Gärtnern · Schreiberei

Achtsamkeit und Entspannung

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Zu Beginn meiner Zeit als Gartenbegeisterte konnten die Stauden nicht genug Blüten in meinen Wunschfarben haben und sollten am besten ganzjährig durchblühen. Vom Frühling bis zum Winter sollte mein Garten ein Blütenmeer sein. Gekauft habe ich, was in den Anzeigen der bunten Zeitungsbeilagen topfotografiert angeboten wurde. Die Erkenntnis, dass Bildbearbeitungsprogramme und Pflanzendoping kräftig nachgeholfen haben, folgte auf dem Fuß.

Der nächste Schritt erfolgte nach dem Studium der diversen Staudenbücher und Gartenbesuche. Außergewöhnlich und eher selten sollten die Stauden nun sein. Marktneuheiten, nicht etwas, was jede/r im Garten hat. Die Kenntnis, welchen Boden oder welche Lichtverhältnisse ich in meinem Garten habe, war inzwischen da. Aber viele dieser „Diven“ benötigten viel Aufmerksamkeit oder mochten meine Gartenverhältnisse dann wohl doch nicht. Kurze Zeit später waren sie sang- und klanglos verschwunden.

 

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Inzwischen fällt mein Augenmerk auf die sogenannten Allerweltsstauden und die Bienenfreundlichen. Viele wachsen schon einige Jahre robust und pflegeleicht in meinen Beeten. Mit den Wetterkapriolen kommen sie ganz gut zurecht. Außer ihren Blüten haben sie mir noch mehr zu bieten, zum Beispiel attraktive Blätter oder eine schöne Herbstfärbung. Inzwischen erfreue ich mich auch viel mehr an der Tierwelt im Garten als nur an den Blüten. Durch meine Imkerei und diverse Vorträge und Literatur über Wildbienen und Insekten sehe ich nun genauer hin, wer oder was sich in meinen Beeten tummelt. Ich nehme mir die Zeit zu beobachten, welche Wildbienenart gerade jahreszeitlich unterwegs ist. Im Bestimmungsbuch wird dann nachgeschaut, wer zu Besuch war. Sammeln die Bienen eher Pollen oder Nektar an bestimmten Blüten? Gibt es auch Schmetterlinge und Nachtfalter, wenn ja, welche? Welche Tiere waren im Garten? Welche Spuren haben sie hinterlassen?

So habe ich neben dem meditativen Wildkrautzupfen noch ein weiteres Plus an Entschleunigung bei meinem Hobby. Das genauere Hinsehen schult das Auge und die Achtsamkeit.

 


Hier noch eine Buchempfehlung für alle, die wissen möchten, was sie tun können, um Tiere in ihre Gärten zu locken:

Meise mag Melisse: Mit den richtigen Pflanzen Lebensräume schaffen für Insekten, Vögel & Co. Das Buch von Elke Schwarzer enthält unter anderem 70 ausführliche Tier- und Pflanzenportraits.

Werbung ohne Auftrag, aber aus Überzeugung. 😉

4 Kommentare zu „Achtsamkeit und Entspannung

  1. Guten Morgen,
    die Pfingstrosen sind wirklich gut für diese Wetterverhältnisse geeignet. Ich bestücke ja gerade meinen neuen Schrebergarten. Da stehen auch einige, ungefüllte, auf meiner Wunschliste. In diesem „Winter“ war es einigen mediteranen Pflanzen sicher zu nass in meinem schweren Lehmboden. Da helfen auch moderate Temperaturen nichts. Aber ich gucke mich eh nach heimischen, bienen/insektenfreundlichen Stauden um.
    weiterhin gute Gesundheit und innere Ruhe

    Annette

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  2. Herrlich, als ich das las, hatte ich fast das Gefühl, das wäre ein Artikel aus meinem Blog, von mir geschrieben. So ging es mir auch. Stauden aus dem Discounter, von denen keine einzige mehr existiert.Und meine Wunschstauden. Mir kamen die Schnecken und die Hitze und Dürre dazwischen. Hätte ich mental nicht umgeschwenkt, wäre mein Garten jetzt eine Wüste ohne Pflanzen. Aber mit den richtigen Genossen geht das alles. „Schnecken keine Gefahr“ und „trockenheitsresistent“ MUSS mittlerweile für mich dabei stehen. Wenn dann noch „Bienenpflanze“ und „samt sich selbt aus“ erwähnt werden, gehört sie fast schon mir. Schön zu wissen, dass es anderen Anfängern auch so ging wir mir.
    Schöne Gartenzeit wünscht der Achim

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    1. Hallo Achim,
      ja, aus den Fehlern anderer kann so Manche/r vielleicht was lernen und eine Menge Geld sparen. Inzwischen lege ich mehr Wert auf einen sehr naturnahen Garten. Die englischen Vorbilder sind ein bisschen in den Hintergrund gerückt, schon allein weil die Wetterveränderungen das nicht mehr erlauben und ich mir keinen Stress mehr machen möchte.
      Ich wünsche dir auch eine schöne Gartensaison

      Annette

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      1. Das stimmt wohl mit den Wetterverhältnissen. Einzige Pflanze, die noch zu meinem alten Bild vom Traumgarten passt und auch in diesem Wetter bestens gedeiht, ist die Pfingstrose. Ja man muß einfach flexibel bleiben, schade nur, dass , egal wie heiß und trocken die Sommer sind, wir dennoch keine mediterranen Pflanzen setzen können. Für die sind die Winter , jedenfalls bei mir daheim doch noch zu kalt. Oder wenn, wie dieses Jahr fast kein Frost im Winter , dann die Spätfröste im März (wie jetzt mit -6 bis -8Grad) oder das sogar wie letztes Jahr Ende April. Aber es gibt ja dennoch genügend andere, die doch gedeihen. Und die dennoch zum Wetter passen.
        Bleib gesund und viel Spass im Garten wünscht der Achim

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