Streifzüge

Gartenreise der Staudenfreunde Münsterland Bodensee/Allgäu 6.Tag

 

 

 

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Unser letzter Reisetag – es geht wieder Richtung Münster.
Aber nicht ohne auf dem Weg noch einen Abstecher zu einem besonderen Garten zu machen. Auf der Höhe von Dinkelbühl ging es von der Autobahn runter in Richtung Beyerberg.
Dort waren wir zu Gast bei Markus Gastl in seinem Hortus Insectorum .
Und da unser Bus 3 Stunden stehen bleiben musste, wegen der Schichtzeit von unserem Busfahrer Bernhard, hatten wir richtig viel Zeit.
Bei diesem Garten und vor allem bei dem Menschen Markus Gastl, muss ich ein bisschen ausholen.
Ich bin vor ungefähr 2 Jahren auf ihn aufmerksam geworden und zwar über Facebook.
Nun ist Facebook ja zu Recht nicht unumstritten – aber es gibt klasse Gartengruppen dort.
Eine davon ist „Das Hortus Netzwerk“. Irgendwie bin ich darauf gestoßen und seitdem habe ich schon viel dazu gelernt über Wildbienen, Schmetterlinge, Wildstauden…….
Was mir besonders gut gefällt ist, das dort kein strikter Dogmantismus herrscht. Damit könnte ich nur schlecht umgehen.
Es geht Markus, darum andere Menschen anzustecken und von seinen Ideen zu begeistern – und das gelingt ihm. Es zieht immer größere Kreise. Einfach mal reinschauen.
So, jetzt aber zum Hortus Insectorum.

Der Hortus besteht aus 3 Zonen,  Pufferzone, Hotspotzone und Ertragszone. Außen liegt die Pufferzone, bestehend aus vielen Wildrosen und Gehölzen. Alles Pflanzen mit viel Nutzen für die Tierwelt. Sie puffert  den restlichen Garten gegen die Felder mit konventioneller Landwirtschaft ab. Auf einem schmalen Pfad sind wir durch diese Pufferzone gegangen. Immer mit Ausblicken in die Hotspotzone. Wir waren mal wieder im Dschungel, aber dieses Mal ohne Regen im strahlendem Sonnenschein.

Die Hotspotzone ist der größte Teil des Gartens. 35 LKW Ladungen besten Ackerboden hat Markus Gastl abtragen lassen und dafür Bauschutt kommen lassen. Verrückt, oder?
Das haben seine Nachbarn sicher alle gedacht.
Mit heimischen Materialien hat er dann das Gelände gestaltet. Der Boden war abgemagert und somit für Wildblumen bestens geeignet. Überall sind Steinpyramiden und kleine Feuchtzonen entstanden. Ein Eldorado für die Natur.

In den Steinpyramiden, die mittlerweile das Erkennungsmerkmal für einen Hortus sind, leben Eidechsen und viele andere Tiere. Frösche quaken und Grillen zirpen.
Die Wiesen werden mit der Sense geheut, das Gras zu Würsten gedreht und dann in die Ertragszone gebracht. Dort wird es zwischen das Gemüse gelegt als Mulch und Humuszugabe. Der Garten ist nicht sehr arbeitsintensiv, vieles regelt sich selber, weil es im Gleichgewicht ist.
Die Ertragszone lag in diesem Jahr brach, damit sie sich regenerieren kann. Es gibt noch den Hortus Felix, da gibt es das Gemüse.
Spannend ist auch der Pyramidenweg. 35,5 Pyramiden sind es. Jede hat einen Namen und jede steht für ein Lebensjahr von Markus Gastl. 35,5 Jahre alt war er, als er in einer Kapelle das Versprechen gab, sich für die schwindende Natur einzusetzen. Nicht auf andere schimpfen, sondern selber tätig werden, mit Demut gegenüber der Natur und Dankbarkeit für das, was wir alles haben.

Im Gänsemarsch ging es an Markus vorbei in den Pyramidenweg. Der Ton des großen Gongs begleitete uns dabei. Es war schon eine ganz eigene Stimmung, die da entstand.
Manch einer von uns wurde sehr nachdenklich.

Spannend waren auch die Insektenhotels. Ein großes Insektenhotel steht in der Hotspotzone.
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Und überall Strangfalzziegel. Das sind Dachziegel mit Löchern zur Durchlüftung. Bei uns schwer zu bekommen. Ideal für Wildbiene und Co.
Unser Bus war hinterher etwas schwerer als vorher. Da muss man doch zugreifen!!
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Es war für uns faszinierend Markus zuzuhören. Seine Sichtweise auf die Welt zu erfahren und wie er damit umgeht.
Er hat einen Stein ins Wasser geworfen – und dieser Stein zieht Kreise.
Das Netzwerk wird immer größer, jeder ist willkommen. Keiner wird verurteilt, wenn er nicht nur heimische Pflanzen im Garten hat. Denn nicht jeder kann einen Drei Zonen Garten umsetzten, so wie Markus ihn hat. Wichtig ist, etwas für die Natur zu tun, ob im Kleinen oder im Großen.
Was nützen die ganzen Insektenhotels, wenn die Insekten im Garten keine Nahrung finden?

Hier sieht man seine ersten Insektenhotels mit dem Steingarten dazu.

Es gibt noch soviel zu erzählen. Wollt ihr mehr erfahren? Seine Homepage ist hoch interessant und sehr vielschichtig: http://www.hortus-insectorum.de
Dort gibt es auch eine Karte, in der weitere Hortus Gärten eingetragen sind.

Zum Abschluss noch einige Bilder aus dem Hortus Insectorum.

Hortus Insectorum – ein Refugium für die Natur

Das war leider unser letzter Garten. 6 wunderschöne Tage mit einer tollen Truppe und unserem Busfahrer Bernhard, der alles mitgemacht hat, sind zu Ende.
Wir haben so viele unterschiedliche Gärten und Menschen kennengelernt und viele Inspirationen mit genommen.
Bis zum nächsten Mal !!!

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