Gärtnern

Waldgarten

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In dem Wunsch, jeden Winkel meines Gartens irgendwie nach seinen Möglichkeiten zu gestalten, nahm ich mir vor acht Jahren auch unser kleines Tannen- und Lärchenwaldstückchen vor. Die Nadelbäume sind dort über 20 m hoch und lassen nicht allzuviel Licht durch. Aber ich hatte gehört, dass auf Flächen, auf denen sich von selbst Sämlinge ansiedeln, eine Bepflanzung gelingen kann.
Ilex und unser heimischer Becherfarn hatten sich dort von selbst angesiedelt und jede Menge Waldsauerklee.
Also startete ich mein Projekt. Als erstes wurden die Brombeeren gründlich entfernt.
Zu den heimischen Farnen setze ich einige ausgesuchte Farne, Alchemilla mollisEpimedium (Elfenblume),  Aruncus (Waldgeißbart), Astilben , ein paar Hortensien und Ableger einiger anderer Stauden, von denen man jede Menge im Garten übrig hat. Außerdem bekam ich einige Azaleen geschenkt. An das hintere Ende pflanzte ich fünf preiswerte Rhododendronsträucher aus dem Supermarkt, denn das ganze war ja mal erst ein Versuch. Zur Frühjahrsblüte setzte ich Zwiebeln der Narzisse Ice Folies, die mir als Schattennarzissen empfohlen worden waren.

Die Ernüchterung kam bereits im ersten August, denn nicht die Dunkelheit
des Standortes war das Problem, sondern die Trockenheit, da die großen Bäume im fortschreitenden Sommer den Boden komplett aussaugen. Sowohl die ausgesuchten
Farne, als auch die Azaleen und die Hortensien waren sofort hin. Auch mit den Astilben hatte es keinen Zweck. Die Narzissen im darauf folgenden Frühjahr waren eine Enttäuschung, da nur ca. 10 Prozent zur Blüte kamen.

Aber die Supermarkt-Rhododendren,  Alchemilla mollis, Elfenblumen, der Waldgeißbart und eine Farnsorte Polystichum setiferum ‚Herrenhausen‘ waren mit den Bedingungen zurecht gekommen und hatten sehr gut überlebt. Also galt es weiter zu versuchen.

Ich pflanzte große Flächen des Gernium macrorrhizum (Balkanstorchschnabel), weitere
Sorten Epimedium, Brunnera (Kaukasus-Vergissmeinnicht), Trachistemon (Rauling),Sempervivum (Steinbrech), Ophiopogon japanicus (Schlangenbartgras) und versuchte es mit Hostasorten. Von dem Farn Herrenhausen pflanzte ich eine größere Fläche.
Außerdem verfrachtete ich Sämlinge von Digitalis (Fingerhut), Lunaria annua (Mondviole), Akelei und von einem gelb- und orangeblühenden Mohn, der wie Unkraut aus jeder Ecke des Garten quillt, in den Wald. Ich versuchte also mit Pflanzen, die so anspruchslos sind,
dass sie eigentlich überall wachsen, schöne Bereiche zu gestalten und den dunklen Wald zum Leuchten zu bringen.

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Wenn ich in diesem Frühjahr durch den Waldgarten gehe, bin ich sehr zufrieden.
Im Frühling bringen Schneeglöckchen und Buschwindröschen Farbe in den Wald.
Erythronium (Hundszahn) und Hyazinthoides (Hasenglöckchen) gedeien wunderbar.
Sehr kleine einfache gelbblühende Narzissen – Sorte unbekannt – haben sich bereits vermehrt. Auch Lunaria, Akelei und der orangefarbene Mohn versamen sich verlässlich und stören dort niemanden. Brunnera und Trachistemon schmücken mit ihren schönen Blättern. Die Hostapflanzen  vergrößern sich zwar nicht besonders, halten sich aber gut.
Am Ende des Weges leuchtet der vor acht Jahren gepflanzte Rhododendron.
Heimischen  Farn und  Sauerklee habe ich stehengelassen, so setzt sich das Bild auch hinter dem Zaun noch fort.

Von April bis Ende Juni ist der Waldgarten am schönsten. Danach kann man trotz
Bewässerung den Wasserverbrauch der riesigen Lärchen nicht mehr ausgleichen und Ende Juli fangen die Farne bereits wieder an, sich einzuziehen. Anfang August wird es hier leider  herbstlich und man nimmt schon einen ersten  Pilzgeruch wahr. Dann hat dieser
Bereich sein bestes gegeben. Das macht aber nichts, da dann andere Bereiche im
Garten erst zur Höchstform auflaufen.

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