Gärtnern

Ein Vorgarten entsteht…..ganz ohne Steine!

Der Vorgarten ist die Visitenkarte des Hauses. Er empfängt die Besucher und verschönert das Haus. Er empfängt auch mich beim nach Hause kommen und sollte eigentlich ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern.

Eigentlich…..und wie sehen viele Vorgärten aus? Lieblos angelegt, am besten als Geröllfeld mit wenig Pflegeeinsatz.
Als Argument höre ich dann oft: Da wächst ja nichts, da ist ja keine Sonne.

Es geht aber auch anders. Und gerade im Schatten/ Halbschatten  gibt es so schöne Pflanzenkombinationen, die gut funktionieren. Wenn man einige grundsätzliche Regeln beachtet.

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So war der Zustand, als ich das erste Mal da war. Die Wege waren gepflastert und der Mutterboden auf den Vorgarten aufgetragen. Der Garten geht nach Norden raus , also nicht sehr viel Sonne.

Nun bin ich grundsätzlich bei solchen Bildern sehr misstrauisch was den Bodenzustand betrifft. Zu meinem ständigen Begleiter bei Gartenberatungen gehört eine Bodensonde. Das ist ein dünner Metallstab mit einer Spitze und am anderen Ende einer Kugel. Mit dieser Sonde überprüfe ich die Bodenverdichtung, indem ich sie mit der Hand in den Gartenboden drücke.
Bei diesem Vorgarten war es leider so wie bei vielen anderen Vorgärten. Ich bekam sie nicht mehr als 10 cm in die Erde. Darunter war alles festgefahren und zum großen Teil geschottert.

Wie soll da eine Pflanze zufriedenstellend wachsen?

Der Galabau Betrieb, mit dem ich zusammen arbeite, kam dann mit seinem Bagger. Alles wurde herausgenommen und der Boden neu aufgebaut. Als oberste Schicht, von ca.20 cm, wurde dann Bioboden, vom Recyclinghof der Stadt Münster,aufgebracht. Der ist mit zertifiziertem Kompost vermischt. Ein toller Boden und garantiert unkrautfrei.
Das war viel Arbeit und kostete natürlich auch wieder Geld…..das hätte im Vorfeld vermieden werden können.

Wie ging es dann weiter?

Ich finde es immer sehr schade, wenn der Vorgarten nur im Vorbeigehen erlebt wird. Wenn die Breite es zulässt, arbeite ich gerne mit einem Weg. Möglichst nicht gepflastert, sondern mit Hackschnitzel oder Kies.
Der wird zuerst gelaufen und dann ausgeschachtet.

In diesem Fall kurbelte er die Kommunikation auf der Straße enorm an. Alle wollten wissen, was das denn wird…vielleicht ein Bachlauf?
Als erstes wurde eine mehrstämmige Betula utilis (Himalayabirke) gepflanzt. Sie wird dem Vorgarten die Atmosphäre bringen und im Laufe der Jahre immer schöner werden.

Dann kamen die Gehölze: Coryolopsis spicata (Scheinhasel), Hydrangea quercifolia (amerikanische Hortensie), Caryopteris clandonensis (Bartblume), Virburnum plicatum „Mariesii“ (Etagenschneeball), Sambucus nigra „Black Lace“(roter Holunder), Stachyrus praecox (Perlschweif), Hydranges aspera (Samthortensie) und mehrere Hedera helis“Arborescens“(Strauchefeu).

Im nächsten Arbeitsgang kamen dann die Stauden hinzu. Es sollte ein farbiges Bild entstehen, ohne dass es zu bunt wird. Da der Straßenausbau noch auf sich warten lässt, gibt es auch noch keine saubere Kante. Insgesamt haben wir ca. 30 verschiedene Stauden gepflanzt. Sodass es das ganze Jahr über im Garten etwas zu sehen gibt.

Die Pflanzung erfolgte im Frühjahr und es sieht noch sehr überschaubar aus. Ich pflanze nicht gerne zu dicht. Schließlich sollen die Pflanzen auch genügend Platz zur Entwicklung haben.

Womit ich nicht gerechnet habe, war die Wirkung des Biobodens.
Die weiteren Bilder sind vom Herbst des gleichen Jahres!

Die Stauden sind regelrecht explodiert! Gut, dass sie sich nicht im nächsten Jahr verdoppeln.

Unkraut kommt da auf jeden Fall nicht mehr viel durch. Und die Vielzahl der unterschiedlichen Pflanzen lockt in den Vorgarten. Es gibt immer etwas zu sehen und zu entdecken. Bienen und Schmetterlinge sind da. Die Gartenarbeit macht Spaß und ist nicht, wie leider so oft, negativ behaftet.

Und das geht auch auf kleinerem Raum. Wichtig ist die Bodenvorbereitung und die passende Pflanzenauswahl.

Es müssen doch nicht immer so tote Steinflächen sein, in denen keine Pflanzen leben und das Bodenleben getötet wird.

Entsteint euch und lasst euren Vorgarten leben.img_2105

2 Kommentare zu „Ein Vorgarten entsteht…..ganz ohne Steine!

  1. Tja, es geht eben auch ohne Stein. Ich frage mich bei manchen Gärten, wer die teilweise tonnenschweren Findlinge jemals wieder bewegen soll. Für mich ist ein Garten veränderlich, lebendig und nicht in Stein gemeißelt.

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