Gärtnern

Kalt erwischt

 

Eiskalt erwischt hat es die Natur und uns Gärtner im April. Totalausfälle beim Obst, erfrorene Stauden und Gehölze und viele zu früh gepflanzte Sommerblumen haben den Frost nicht überstanden.

Wie geht man damit um im Garten?
Wie stark sind die Pflanzen geschädigt?
Zurückschneiden oder nicht schneiden?

Bei Stauden mit matschigen Trieben, würde ich zurückschneiden. In der Basis ist oft nichts passiert und die Staude treibt nach einiger Zeit wieder durch. Sind die Triebe noch fest und nur die Blätter geschädigt, warte ich ab, wie sich die Pflanze weiter entwickelt. Eventuell entferne ich dann die braunen Blätter.

Bei Gehölzen sieht das etwas anders aus.

Hydrangea aspera, Samthortensie

Links am Morgen nach der Frostnacht und daneben einige Tage später.
Ein trauriges Bild, dabei steht sie wirklich geschützt.
Aber keine Bange…..sie treibt wieder aus. Gehölze haben viele schlafende Augen unter der Rinde sitzen. Die werden dann aktiviert und bilden neue Blätter und Triebe.

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10 Tage später sieht sie so aus. Die Triebe wachsen wieder und im Sommer ist sie wieder schön.
Genauso regenerieren sich alle anderen Gehölze auch.
Es sei denn, die Temperaturen waren zu tief und die alten Triebe sind mit erfroren.
Aber oft muss man nur etwas Geduld haben und der Pflanze Zeit geben.
Nicht immer gleich zur Schere greifen.

Unsere Koelreuteria paniculata, die Blasenesche, hat es total erwischt. Aber wie man auf dem linken Bild sehen kann,  treibt auch sie wieder durch.
Genau wie die frühblühende Corylopsis spicata, die ährige Scheinhasel. Unter dem braunen Laub kommen die frischen Triebe.
Bei den beliebten Bauernhortensien werden wohl die Blüten erfroren sein.
Aber die Obstbäume…..
Für viele Erwerbsgärtner wird es Totalausfälle geben, trotz Frostberegnung, Feuerschalen, Rauchentwicklung durch Verbrennen von Stroh.
Der Frost kam zum verkehrten Zeitpunkt…..

……wirklich?
Das Wetter im April war nicht außergewöhnlich. Wir haben im April häufig Frost und auch noch Schneefälle.
Ungewöhnlich war dagegen der März mit seinen hohen Temperaturen. Der wärmste März seit 1881, mit einem Mittel von 7,2 Grad. Es gab 3,7 Grad Abweichung zum Mittelwert der letzten März Monate.

Die Natur ist schier explodiert. Mastiger, weicher Pflanzenwuchs war die Folge.
Da hatten die Pflanzen dem Frost nichts entgegen zu setzen. Interessant ist, dass es nicht für alle Pflanzen gilt. Und auch von Garten zu Garten gibt es Unterschiede. Einige sind widerstandsfähiger als andere.
Als Gärtner lernt man eben nie aus.

Kein Mitleid habe ich dort, wo Sommerblumen erfroren sind.
April ist nun einmal die Zeit der Frühjahresblüher. Tulpen, Narzissen, Vergißmeinnicht und die vielen unterschiedlichen Stiefmütterchen prägen den Frühling.
Mageriten, Geranien,  Petuninen und Co erfreuen uns den ganzen Sommer.
Warum müssen die dann schon in den Garten?

Das ist wie Dominosteine im September. Wir berauben uns dadurch nur selber.

Aber das ist ein extra Thema.

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