Gartenbesuche · Gärtnern

Willkommen in Gabis Garten!

Heute möchte ich Euch in meinen Garten mitnehmen, der im südlichen Ruhrgebiet an einem Waldrand zu finden ist. Meine Eltern haben ihn 1950 angelegt, damals war das Grundstück noch 8000 qm groß. Mittlerweile sind es nur noch 4400 qm, aber es reicht so gerade…

Wenn Ihr durch die Gartenpforte kommt, empfangen Euch die duftenden Blütendolden der Rose ,,Guirlande d’amour“, zu ihren Füßen das Geranium ,,Rosemoor“ – mein Favorit unter den Storchschnäbeln und ein absoluter Bienen – Hotspot! Dort, wo die Sonne nicht hinkommt, nämlich an der Nordseite des Hauses, wachsen Waldgeißbart, Funkien, Astilben und Hortensien sowie die Waldaster (A. divaricatus) – alle weißblühend, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Weiter geht’s um das Haus herum, hier wird der Garten geprägt von Staudenbeeten in verschiedenen Farbkombinationen, mehreren Wiesen sowie großen Rhododendren und zwei ca 250 Jahre alten Traubeneichen. Sie beschirmen den Garten, spenden Schatten in heißen Sommern und sind Lebensraum für unzählige Vögel und Insekten. Alte Bruchsteinmäuerchen und knorrige Gehölze geben diesem Bereich Struktur, und zusammen mit den Wiesen (Rasen will ich die bunte Mischung mal nicht nennen) entsteht ein eher ruhiges Bild. Durch Aufasten der Rhodos und des Korkenzieherhasels versuche ich, die Wege weiterhin begehbar zu halten, und gewinne so zusätzlichen Platz für Schattenstauden. Das klappt mal mehr, mal weniger gut, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel…

Je weiter Ihr nach Westen vordringt, desto naturnaher wird das Ganze. Ihr geratet in ein Wäldchen, das bis vor Kurzem aus Fichten und Lärchen bestand, angereichert mit Eiben, Buchen und Holunder, die sich ungefragt dort niedergelassen haben. Das mit den Fichten hat sich dank des Borkenkäfers erledigt, somit ist jetzt Platz für neue, klimafestere Bäume. Aber das ist dann ein Thema für den Spätherbst. Auch hier versuche ich unermüdlich, etwas Blühendes anzusiedeln, was im Frühling auch einigermaßen nett aussieht, aber spätestens im Sommer dulden die Bäume keine Konkurrenz um das knappe Regenwasser. Ansonsten wachsen hier mein Kompost und diverse große Totholzhaufen, zur Freude der kleinen Waldbewohner.

Dann kommt Ihr zwangsläufig zurück und macht vielleicht einen kurzen Schlenker um den versteckten kleinenTeich mit Seerosen und Molchen, auch er ein Kind der 50er Jahre – nierenförmig! Der wunderbare dornenlose Rambler ,,Lykkefund“ blüht jetzt und erobert nach der etwas altersschwachen Pergola nun auch das Gartenhaus.

So, und jetzt gehen wir nach Osten, vorbei am Sonnenbeet in orange und gelb, Richtung Gemüsegarten:

Hier ist das eigentliche Herzstück meiner gärtnerischen Bemühungen: Es gibt die Beerenallee, verschiedene Obstbäume und natürlich die Gemüsebeete inklusive eines 10m langen Hochbeets, vom Vater gemauert. Nach jahrelangen Versuchen mit diversen Gemüsen, vor allem Kohlsorten, konzentriere ich mich nun auf Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Mangold, Salate, Buschbohnen sowie Zucchini und Hokkaidokürbis – das funktioniert wenigstens, auch wenn die Zöglinge sich den Platz mit Fingerhut, Mutterkraut und Co teilen müssen. Kräuter gibt es auch, und mein neuestes Projekt ist die Wildbienenwiese. Hier gedeihen neben Wildkräutern für Spezialisten, z.B. Natternkopf, Wegwarte, Wollziest und Frühlingsplatterbse, viele pollen- und nektarreiche Blumen, und auch Löwenzahn, Hahnenfuß, Disteln und Huflattich werden hier geduldet. Der Boden ist mager und offen, sodass die bodenlebenden Wildbienen und Hummeln dort wohnen können.

