Gärtnern

Winterblüte

Auch im Winter können wir uns über Blüten freuen. Es gibt Pflanzen, denen macht das unwirtliche Winterwetter gar nichts aus. Sie lieben die kurzen und kalten Tage und benötigen sie sogar für ihr Wachstum. In den noch tristen Beeten trumpfen sie mit frischer Farbe auf und locken uns nach draußen.

Mein persönlicher Favorit ist das Schneeglöckchen. Für mich beginnt das neue Gartenjahr, wenn sich seine ersten zarten grünen Triebe aus der Erde schieben. Von vielen Menschen unbeachtet oder sogar ungeliebt entsorgt, weckt es bei den „Galantophilen“ eine unglaubliche Sammelleidenschaft. Weltweit gibt es mehr als zwanzig Arten, mit vermutlich fünfhundert Sorten. Sie unterscheiden sich in Herkunft, Größe, Farbe, Blütenform, gefüllt und ungefüllt. Liebhaber zahlen ohne mit der Wimper zu zucken auch schon mal mehrere hundert Euro für ein einziges besonderes Exemplar! Wer sich unter die Jäger und Sammler begeben möchte, ist auf einem Schneeglöckchen-Event genau richtig, z.B. am 10. März auf Gut Bustedt in Hiddenhausen, siehe www.schneegloeckchen.de.com.

Schneeglöckchen gehören zu den Geophyten (Zwiebelgewächsen) und kommen ursprünglich aus Westeuropa und Kleinasien. In der Natur wachsen sie bevorzugt auf Waldwiesen, Auen und in Laubwäldern. Sie bevorzugen einen halbschattigen und feuchten Standort. Schneeglöckchen wurzeln tief und mögen keine flache Pflanzung. Auf Düngung kann man getrost verzichten, da dadurch nur Blattwuchs angeregt wird und die Blüte spärlich ausfällt. Ihre Vermehrung erfolgt über Tochterzwiebeln, aber auch Ameisen tragen zur Verbreitung von Samen bei. Literaturliebhaber finden wertvolle Portraits in dem Buch „Schneeglöckchen – Zauber in Weiß“, von Günter Waldorf, DVA-Verlag.

 

Der Winterling erinnert mit seiner leuchtend gelben Farbe an eine Butterblume. Jedoch sind es die Blütenhüll- und Staubblätter, die sich so leuchtend zur Schau stellen. Häufig erscheinen die Blüten vor den Laubblättern, die ihn wie eine Halskrause umgeben. Der Winterling braucht oft geraume Zeit um sich an einem neuen Standort einzugewöhnen, deshalb sollte man sich größere Stückzahlen der kleinen Knollen gönnen, wenn man ihn im Garten ansiedeln möchte. Am besten legt man die kleinen Wurzelknollen über Nacht in etwas Wasser und setzt sie dann 5-7 cm tief in die Erde. Hat sich der kleine Winterblüher erst einmal gut etabliert, wird er auch mit Schnee und Eis spielend fertig. Er benötigt jedoch einen windgeschützten Platz im lichten Schatten von Gehölzen. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche, zu lange Trockenzeiten mag er nicht.

Netzblatt-Iris (Iris reticulata)

Die Netzblatt-Iris, auch Netzblatt-Schwertlilie genannt, versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Zuverlässig zeigt sie ihre Schönheit und ihren Duft in jedem neuen Gartenjahr. Die Netzblatt-Iris gehört zu den frühesten von mehr als dreihundert Iris-Arten und verbreitet sich über Tochterzwiebeln. Ihren Namen hat sie von der netzartigen Haut, die über der eigentlichen Zwiebel liegt. Es gibt sie in mehreren Farbvarianten, von himmelblau über violett bis tief dunkelblau, aber auch in cremefarben oder weiß. In kleinen Tuffs kommt ihre Pracht am besten zur Geltung. Ihre Höhe erreicht maximal 15 Zentimeter, somit ist sie deutlich kleiner als ihre später blühenden Schwestern. Sie benötigt einen durchlässigen, humosen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage.

 

Krokusse gehören zu den beliebtesten Frühblühern in unseren Gärten. Ganz grob kann man Krokusse in drei Arten unterteilen. Der frühblühende botanische Krokus zeigt seine kleine, zarte Blüte bereits im Februar. So zierlich die Pflänzchen auch sind, sie trotzen Schnee und halten Minusgrade tapfer aus. Zwischen März und April blühen die großblütigen Krokus-Hybriden. Inzwischen gibt es mehr als achtzig Arten in den verschiedensten Farben und Varianten. Sie sind vielseitig einsetzbar und für Staudenbeete, unter lichten Gehölzen, Steingärten, Kübel und zum Verwildern in naturnahen Gärten geeignet. Im September zeigen sich die herbstblühenden  Arten, wozu auch der Safran-Krokus, Crocus sativus, gehört, dessen Staubfäden getrocknet werden um Speisen zu verfeinern. Krokusse lieben humusreiche und durchlässige Böden an sonnigen Standorten.

 

Neben den winterblühenden Beetpflanzen, zeigen Gehölze wie z. B. Zaubernuss, Winterschneeball, Winterjasmin und Kornelkirsche ab Februar ihren hübschen Blütenschmuck.

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