alles in meinem Garten einfach so im Kopf von Jahr zu Jahr merken kann.
Unweigerlich kommt es dann dazu, dass ich Wiederholungsfehler mache, die zu
Mehrarbeit und Frust und zu unnötigen Mehrkosten führen.

So trage ich z.B. Vermerke über das Wetter und die Temperaturen dort ein.
Anfallende Arbeiten zur richtigen Zeit wie Düngen, der Beginn des Schneckenkorn-
streuens, eventuell erforderliche Rosenspritzungen, Zeitpunkte für Gehölzschnitt, Pflanz- oder Aussaatzeitpunkte und Erntetage und Mengen.

Natürlich ist wetterbedingt nicht jedes Jahr gleich, so dass es zu Abweichungen kommt.
Aber dieses einmal über die Jahre hinweg als Vergleich zu lesen ist ja gerade das
Interessante. Habe ich die Clematis zum falschen Zeitpunkt geschnitten und sie
hat nicht geblüht, ist es mir eine Mahnung.

Ich vermerke auch regelmäßig die Blühzeitpunkte der Stauden, Sträucher und Einjährigen, so dass ich ungefähr bestimmen kann, was meistens zusammen blüht und wann, mit
etwas Glück, ein ganz besonders schönes Datum für eine Offene Gartenpforte oder
ein Gartenfest sein könnte.

Neupflanzungen werden mit Pflanzort und Namen eingetragen, so dass ich, wenn die kleinen Schildchen im Frühling nicht mehr zu finden sind, nachschlagen kann, wie denn die Neuzugänge vom vergangenen Jahr hießen oder wo ich nochmal dieses oder jenes hingepflanzt habe.

Es ist auch von Vorteil, sich im Frühling aufzuschreiben, wo freie Stellen sind, an denen noch einige Zwiebelblumen gut aussehen würden. Im Herbst findet man garantiert diese
Stellen nicht, weil große Stauden die Plätze noch verdecken.

Auch notiere ich im Sommer, welche Pflanzen farblich gar nicht zusammen passen,
um sie in der Pflanzzeit im Herbst dann umzusetzen.

Saatgut, welches bei zwei- bis dreifachen Versuchen nichts geworden ist, kommt mir nicht mehr ins Beet. Stauden, die trotz Dauerbemutterung einfach nicht wollen, bekommen keine dritte Chance. Irgendwann im Laufe der Jahre ist der Garten einfach zu groß geworden und die Zeit zu knapp für Wiederholungsfehler.
Schließlich möchte ich mich am liebsten nur über meinen Garten freuen und so wenig
wie möglich ärgern.

Auch Stimmungslagen des Gärtners sind in dem Gartentagebuch vermerkt.
Drohendes Gartenburnout wegen Überforderung genauso wie absolute Hochstimmung
an bestimmten Tagen, weil alles perfekt aussieht.

Ein Garten ist ständig in Bewegung und nichts bleibt gleich. Es ist ja gerade das reizvolle
beim Gärtnern, dass man mit seinen Mitteln versuchen kann, das schönstmögliche
Ergebnis zu erzielen. Doch die Natur und das Klima beeinflussen das eigene Schaffen,
so dass immer eine Überraschung dabei heraus kommt.

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