Schreiberei

Straßenbegleitgrün

Wenn ich mit meinem Hund Gassi gehe, fällt mir auf, dass die Straßenränder unfreiwillig immer grüner werden. Mich freut das. Auch wenn das neue Grün wohl eher den knappen Kapazitäten der Stadtverwaltungen und der mangelnden Lust am Fegen der Hausbesitzer geschuldet ist. Da wachsen Sachen, die ich nicht kenne und auch in keinem Staudenbuch oder anderem Atlas finde. Kleine, unscheinbare, aber zähe Pflänzchen. Sie müssen notgedrungenermaßen mit wenig Wasser und Nahrung auskommen. Mich interessiert natürlich, was es ist und woher es kommt. Da muss man aber schon tief in die Botanik eintauchen.

Die meisten Sachen finde ich nirgendwo beschrieben. Viele Samen verbreiten sich per Autoreifen. Da die LKW und PKW bei uns im Ruhrgebiet aus aller Herren Länder kommen, wird der Bewuchs international sein. Natürlich schaffen es auch einige Neuankömmlinge in unsere Gärten und finden da paradiesische Zustände vor. Da ist Vorsicht angebracht, weil manch eine neue Pflanze  sich als invasiv und stark ausbreitungswütig entpuppt. Ökologisch betrachtet, finde ich dieses Straßenbegleitgrün aber gut. Die Natur hilft sich, wo sie kann, wenn anderorts Geröllwüsten in den Vorgärten zunehmen. Die Tierwelt findet vielleicht bei dem ein oder anderen auch was Essbares. Vielleicht überleben auch hier einige Arten, die sonst an Ackerrändern zu finden sind. So ein Samen kann ja sehr lange im Boden schlummern, bevor er keimt. Und wer weiß schon, welche lange Reise er hinter sich hat.

2 Kommentare zu „Straßenbegleitgrün

  1. Liebe Annette, vielen Dank für die Beobachtungen und die Fotos.
    Vielleicht hilft die App “ Flora incognita“ der TU Ilmenau beim Bestimmen so mancher Fundstücke am Wegesrand weiter. Nicht nur Namen, sondern auch Klassifikation, Verbreitung und mögliche Verwendungsweise der Pflanzen werden angezeigt. Ich gehe so gern auf Entdeckungsreise…
    Viele Grüße
    Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      Danke für den Tipp, die App werde ich mir runterladen. Ist schon interessant was wo alles wächst. Viele Menschen bemerken das Grün überhaupt nicht. Dabei kann man so botanische Expeditionen im eigenen Umfeld machen.

      Viele Grüße

      Annette

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