Gartenbesuche · Gärtnern · Kräuterwissen · Therapeutisches Gärtnern

Eröffnung des Kapuzinerklostergarten in Münster

P1140950Seit dem Frühjahr 2017 wird der Garten des Kapuzinerklosters in Münster zu einem Ort der Begegnung umgestaltet. Zu einem Ort, wo sich Mensch und Natur begegnen. Zu einem Garten, in dem gearbeitet und gelehrt wird.

Am Freitag war es dann so weit – der Klostergarten wurde eröffnet.
Dafür, dass es keine offizielle Werbung gab, war die Kirche doch mehr als gefüllt. Ein Zeichen dafür, wie groß das Interesse ist.
Diese Stunde in der Kirche hat mich sehr berührt. Erwartet hatte ich verschiedene Reden von all den Menschen, die irgendwie mitgewirkt haben. Wie das ja so üblich ist.
Bekommen habe ich eine Stunde Auszeit mit Impulsen und Gedanken, die mich noch lange bewegen werden.

„Macht euch der Erde untertan“ hat Papst Franziskus in seiner ersten Enzyklika „Laudato Si“ geschrieben. Man beachte den feinen Unterschied: in der Schöpfungsgeschichte steht der Satz etwas anders: „Macht euch die Erde untertan“.
Allein darüber könnte ich jetzt eine Weile schreiben…..
Es war für mich die Kernaussage bei der Eröffnungsveranstaltung. Jeder Vertreter der verschiedenen Einrichtungen wurde nach dem Warum gefragt. Nicht danach, Was er alles für den Klostergarten geleistet hat.
Alleine dadurch konnte ich viele interessante Gedankengänge hören, die mich immer noch zum Nachdenken bringen.

Der Klostergarten soll ein Ort werden, in dem viele Bereiche zusammen kommen.
Bruder Bernd, vom Kapuzinerkloster Münster, ist es ein Anliegen, den Garten zu öffnen.
Dort vielen Menschen einen Raum zu bieten zum Lernen und Lehren. Um das Bewusstsein zu fördern, dass es unsere Aufgabe ist, die Schöpfung zu bewahren. Im Kleinen und im Großen. Papst Franziskus hat gesagt: „Wir müssen den Schrei der Erde hören„.  Also müssen wir das Lauschen üben….

Bruder Bernd hat sich Mitstreiter gesucht…
Der NABU NRW und der NABU Münster haben dort den 1.westfälischen Obstsortengarten angelegt und werden sich um die Tier- und Pflanzenwelt kümmern.

Das Institut für Theologische Zoologie (ITZ) und sein Förderverein (FITZ) bieten z.B. Seminare zum „Spiritual Gardening“ für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.
Ich habe da zum ersten Mal an dem Abend von gehört. Sehr spannend. Wer mehr davon wissen möchte:   www.theologische-zoologie.de

IUNCTUS, das Kompetenzzentrum christliche Spiritualität, hat ebenfalls Seminare im Angebot und verbindet Forschung mit Praxis. Ordensleute arbeiten Hand in Hand mit Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern zu den Themen :Franziskanische Spiritualität, Management, Nachhaltiger Lebensstil, Ethik und Kultur des Essens…..
Um nur einige zu nennen.   www.pth-muenster.de/iunctus

Und nicht zu vergessen die Alexianer Werkstätten Münster.
Sie arbeiten im Klostergarten. Kümmern sich um den Gemüseanbau, pflegen den Kräutergarten,  hegen die Obstbäume und das Beerenobst……
Ohne sie würde es wohl nicht funktionieren. 28 Mitarbeiter arbeiten dort. Für sie ist es ein Ort, wo sie durch das Arbeiten in und mit der Natur zu sich selber finden können. Gartenarbeit hat therapeutische Wirkung und kann so helfen, wieder ins normale Leben zurück zu finden.  www.alexianer-muenster.de

Nach diesem Input ging es dann in den Garten….

Er ist 1,5 ha groß und liegt mitten in der Stadt. Umrahmt ist er zum Teil von einer hohen Mauer, mit Platz für Spalierobst. Aber an vielen Stellen kann man von außen herein schauen, so dass er nicht abgeschottet ist.
Er ist offen für alle. In der hellen Jahreszeit von 8 Uhr bis 20 Uhr und in der dunklen Jahreszeit während der hellen Stunden.

Es gibt einen Bolzplatz und ein kleines Wäldchen. Dieses Wäldchen hat es mir angetan. So überraschend naturnah. Mit Buschwindröschen, Lerchensporn und Salomonsiegel.

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Und das mitten in der Stadt.

Im Kräutergarten gibt es 130 verschiedene Arten und Sorten zu bestaunen… leider hat der Frost viele Pflanzen sehr gebeutelt.
Auch ist noch nicht alles fertig geworden. Die Witterung hat auch da nicht mitgespielt.

Im Gemüsegarten wird es dann im Laufe des Jahres eine Vielzahl von verschiedenen Arten und Sorten zu bestaunen geben. Insgesamt ca. 150 !!
Vieles wandert direkt in die Klosterküche. Der Überschuss wird über die Alexianer verkauft. Dort gibt es jetzt eine eigene Markenbezeichnung: Onkel Alex

Neben einem Gewächshaus gibt es dann auch noch einen Frühbeetkasten, Bienenvölker, Blumenwiese und einen besonderen Rundgang.

„Laudato Si“ so heißt der Stationenweg zum Sonnengesang des Hl. Franziskus von Assisi. An Hand von 10 Stationen kann man so den Strophen des Sonnengesangs folgen und sich so mit der Natur verorten. Man kann ihn alleine gehen oder mit geführter Begleitung. Alle Stationen oder nur die ansteuern, die gerade wichtig ist.
Vom Lobpreis über Bruder Sonne, Schwester Mond, Bruder Wind, Schwester Wasser, Schwester Mutter Erde, Bruder Feuer, Jene die Verzeihen, Schwester Tod bis zum Dank.

Und so schließt sich dann der Kreis. Denn auch die Enzyklika von Papst Franziskus heißt „Laudato Si“.

Und so war dies nicht nur die Eröffnung eines Gemüse- und Obstgartens, sondern eines Gartens, der mehr geben wird. Raum für Begegnung mit sich selbst, mit der Natur, der Schöpfung und auch anderen Menschen. Ich werde nicht zum letzten Mal dort gewesen sein.

 

 

 

 

 

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