Gartenbesuche · Streifzüge

Mit dem Fahrrad unterwegs auf der Gartenroute Münsterland

Eine Radrundroute, zwei Räder, vier Gärten und vierzig Kilometer.

Vor kurzem bin ich im Netz über die neue Gartenroute im Münsterland gestolpert. Garten und Münsterland geht gut zusammen und ist ja auch nicht neu. Was neu ist, ist, dass es eine Gartenroute für Fahrradfahrer ist. Und das trifft meinen Nerv, ich liebe Fahrradfahren und Garten ja sowieso. Also habe ich mich hingesetzt, mir die Tour über den Routenplaner so zusammengestellt, wie sie mir gefällt. Dann noch den besten Ehemann von allen eingeladen mitzukommen, Räder auf`s Auto und los geht`s.

Gestartet sind wir in Velen am Gasthaus Rappers Wir haben dort einen kleinen, sehr leckeren Imbiss gehabt, schließlich dauerte unsere Anfahrt mit dem Auto schon fast 2 Stunden. Wir haben den freundlichen Inhaber gefragt und durften unser Auto dort stehen lassen.

Der erste Stopp war im Garten Borggreve-Sommer, nicht weit von dem Gasthaus entfernt. Dieser 2500 qm große Landhausgarten hat uns mit seinen farblich abgestimmten Staudenrabatten und herrlichen Rosen, auch in Kombination mit Clematis verzaubert. Sehr gut gefallen hat uns auch der barocke Gemüsegarten, in dem das Gemüse einen wunderbaren Zierwert hat und auch schon mal blühen darf. Die einzelnen Gartenräume sind geschickt mit Hecken unterteilt. Je weiter man sich vom Haus entfernt, umso lockerer und wiesenhafter wird die Gestaltung. Das macht einen schönen Übergang in die Wiesen und Felder, die den Garten umgeben. In diesem Garten war eine herrlich entspannte Stimmung, die uns die Weiterfahrt erschwerte, aber wir wollten ja noch mehr sehen.

Und weiter führte uns unser Weg etwa 18 km ins Nachbarland, die Niederlande. Die Strecke führte uns durch Feld und Flur. Vorbei an alten Höfen, Baumschulen und kleinen Siedlungen. Wir haben unterwegs Kiebitze und einen Fischreiher gesehen, Esel getroffen und Kuhherden beim Grasen zugesehen. Durch die typische Münsterländer Heckenlandschaft war unser Weg meistens windgeschützt. Die Wegstrecke war überwiegend gut befestigt, nur ein kurzes Stück Sandweg galt es zu bewältigen. Unterwegs gab es eine schöne Rastmöglichkeit in einer Schutzhütte im Wald und auch ein Biergarten war ausgeschildert, aber wir waren gut gestärkt und hatten unser Ziel fest im Blick. Die Grenze ins Nachbarland hätten wir fast verpasst, sie lag auf einem Feldweg. Aufgefallen ist es uns aber doch, weil sofort die Häuser einen anderen Baustil haben und natürlich, weil die Schilder eben niederländisch sind.

Kurz hinter der Grenze befindet sich das Örtchen Kotten mit dem Landschaftsgarten Rosenhege Auf einer Fläche von 4,5 Hektar hat Willi Grijsen, eine studierte Gartenarchitektin, einen bemerkenswerten Designgarten mit unterschiedlichen Schaugärten geschaffen, in denen internationale Gartenkonzepte vereint sind. So gibt es den englischen Cottagegarten mit klassischen Rosen und Staudenbeeten. Den südlichen Garten, der zum Entspannen unter Pinien und Zypressen einlädt.  Den modernen immergrünen Garten mit organisch geschnittenen Eiben oder Buchsbäumen. Und dann die wunderbare Landschaft aus Lavendelhügeln. Bei unserem Besuch war es für den Lavendel noch zu früh, dafür strahlte das Band aus Katzenminze in einem magischen Blau und es war ein einziges Summen von Hummeln und Wildbienen darin. Und noch vieles mehr, das sich bei ausgedehnten Spaziergängen entdecken lässt. Anschließend lädt das „Keltisch Koffiehuis“ zum Verweilen mit Blick in den Garten ein.