Hier steht auch ein Bienenvolk von Beetschwester Annette, und offensichtlich ist genug für alle da, denn laut der Imkerin arbeiten die Mädels ganz vorbildlich.

Momentan dominieren die Margeriten, aber Johanniskraut und Natternkopf stehen schon in den Startlöchern. Es ist sehr spannend, die Insektenvielfalt zu beobachten – Wildbienen sind schwer zu fotografieren (zu fix), aber ich habe viele andere tolle Insekten entdeckt!

o.l.männl. Ampfer-Grünwidderchen

o.r. Raupe des Schwalbenschwanzes

u.r. Veränderliche Krabbenspinne

u.l. weibl. Plattbauchlibelle

Ich hoffe, der virtuelle Rundgang hat Euch gefallen, auch wenn keine Düfte, kein Summen, Brummen und Zwitschern zu riechen und zu hören waren!

Aber wenn Ihr Lust habt und in der Nähe seid, könnt Ihr nach Voranmeldung (gabi.hunschede@gmx.de) gerne mal vorbeischauen 😉

15 Kommentare zu „Willkommen in Gabis Garten!

  1. Wieviel m2 Erde da wohl bewegt wurden, bevor aus einem nach 1945 abgeholzten Eichenwald ein derart humöses Biotop werden konnte. Ich gehe heute noch am Stock. Komme aber immer gerne dorthin zurück.(bis er bricht)

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  2. Gabi, Du hast den schönsten Garten!!! Wie verwunschen, wie neu, wie alt, wie kreativ!!!
    warum in die Ferne schweifen… Wunder, wunder, wunderschön!!!!

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  3. Liebe Gabi,
    boah ey, da hat sich ja einiges getan in deinem Garten, seit wir das letzte mal da waren, im Mai 2017.
    Grüße aus Bremen
    Heike

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  4. Hallo Gabi,
    in deinem Garten könnte ich bestimmt stundenlang umherschlendern und nach allem,was kriecht und krabbelt Ausschau halten.
    Ganz toller Garten!
    Herzliche Grüße,
    Annette

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    1. Liebe Petra, dankeschön! Mir gefällt er auch, obwohl man ja als Gärtner immer auf die Ecken kuckt, die noch Handlungsbedarf haben….

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  5. Liebe Headgardenerin,
    vielen Dank für den wunderbaren Einblick. Ich bin ein großer Fan deines verwunschenen Gartens, in dem sicherlich auch die ein oder andere Fee ihr Dasein genießt.

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    1. Liebe Carmen, was wäre eine Headgardenerin ohne Fans😙 Die Feen haben auf dem bemoosten Dach des Gartenhauses ein Penthouse!
      LG Gabi

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  6. Dankeschön! „Urig“ kam mir in den Sinn. Mir fiel die Kindergeschichte vom „heimlichen“(?) / „verwunschenen“ (?) Garten ein. Das Zierlachgesicht …äh Zierlauch entlockte auch mir einen Schmunzler. Ich finde die unterschiedlichen Stile eurer Gärten sehr spannend.

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    1. Liebe Ynnette, ja, verwunschen trifft es ganz gut! Ich könnte jetzt behaupten , dass es Absicht ist, aber das Ausmaß dieser Lebensaufgabe lässt es einfach nicht zu, überall einen aufgeräumten Zustand zu halten. Wenn ich im Westen a gekommen bin, ist im Osten schon wieder Dschungel. Aber das ist alles gut so, vor allem für das kleine Getier….LG Gabi

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