Gärtnern

Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht

In meinem Garten mußte der ca. 15 Jahre alte Holzzaun erneuert werden. Kurzentschlossen machte ich mich im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Unternehmen. In Frage kamen für mich Landschaftsgärtner oder Zaunbauer, dabei sollten sie nicht weiter als 10 km entfernt liegen. Meine Wahl fiel auf eine GalaBau Firma in meiner Nachbarstadt, die mir vor ca. 5 Jahren ganz unbürokratisch geholfen hatte, als ich eine kleine Bruchsteinmauer in meinem Garten abbaute und die untersten Steine nicht bewegt bekam. Ich fragte die Mitarbeiter, die gerade  in der Nachbarschaft tätig waren, um Hilfe; und 1-2-3 waren die Steine aufgehoben und an ihrem neuen Standort platziert. Mit einem kleinen ‚Trinkgeld‘ bedankte ich mich für diese spontane Hilfe.

Und genau diese Firma sollte  nun den Holzzaun-Auftrag von mir bekommen. Bei dem ausgemachten Besichtigungstermin sollte ich dann aber mein ‚blaues Wunder‘ oder besser mein ‚grünes Wunder‘ erleben.

Kaum hatte der Herr Galabauer meinen Hof betreten und noch bevor ich ihm den alten Holzzaun zeigen konnte, kam die Äusserung des Jahres (für mich). Er meinte: „Hier gibt es aber noch viel zu tun!“

Ich war in meiner Seele gekränkt, halte ich doch meine Rabatten, vorwiegend Stauden aber auch Rosen und Einjährige, mit viel Herz in Schuss.

Aber es wurde noch schlimmer. „All diese Blumen und Stauden machen doch nun wirklich zu viel Arbeit, und die Jüngste sind Sie doch auch nicht mehr. Das reißen wir alles raus, säen Rasen ein und dann kaufen Sie sich einen schönen Schaukelstuhl und einen Mähroboter und sehen ihm dann  -in aller Ruhe- bei der Arbeit zu.“

Ich war sprachlos… und schaute ihn wohl so entgeistert an, daß er noch meinte: „Gute Frau, spätestens in fünf Jahren sind Sie mir dankbar für die Beratung.“

Ich bat ihn mit aller Höflichkeit, die ich noch aufbringen konnte, meinen Hof sofort zu verlassen.

Vielleicht hätte ich ihm noch sagen sollen, dass ich eine von den neun BeetSchwestern (aus seiner Region) bin.

 

10 Kommentare zu „Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht

  1. Liebe Sigrun,
    meiner lieber Scholli,……ich muss Dir sagen, dass ich nicht so freundlich geblieben wäre.
    Dass ist nicht nur völlig unprofessionell , sondern auch dreist und unverschämt.
    Wie kommt dieser Mensch dazu,…..er scheint keine “ kleinen “ Aufträge mehr nötig zu haben. Letztendlich auch egel, was ihn zu solcher Äußerung veranlasst hat…es war daneben. Du wirst die richtige Firma finden….garantiert ! lG Dorothee

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  2. Da bin ich aber froh, dass mein Gartenbauer völlig begeistert ist von meinen Staudenbeeteb und meint, dass sei doch schöner als Rasen und auf Dauer doch weniger Arbeit, wenn alles dichter zusammengewachsen ist, als wenn ich jede Woche Rasen mähen muss. Recht hat er.

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  3. Darüber wütend zu sein, das kann ich so gut verstehen. Ich denke, heute ist schnell gutes Geld zu verdienen, wenn man solche Vorschläge macht und selbst nicht viel Ahnung von Garten – und Landschaftsgestaltung hat. Und bei diesem Kahlschlag bleibt es dann nicht, Gabionen und Schotterflächen kommen dazu. Das „hilft“dann dem „Gartenbaubetrieb zu Gewinn und Tiere und Pflanzen bleiben auf der Strecke. Ganz schlimm

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  4. Unglaublich, wahrscheinlich wäre dann noch als nächster Ratschlag gekommen doch wegen der Pflegeleichtigkeit ein Schotterbeet anzulegen 😉 Genau wegen dieser GalaBau-Firmen sehen Gärten oft so abschreckend aus.
    Ich hätte ihn auch des Platzes verwiesen!
    Liebe Grüße Arlene

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