Insekt des Jahres 2019

Rostrote Mauerbiene, Insekt des Jahres 2019

Mit der Rostroten Mauerbiene (Osmia bicornis, früher auch als Osmia rufa bekannt) wurde zum zweiten Mal eine Wildbiene zum „Insekt des Jahres“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekürt. Rund 700 Wildbienenarten leben in Mitteleuropa.

„Wir möchten mit dieser Wahl auch auf das Artensterben der Wildbienen aufmerksam machen – auch wenn unser Jahresinsekt bisher nicht als gefährdet gilt“, begründet Prof. Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg und Vorsitzender des Auswahl-Kuratoriums die Entscheidung. „Auch wollen wir generell auf die hohe Bedeutung der Bestäubung als Ökosystemdienstleistung hinweisen, die für unsere Nahrungsmittelproduktion äußerst wichtig ist.“

Fast jeder kleine Hohlraum ist geeignet

Aufgrund ihres Nistverhaltens ist die Rostrote Mauerbiene häufig in der Nähe menschlicher Behausungen zu finden. Die 8 bis 14 Millimeter großen Insekten nutzen vorhandene Hohlräume in Trockenmauern, Löß- und Lehmwänden, aber auch in Totholz, lockerem Gestein und zahlreichen anderen Strukturen, um darin ihre einzelnen gemörtelten Brutnester anzulegen. Nester dieser Biene wurden schon in Türschlössern, in der Plastikhülle eines Rolladenstoppers und sogar in einer Holzflöte gefunden. Gerne nimmt die Rostrote Mauerbiene künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an.

Die an eine schlanke Hummel erinnernde Bienenart ist nicht zum Stechen aufgelegt, das „Zusammenleben“ mit dem Menschen ist kein Problem. Im Gegenteil: Die Mauerbiene bietet Gelegenheit, den Lebenszyklus eines Insektes ganz aus der Nähe zu beobachten.

Schlupfen die Weibchen, warten die Männchen bereits

Pro Jahr entwickelt sich eine Generation. Die Weibchen legen im Frühjahr die mit Pollen gefüllten Nisthöhlen an, in denen sich die Larven bis August zu erwachsenen Bienen entwickeln. In diesem Zustand verharren sie bis zum nächsten Frühjahr, um sich dann mit ihren kräftigen Kiefern aus dem verschlossenen Nest zu nagen. Dabei schlüpft der männliche Nachwuchs zuerst – wenn die Weibchen schlüpfen, warten die Männchen bereits zu Paarung und der Zyklus beginnt erneut.

Textquelle NABU: https://www.nabu.de/news/2018/11/25571.html