Gärtnern · Kreatives

Wasser marsch…. aber wie? Teil 2

Die Trockenheit hat uns weiterhin fest im Griff. Wasserknappheit wird an einigen Orten langsam zum Problem. Und die Diskussionen über das richtige Wässern im Garten nehmen zu.

Dabei geht es nicht nur um das Gut Wasser, sondern auch um unsere Zeit.

An einigen Abenden in der Woche mit dem Schlauch oder der Gießkanne durch den Garten zu streifen kann entspannend sein, … wenn ich das aber seit Wochen jeden Abend machen muss, … dann ist von Entspannung keine Spur mehr.

Umso wichtiger ist es dann, dass ich so effektiv wie möglich gieße, das Wasser da ist, wo ich es brauche und ich auch mal eben schnell einer Pflanze Wasser geben kann.

Wie kann ich das erreichen?

Verschiedene Zapfstellen für Wasser:
Wir haben unseren zentralen Wasserhahn vom Brunnen direkt am Haus. Dort hat mein Mann eine Verteilerstation gebaut. Ein 3/4 PE Schlauch geht nach vorne in den Garten und der andere nach hinten zum Gewächshaus. Da wir im Winter das Wasser ausstellen, muss der Schlauch auch nicht frostfrei verlegt werden.

Am Gewächshaus ist er funktionell. Dort teilt er sich auch noch einmal. Einmal zu 2 Wassertonnen und dann ins Gewächshaus hinein. Dort werden die Beete mit Tropfschläuchen bewässert. Die Zeit wird manuell mit einer Wasseruhr eingestellt.
Ein weiterer Schlauch geht von dort ab zum Obstspalier.

 

Im Vorgarten darf es auch dekorativ aussehen. Dort ist die Zapfstelle an einem alten Eichenbalken.

Mittlerweile haben wir auch 2 Schlauchwagen. Einer am Zentralwasserhahn und der andere im Vorgarten. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass unser Haus mitten auf den 1400 qm großem Grundstück steht und unser Vorgarten recht groß ist.

Regenwassernutzung ist noch einmal ein eigenes Thema, da könnten wir viel mehr machen.
Wir haben unsere Regentonnen unterirdisch durch einen 3/4 Zoll Schlauch miteinander verbunden. So müssen sie nicht alle direkt am Fallrohr stehen. Wichtig ist dabei, dass sie in Waage stehen, damit keine überläuft.

Wannen und Tonnen mit Gießkannen:
Am Anfang habe ich die Zinkwannen mit Wasser gefüllt, weil es so schön aussieht.
Mittlerweile stehen sie an strategischen Stellen, z.B. am Kräutertisch oder bei den Hostatöpfen. Und immer steht eine Gießkanne daneben. Am schönsten sind natürlich Zinkkannen. Aber im Moment stehen auch überall die grünen Plastikkannen. Die sind einfach leichter zu handhaben.

Mal eben in die Wanne tauchen und schnell ein paar halb verdurstete Pflanzen gießen….. ohne erst den Schlauch zu holen.

Schnell muss es gehen….beim Vorbeigehen.

Oder einfach die Töpfe in ein niedriges Weinfass stellen….sie saugen sich dann alleine von unten voll mit Wasser.

Wasser sparen kann ich bei bepflanzten Töpfen, indem ich sie ein Stück in die Erde eingrabe. Vor allem bei Tontöpfen klappt das gut. Sie ziehen sich dann auch Wasser aus dem Boden und trocknen nicht so schnell aus.

Im Gemüsegarten graben wir kleine Bewässerungsgräben neben den Reihen und Mulden neben Einzelpflanzen, wie z.B. Zuchini. Das verhindert, dass das Wasser oberirdisch wegläuft, wenn wir zu schnell gießen. Gesehen haben wir das im interkulturellen Gemüsegarten unserer Stadt. Die meisten Flüchtlinge sind Wasserknappheit gewohnt und haben ihre eigenen Erfahrungen mitgebracht.

Erste Hilfe bei gestressten Pflanzen:
Bei kleineren Pflanzen, die so schlappen, dass die Gefahr des Verbrennens besteht, hilft ein großes Zeitungsblatt als Sonnenschirm. Meine Mutter hat das früher immer im Gewächshaus gemacht, bei Stecklingen und Aussaaten. Das ist mir wieder eingefallen. Hilft total gut.

Bei Gehölzen lege ich das Gießgerät auf die Erde und reduziere den Wasserstrahl soweit, dass nur ein Rinnsal in die Erde läuft. Das wieder mit der Wasseruhr 3-4 x 30 Minuten rund um das Gehölz verteilt.

 

Bei einigen Gehölzen habe ich zusätzlich große Töpfe eingegraben. In die gieße ich dann mit der Kanne das Wasser und es kann so langsam in tiefere Schichten sickern.
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Das mache ich auch immer bei Neupflanzungen von Clematis und Rosen. Die sind als Tiefwurzler darauf angewiesen, das Wasser auch tief unten angeboten zu bekommen.

Drastisch eingegriffen habe ich bei unserer Koelreuteria. Wir haben eine große, 3 stämmige Pflanze am Eingang stehen. Der mittlere Stamm fing an, die Blätter abzuwerfen. Wässern alleine hilft da nicht mehr. Um die Pflanze zu entlasten, habe ich bei den beiden anderen Stämmen ganze Äste rausgeschnitten. Sie also ausgelichtet, NICHT GESTUTZT, sodass sie jetzt weniger Blätter zu versorgen hat.
Ich hoffe, es hilft!

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Stauden kann ich ersetzen, aber bei Gehölzen und Bäumen sieht die Sache schon ganz anders aus. Deshalb ist es gerade bei extremer Trockenheit wichtig, seine Bäume im Blick zu haben. Nicht nur zum Boden gucken, sondern nach oben in die Kronen muss der Blick gehen.
Und dann rechtzeitig anfangen zu wässern…. ergiebig genug.
Langsam und durchdringend… nicht 50 Liter auf einen Schlag. Da läuft das meiste oberirdisch weg.
Gut erscheinen mir die Wassersäcke, die von einigen Kommunen für ihre Straßenbäume genommen werden. Da wird das Wasser langsam abgegeben.
Wenn wir unsere Bäume erhalten wollen, dann müssen wir auch was dafür tun.
Je heißer es wird, umso wichtiger sind sie.

 

 

 

 

 

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