Empfehlenswertes · Gärtnern

Wasser Marsch…. aber wie?

….kann Spuren von unbezahlter Werbung enthalten…

Wasser wird immer mehr ein Thema im Garten. Wann, wie oft, wie viel, wie lange…. Oder gar nicht?
Hier im Münsterland hat es seit Monaten nicht mehr durchdringend geregnet. Dazu das wirklich schöne Sommerwetter, oft noch mit Wind. Das bringt viele Pflanzen an ihre Grenzen.

Die Natur leidet extrem darunter und viele Bäume haben schon gelbe Blätter. Das Getreide ist 4 Wochen eher abgemäht, aber mit viel weniger Ertrag als sonst. Wo soll das hinführen? Wenn das jetzt öfter so bei uns ist, wie einige Meteorologen meinen, müssen wir im Garten umdenken.

Richtiges Gießen ist ein großes Thema, und wie so oft gibt es viele Meinungen und Methoden. Jeder Garten ist anders und alles lässt sich nicht immer übertragen. Ich kann nur berichten, wie wir es hier in unserem Garten, bei unserem schweren Kalkmergelboden mit unseren Pflanzen machen.
Und was ich meinen Kunden empfehle….

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Auf jeden Fall wäre es viel einfacher, wenn ich konsequent standortgerecht pflanzen würde. Abgestimmt auf die Bodenverhältnisse und den Lichteinfall. Dann hätte ich jetzt nicht so viele Probleme mit der Trockenheit.

Denn standortgerechtes Pflanzen ist die beste Methode, mit wenig Gießen und somit auch weniger Zeitaufwand, auszukommen.

Aber wie das dann so ist….. ich liebe viele Pflanzen und die möchte ich auch im Garten haben. Also muss ich differenziert wässern.

Aber wie mache ich es richtig? Gehen wir erst einmal von einem normalen Wetter aus……
Denn extreme Trockenheit erfordert etwas Umdenken.

Mein wichtigster Grundsatz ist:

Lieber einmal in der Woche durchdringend wässern, als jeden Abend ein bisschen gießen.

Ziel ist es, die Pflanze zu erziehen sich selbst mit Wasser zu versorgen. D.h. die Wurzeln müssen nach unten wachsen wollen. Und dort muss das Wasser hinkommen.
Wenn ich jeden Abend ein wenig Wasser gebe, ist nur die oberste Bodenschicht nass. Die Wurzeln merken das und kommen hoch, um sich dort zu versorgen. Sie werden faul und gehen nicht nach unten. Und der Gartenbesitzer muss ständig wässern.

 

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So ist es nicht effektiv.

Mit entscheidend ist dabei auch das richtige Gerät. Wenn ich, nach einer Neubepflanzung, beim Kunden die Gießberatung mache, lasse ich mir als erstes die Utensilien zum Wässern zeigen. Oft genug gibt es nur eine Sprühpistole. Damit kann man nicht richtig wässern. Der feine Nebel ist nur zum Staubbinden geeignet oder um die Luftfeuchtigkeit mal zu erhöhen. Bei den Wurzeln kommt so gut wie nichts an.
Besser ist ein Gießgerät mit Brausekopf, der Regner oder eine Gießkanne.

Aber wie viel muss gegossen werden?

Habe ich Stauden gepflanzt, waren die meistens in einem kleinen 10er Topf. Der ist ca. 10 cm hoch. Das Wasser muss so tief in den Boden eindringen, dass es das Ende des Wurzelballens erreicht.
Bei Gehölzen oder gar Bäumen ist es noch viel mehr.

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Bei einer größeren Fläche nehme ich immer den Sprenger. Wir haben einen, den ich differenziert einstellen kann. Das erleichtert die Arbeit und das Wasser kommt dahin, wo ich es haben will.
Er sitzt auf einem Metallständer, der variabel in der Höhe ist und drehbar. Dazu wird eine Zeitschaltuhr in der Schlauchzufuhr eingebaut. Die wird bei unseren Bodenverhältnissen auf 90 bis 120 Minuten eingestellt.
Somit weiß ich, wie lange er läuft und ich muss nicht mehr daran denken.

Aber wie kann ich sehen, wie tief das Wasser eingedrungen ist?

Wenn ich abends gewässert habe, warte ich bis zum nächsten Morgen. Dann nehme ich meinen Spaten, steche ihn tief in die Erde und ziehe ihn dann zu mir. So habe ich dann das Bodenprofil vor mir und kann sehen, wie tief das Wasser eingezogen ist.

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differenziert gegossen

 

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mit Sprenger durchdringend gewässert

 

Das ist aber von Boden zu Boden ganz unterschiedlich und jeder muss da seine eigenen Erfahrungen machen.

Die bestehenden Staudenbeete wässere ich so nur, wenn es, wie jetzt, sehr trocken ist.
(oder wenn die offene Gartenpforte naht)

Meistens stehen neugepflanzte Stauden ja irgendwo dazwischen. Da nehme ich den Schlauch mit dem Gießgerät und gieße sie direkt. Oder aber die Gießkanne. Und bitte nicht von hoch oben….. sondern unten tief ran an die Pflanze.

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so erreicht das Wasser nur die Blätter
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da kommt es direkt in den Boden

 

Mit Muße und Zeit….. Gießen kann auch sehr entspannend sein.

 

Eine kleine Übung dazu:
mit dem Gießgerät mal eine 10 Liter Gießkanne voll laufen lassen und die Sekunden zählen. Aber das Gießgerät so einstellen, wie es auch zum Bewässern benutzt wird.
Dann weiß man, wie lange es dauert, um mit dem Gießgerät 1 qm mit 10l Wasser zu bewässern. Das ist wie 10ml Regen und nicht viel. Soviel reicht gerade für das Beikraut.

Ich brauche 50 Sekunden für 10 Liter, langsam gezählt. Das ist ganz schön lange.

Deshalb nehme ich auch oft die Gießkanne. Eben in der Regentonne voll machen und dann gezielt wässern.

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Wenn ich Bäume oder Gehölze neu gepflanzt habe, mache ich einen Gießring herum. Ansonsten läuft das meiste Wasser einfach oberirdisch weg. Der Gießring sollte etwas größer sein als der Ballen der Pflanze, aber nicht viel.
Der Ballen ist oft sehr fest. Er steht, wenn man es richtig gemacht hat, in einer Schicht lockerer, humoser Erde und dann kommt erst der gewachsene Boden.
Ist der Gießring zu groß, läuft das Wasser in die lockere Erde. Die ist dann sehr nass, der feste Ballen bekommt kein Wasser ab und trocknet mit der Zeit völlig aus. Die Pflanze schlappt….
Besser ist es, wenn das Wasser durch den Ballen in die lockere Erde sickert. Das erreicht man durch den Gießring. Der wird mit Wasser aufgefüllt und so die Pflanze gewässert.

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Je nach Größe der Pflanze können das auch schnell 50 Liter und mehr sein.
Auch hier: Einmal die Woche kräftig wässern ist besser als 3 x nur wenig.

Zudem Thema gibt es noch sehr viel mehr zu schreiben…..

….. deswegen gibt es auch eine Fortsetzung.

Fotos mit fließendem Wasser und die Regentonnen – Copyright Raphaela Gerlach
alle anderen von Barbara Gerlach

 

3 Kommentare zu „Wasser Marsch…. aber wie?

    1. Unser Rasen bekommt im Sommer nie Wasser. Wir mähen ihn zu der Zeit recht hoch, dann vertrocknet er nicht so schnell. Aber in diesem Jahr hat das auch nicht geholfen. Aber ich denke, der wird sich am ehesten erholen.

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