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Naturgartentage in Heidelberg – eine Erfahrung der besonderen Art

 

Vier Tage Naturgartentage in Heidelberg liegen nun hinter mir. 4 Tage mit Vorträgen, Workshops, Mitgliederversammlung, Podiumsdiskussion, Open Space, Markt der Möglichkeiten, interessanten Gesprächen, vielen Menschen, gutem und reichhaltigem Essen…..und einem Minimum an Schlaf.
Seit einigen Jahren bin ich schon Mitglied beim Naturgarten e.V., und seitdem lese ich mit wachsender Begeisterung die Mitgliederzeitung. Jedes Mal, wenn ich von den Naturgartentagen gelesen habe, dachte ich mir: Da möchte ich auch mal hin!
Und in diesem Jahr war es dann soweit.

Mit insgesamt 250 Teilnehmern eine große Herausforderung für das Orgateam und auch für uns Teilnehmer. Es war kein Problem, Kontakt zu bekommen, Themen gab es ja reichlich. Trotzdem war es für mich als Neuling zeitweise etwas überwältigend.
Und ich weiß jetzt, dass ich nie wieder in ein 6er Zimmer will. Die Zeiten sind definitiv vorbei……

Veranstaltet werden die Naturgartentage schon seit vielen Jahren vom Naturgarten e.V. . Über den Verein werde ich nochmal extra berichten.

Das Publikum in Heidelberg war sehr gemischt. Ich habe einen Schweizer kennengelernt, der sich mit großer Begeisterung für Fledermäuse einsetzt, mit Friedhelm Strickler, von der Gärtnerei Strickler, über die Anzucht von heimischen Wildstauden gesprochen, intensiv die Planung des Gartens für die Buga in Heilbronn unter die Lupe genommen und Interessantes über die Gottesanbeterin in Deutschland gehört.
Die Menschen waren so vielfältig wie die Themen. Vom Balkonbesitzer über Quereinsteiger, Fachbetriebe für Naturgärten bis zu Gartenarchitekten war alles da.
Alle einte die Begeisterung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und der Wille, etwas dafür zu tun.

Dass wir dringend etwas tun müssen, wurde bei allen Vorträgen und Diskussionen deutlich. Und dass wir gemeinsam tätig werden müssen.
Miteinander – nicht gegeneinander.

Zwei Workshops konnte jeder mitmachen. 10 waren es insgesamt und alle waren so spannend! Bauen mit Recyclingmaterialien, Obstbaumschnitt, Gartenplanung, Teichbau, Gartenstuhl aus Holzbrettern…..
Ich habe mich für die Bodenkunde entschieden und Makrofotografie. Und habe viel Spaß dabei gehabt.
Ulrike Aufderheide, Calluna Naturgarten, hat mit uns Bodenproben bestimmt. Riechen, fühlen, rollen und schließlich Salzsäure. Bei einigen zischte es ganz ordentlich!
Danach ging es um standortgerechte Bepflanzung für die einzelnen Böden.
Der Referent über die Makrofotografie, Roland Günter, ist kaum zu beschreiben. Er ist in der Lage, allen etwas beizubringen, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Sein Humor ist umwerfend und seine Bilder kann ich nicht beschreiben. Die muss man gesehen haben.
Seine Reaktion auf meine Makrolinse für mein Smartphone war dann eher wie: „Muss es das denn jetzt auch noch geben….“
Am Sonntag haben er und seine Frau Karin (Biologin) den Schlussvortrag der Naturgartentage gehalten. Und es war ein Fest für Augen und Ohren. Allein darüber könnte ich jetzt seitenlang schreiben…… ich habe mir sagen lassen, dass es Naturgartenfotografen gab, die aus  lauter Frust auf ihren Speicherkarten gekaut haben….

 

 

Der Markt der Möglichkeiten:
Bücher über Bücher, viele Informationen über heimische Wildpflanzen, Werkzeug für den Obstschnitt, Wildbienenhotels der Extraklasse…..
Ich habe meinen Koffer gerade noch wieder zu bekommen.

Über alle Vorträge hier jetzt zu schreiben, würde den Rahmen sprengen.
Aber die Engländer vom Wildlife Gardening Forum (WLGF), Stephan Head und Marc Carlton, waren so typisch englisch, mit so einem schrägen Humor, wie ihn nur die Engländer haben. Sie berichteten über Wildlife Gardening in Großbritanien und stellten die Unterschiede heraus.
Dort ist eine Pflanze nur heimisch, wenn sie da war, bevor der Ärmelkanal kam. Dadurch gibt es nur etwa 1700 heimische Pflanzen. Das ist nicht viel und auch sehr umstritten. In der freien Landschaft wachsen sehr viel mehr Pflanzen.
Laut der beiden Referenten liegt das Augenmerk des Wildlife Gardening am meisten auf Privatgartenbesitzer und ein wenig auf Schul- und Kindergartengelände – weniger auf dem öffentlichen Raum und Industriegelände.
Im Naturgarten e.V. ist es umgekehrt. Der öffentliche Raum, Industrieanlagen, Schulhöfe und Kindergartengelände nehmen einen sehr großen Raum ein. Bei den Privatgartenbesitzern sind es dann die reinen Naturgartenbesitzer, die angesprochen werden. Der große Rest steht eher nicht so im Fokus.
„Da können wir dann noch viel voneinander lernen“ so Stephan Head.

Auch ich habe viel gelernt in diesen Tagen. Alles habe ich bestimmt nicht behalten. Aber mir ist klar geworden, dass ich die heimischen Tiere und Pflanzen mehr in den Fokus nehmen werde. Meiner Meinung nach schließt das Eine das Andere auch nicht aus. Ich werde sicher kein reiner Naturgärtner mit ausschließlich heimischen Pflanzen werden. Dazu finde ich viel zu viele Pflanzen einfach zu spannend. Aber ich werde beim eigenen Garten und bei meinen Planungen noch stärker darauf achten und die Begeisterung für das Thema Naturgarten weiter tragen.

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