Gut gestärkt nach einem Caffè Crema und einem „Celtic White Horse“ (Eis mit Fruchtkompott und Sahne) stiegen wir wieder auf unsere Räder. Unsere Route führte uns weiter über wenig befahrene Straßen und durch den Grenzort Oeding Richtung Weseke.

Denn unser nächster Stopp war der Historische Apothekergarten. Er ist in Form einer Spirale angelegt und schickt den Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Pflanzenheilkunde. Verschiedene Themenbeete befassen sich mit der Nutzung der Arzneipflanzen. Insgesamt 21 Stationen zeigen Heilpflanzen aus verschiedenen Epochen. Wer etwas über die Geschichte der Pflanzenheilkunde erfahren möchte, ist hier genau richtig. Es ist auch möglich eine sachkundige Führung zu buchen.

Neben dem Apothekergarten, der im Quellengrundpark liegt, kann man den Geologischen Garten besuchen. Mittelpunkt des Geologischen Gartens ist eine Erdzeituhr mit 24 Stundensteinen, die für einen Tag stehen und das bisherige „Leben“ der Erde abbilden. Oder man legt eine Rast ein. Hierzu laden Bänke und Tische die Besucher ein.

Nicht weit vom Apothekergarten entfernt befindet sich der Garten Picker Dieser Garten hatte an diesem Tag leider die Gartepforte nicht geöffnet. Ich kenne ihn aber aus vorherigen Besuchen und kann einen Besuch dort wärmstens empfehlen. Der Garten ist ein Staudenparadies. Über 2.300 verschiedene Sorten können dort entdeckt werden. Darunter eine Vielzahl an ausgefallenen Pflanzen, aber auch Rosen, Hortensien, Wasserpflanzen und vieles mehr. Zu dem schönen Schaugarten gehört eine kleine Gärtnerei. Das Angebot an verkaufsfertigen Stauden und Pflanzen ist während der Gartensaison wirklich umfangreich.

Vollbepackt mit herrlichen Gartenbildern im Kopf und in der Kamera ging es auf das letzte Stück unserer Etappe bis zu unserem Parkplatz beim Gasthaus Rappers, wo wir es uns nicht haben nehmen lassen, noch einmal einzukehren und den Tag Revue passieren zu lassen.

Hinweise für die Gartenbesuche. Nicht alle Gärten sind ständig geöffnet, der Garten Borggreve-Sommer ist ein Privatgarten, der an mehreren Terminen im Sommer öffnet. Und der der Garten Picker hat an den Sonntagen in der Regel ebenfalls geschlossen. Es ist also wichtig, sich vor Antritt der Fahrt über Öffnungszeiten zu informieren. Das geht zum Beispiel auf der Seite der Gärten in Westfalen. Alle Gärten nehmen ein Eintrittsgeld, das schwankte zwischen 2€ und 5 €/Person. Wem die Strecke zu lang ist oder er lieber noch mehr Gärten auf seine Tourliste setzen möchte, kann die Radtour auch auf zwei Tage ausdehnen und zum Beispiel in Weseke übernachten. Infos dazu gibt es auf der Homepage der Gartenroute Münsterland.

Hier noch ein paar ergänzende Infos für Radfahrer. Die Strecke ist meistens sehr eben. Hin und wieder gibt es leichte Anstiege, die aber gut zu bewältigen sind. Ich fahre ein E-Bike, aber nur, um mit meinem radtrainierten Mann mithalten zu können. Wir haben die 40 km Strecke als Rundkurs mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 18 km/h gefahren, reine Fahrtzeit betrug 2.15 Stunden.

Zu guter Letzt für mehr Transparenz: Wir haben Anreise, Eintritt in die Gärten und alles, was wir verzehrt haben, selbst bezahlt. Die Empfehlungen, die ich ausspreche, finde ich selbst gut und möchte sie an Euch weitergeben. Ich bekomme keinerlei Honorar oder Zuwendungen dafür.

2 Kommentare zu „Mit dem Fahrrad unterwegs auf der Gartenroute Münsterland

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